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Kommunalpolitik

16.04.2019

Weirather hört 2020 als Landrat auf

Landrat Hans-Joachim Weirather will nicht mehr für eine dritte Amtszeit kandidieren. „Ich gehöre nicht zu denen, die glauben, dass sie nicht ersetzbar wären.“

Der Chef der Kreisverwaltung tritt nicht mehr für eine dritte Amtszeit an. Was er stattdessen plant

Am 30. April 2020 hat Landrat Hans-Joachim Weirather seinen letzten Arbeitstag als Landrat. Nach dann rund 14 Jahren auf diesem Posten kandidiert er bei der Kommunalwahl im kommenden März nicht mehr. Eine Entscheidung, die ihm schwergefallen ist, wie er gestern schildert.

Wenige Wochen nach seinem 60. Geburtstag und genau an seinem 31. Hochzeitstag verkündet Weirather seinen Plan. Er sei nicht amtsmüde, betont der in Fellheim lebende Politiker. „Aber die Sehnsucht nach Freiheit ist nun deutlich spürbar.“ Als Landrat sei man quasi sieben Tage in der Woche im Amt und „Verantwortung haben ist nicht nur Freude, sondern auch eine Bürde“, schildert er sein Abwägen. Seit einiger Zeit habe er intensiv darüber mit seiner Frau, aber auch politischen Weggefährten und seinen engsten Mitarbeitern beraten, ob für eine dritte Amtszeit als Unterallgäuer Landrat noch die körperliche und geistige Kraft reiche, sagt er nachdenklich.

Damit schließt sich quasi der Kreis zu seiner ersten Kandidatur im Jahr 2006, als er für viele überraschend für die Freien Wähler zum Landrat gewählt wurde. „Die Kandidatur ist mir damals ähnlich schwergefallen wie jetzt die Entscheidung zum Abschied.“ Als studierter Bauingenieur leitete er seinerzeit das Wasserwirtschaftsamt in Kempten mit rund 180 Mitarbeitern – und gewann dann die Wahl gegen den damaligen Unterallgäuer CSU-Vorsitzenden Klaus Holetschek und zwei weitere Bewerber, um Nachfolger von dessen Parteifreund Herrmann Haisch zu werden. 2012 besiegte Weirather Herausforderin Marita Kaiser von der CSU.

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„Ich empfinde die vergangenen 13 Jahre als eine unglaublich bereichernde Zeit mit vielen schönen Momenten“, blickt er zurück. Dazu zählt er unter anderem, dass die defizitären Altenheime des Kreises nicht privatisiert wurden und sie nun wirtschaftlich wieder gut dastünden. Ebenso sieht er die Sanierungen der weiterführenden Schulen als Erfolg an.

Doch es gab auch nicht nur angenehme Dinge. „Die Chefarzt-Entlassung 2009 in Ottobeuren war alles andere als schön – aber richtig und notwendig; eine vertrauensvolle Zusammenarbeit war nicht mehr möglich.“

Ein Jahr vor dem offiziellen Abschied will Weirather freilich noch nicht die Hände in den Schoß legen. „Mit meiner ganzen Kraft“ will er sein Amt „bis zum letzten Tag“ ausüben. Auf der Agenda steht ganz oben die Fusion der Kliniken Unterallgäu mit dem Klinik-Verbund Kempten-Oberallgäu. 2020 soll der Zusammenschluss erfolgen – „für eine gute stationäre Versorgung unserer Bevölkerung“. Mit Blick auf die derzeit eingefrorenen Fusionsgespräche mit dem Krankenhaus Memmingen sagt der Landrat, dass die Maustadt keinesfalls draußen bleiben müsse. „Das ist letztlich keine Frage des Ob, sondern des Wie und Wann...“

Auch andere Themen will Weirather noch vorantreiben: Von der schwierigen Parkplatzsituation in Mindelheim am Klinikum und dem Landratsamt über die weitere Sanierung der insgesamt 330 Kreisstraßen-Kilometer und die Investitionen in Schulen bis hin zum sozial verträglichen Wohnungsbau über die kreiseigene Gesellschaft unter anderem in Trunkelsberg und Sontheim. Und auch den Flexibus will er weiter ausbauen als Ergänzung zum klassischen Öffentlichen Personennahverkehr.

Pläne hat Weirather auch für die Zeit seines Ruhestandes. Stärker engagieren möchte er sich an seinem Wohnort Fellheim beim Verein Alte Synagoge. Aber auch in die Ferne zieht es ihn. Mit zwei Freunden plant er eine Radtour von Sizilien ans Nordkap – und mit dem Unimog eine Tour durch den Kaukasus zum Schwarzen Meer. Und da wäre auch noch sein Triumph-Roadster, Baujahr 1972. Mit ihm soll es nach Schottland gehen.

Wer seinen Hut für den Unterallgäuer Landrats-Posten in den Ring wirft, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

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