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Archäologie

05.08.2017

Welche Geheimnisse schlummern hier?

Seit Wochen untersuchen Archäologen dieses Grundstück an der Vöhlinstraße in Illertissen: Auf dem Areal soll ein Wohnhaus mit Tiefgarage gebaut werden. Die Arbeiten ruhen – denn Fachleute vermuten historische Spuren im Boden.
Bild: Jens Carsten

Die Ausgrabungen auf dem Areal an der Vöhlinstraße dauern an. Ob Bedeutsames entdeckt wurde, ist weiter unklar

Eigentlich sollte auf dem Areal an der Illertisser Vöhlinstraße längst gebaut werden: Vorgesehen ist ein mehrteiliges Wohnhaus mit Tiefgarage. Doch aktuell sind die Arbeiten gestoppt. Erdberge türmen sich auf, daneben sind Löcher im Boden zu sehen, geschützt von Planen. Vor Ort suchen Archäologen nach Spuren aus der Illertisser Vergangenheit. Und das offenbar gründlich: Vor einigen Wochen begannen die Grabungen und sie dauern an.

Ob die Fachleute etwas Verwertbares entdeckt haben, ist weiter unklar. Die Erkenntnisse will man am Landesamt für Denkmalpflege erst nach Abschluss der Untersuchungen bekannt geben. Der Grund: Wird ein etwaiger Fund zu früh bekannt gemacht, könnten Diebe nachts ihr Unwesen treiben. Spekuliert wird in der Vöhlinstadt derweil fleißig: Darüber, was im Erdreich wohl für Geheimnisse schlummern könnten.

Anlass zu solchen Vermutungen gibt es wohl: Nach Auskunft des Amts für Denkmalpflege liegt das Areal in einem historisch bedeutsamen Bereich. Es ist in der Liste der bayerischen Denkmäler eingetragen, dort heißt es: „Mittelalterliche und frühneuzeitliche Befunde im Bereich der Marktsiedlung von Illertissen.“ Das bedeutet: Möglicherweise könnten Spuren aus der Siedlungsgeschichte der Vöhlinstadt gefunden werden. Diese dürfen nach Ansicht der Experten durch den Hausbau freilich nicht zerstört werden. Deshalb geht es mit dem Projekt erst weiter, wenn die Archäologen fertig sind.

Bauherr Manuel Merkle aus Dietenheim spricht von „Kleinigkeiten“, die auf dem Areal entdeckt wurden und nun untersucht werden müssen. Angesichts der Grabungen sei er „hin- und hergerissen“. Obwohl die Studien Zeit und Geld kosten, habe er grundsätzlich Verständnis dafür: „Wenn am Ende etwas herauskommt, ist das eine gute Sache.“ Andernfalls seien Verzögerung und Ausgaben jedoch „furchtbar ärgerlich für alle Seiten“. (caj)

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