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Illertissen

25.11.2019

Weinig Dimter liefert Sägen in die ganze Welt

Wechsel bei Weinig Dimter: Thomas Tristl (links) hat kürzlich die Geschäftsführung des Illertisser Betriebs von Mario Kordt übernommen.
Foto: Franziska Wolfinger

Plus Der Illertisser Betrieb wächst. In den vergangenen vier Jahren wurde der Umsatz um 30 Millionen gesteigert. Ein Blick hinter die Kulissen den Unternehmens.

Von Illertissen in die ganze Welt – meistens dort hin, wo es viel Wald gibt. Die Firma Weinig Dimter, die im vergangenen Jahr Rekordumsätze erwirtschaftet hat, produziert in der Vöhlinstadt Maschinen, mit denen Holz verarbeitet werden kann. Viele Kunden des Unternehmens sitzen daher dort, wo es viel von diesem Rohstoff gibt. Beispielsweise in Skandinavien, Kanada, Japan oder Osteuropa. Sogar der Whiskyhersteller Jack Daniel´s zählt zu den Kunden.

In Illertissen werden hauptsächlich zwei Typen von Maschinen produziert: Kappsägen und Verleimpressen. Erstere werden zum Kappen von Brettern eingesetzt, das heißt, die Holzstücke werden auf die gewünschte Länge gestutzt, während Fehler aus dem Naturmaterial ausgesägt werden – und das immer mit dem Ziel, möglichst wenig des Holzes als Verschnitt zu verlieren. In Verleimpressen werden einzelne Holzstücke zu Massivholzplatten verarbeitet. Möglichst einfach erklärt: Die Maschinen tragen Leim auf, pressen die Teile zusammen und beschleunigen, etwa durch Hitze, den Aushärtungsprozess des Leims.

In Sachen Industrie 4.0 will Weinig Dimter vorne mit dabei sein

Ein Blick auf die Kundenliste von Weinig Dimter macht deutlich, wie vielfältig der Werkstoff Holz ist. Angefangen bei Offensichtlichem wie der Möbelproduktion (Ikea), über Holz als Baustoff (Dachfensterhersteller Velux, Peri) und Fässer, in denen Whiskey reift (Jack Daniel’s) bis hin zu Verpackungsmaterial in der Logistikbranche. Insbesondere im deutschsprachigen Raum zählen viele Produzenten von Kisten und Paletten zum Kundenstamm von Weinig Dimter.

Gegründet wurde Weinig Dimter vor mehr als 50 Jahren, damals nur unter dem Namen Dimter. Innovationen gab es in den 1960er-Jahren. Damals stellte Dimter die erste Untertischkappsäge vor und führte die erste automatische Optimierkappsäge ein, welche die Verarbeitung von Holz jeweils noch einmal erleichterten. 1993 wurde der Betrieb schließlich von der Weinig-Gruppe übernommen und firmiert seither unter dem Namen Weinig Dimter.

Den Ankündigungen von Thomas Tristl zufolge, der kürzlich die Geschäftsführung am Standort Illertissen übernommen hat, hat das Unternehmen an seiner Innovationskraft nichts eingebüßt. Als Weltmarktführer wolle man auch in Sachen Industrie 4.0 vorne mit dabei sein, sagt der 55-Jährige. Dabei fallen auch Schlagworte wie Vernetzung, Cloud oder KI (Künstliche Intelligenz).

Weinig Dimter bietet derzeit rund 280 Menschen aus der Region einen Arbeitsplatz. Die Mitarbeiterzahl sei in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, sagt Julian Helmlinger, der bei Weinig Dimter unter anderem für das Produktmarketing zuständig ist. Außerdem bildet Weinig Dimter in Illertissen auch aus. Rund 20 junge Leute lernen dort die Berufe Mechatroniker und Industriemechaniker.

Geschäftsführer: Werkstoff Holz ist zukunftsträchtig

Geschäftsführer Tristl geht davon aus, dass die Arbeitsplätze in Illertissen auch künftig sicher sein werden. Angesichts der aktuellen Klimadiskussion sei die Branche rund um den Werkstoff Holz sehr zukunftsträchtig. Und dass auch der Vorstand der Unternehmensgruppe Weinig an den Standort Illertissen glaubt, zeigt das Vorhaben, eine neue 50 mal 70 Meter große Montagehalle zu bauen. Im Moment sind die Mitarbeiter von Weinig Dimter quasi über die gesamte Vöhlinstadt verteilt. Weil am Hauptsitz an der Rudolf-Diesel-Straße der Platz knapp wurde, hat der Betrieb eine Halle auf dem ehemaligen Ruku-Gelände angemietet. Auch in den Hallen des Toreherstellers Butzbach an der Robert-Bosch-Straße wird derzeit für Weinig Dimter produziert. In einer der Hallen befindet sich inzwischen auch ein Show-Room, in dem sich die Kunden Kappsägen und Verleimpressen vor dem Kauf anschauen können.

In den vergangenen drei bis vier Jahren konnte Weinig Dimter seinen Jahresumsatz von 40 auf rund 70 Millionen Euro steigern. Tristl will den Fokus nun darauf legen, Prozesse im Unternehmen entsprechend dem höheren Umsatz weiterzuentwickeln und Voraussetzungen zu schaffen, um künftig weiter wachsen zu können.

Tristl hatte den Posten des Geschäftsführers von Mario Kordt übernommen, der jetzt als Technikvorstand für die Weinig Gruppe in deren Management sitzt. Kordt bezeichnet Weinig Dimter als Vorzeigeunternehmen innerhalb der Gruppe, welche ihren Stammsitz in Tauberbischofsheim hat.

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