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Illertissen

15.04.2019

Wenn eine Star-Klarinettistin mit einem Quintett zaubert

Das Alliage-Quintett mit der berühmten Klarinettistin Sabine Meyer (ganz rechts) wurde vom Publikum in der Kollegsaula begeistert aufgenommen.
Bild: R. Langhans

Star-Musikerin Sabine Meyer und fünf Kollegen spielen in der Kollegsaula in Illertissen – rund 350 Zuhörer lassen sich davon mitreißen.

Nicht den Zauberlehrling – so der Name eines der Musikstücke – sondern die Meisterin selbst mit Sabine Meyer auf der Klarinette haben die gut 350 Besucher zu hören bekommen: Beim Konzertabend mit der Star-Klarinettistin und dem Alliage-Quintett in der Kollegsaula in Illertissen war auch die „Fachwelt“ aus Augsburg vertreten, wie Veranstalter Fritz Unglert des Freundeskreises Kultur im Schloss beobachtete. Das musikalisch wie in der Besetzung ungewöhnliche Ensemble hatte seinen Konzertabend unter das Motto „Fantasia“ gestellt und mit Arrangements zu Themen aus der Märchenwelt begeistert.

Das Publikum ging von Anfang an mit und wurde nach mitreißenden Musikvorträgen in Stilrichtungen der jüngeren Musikgeschichte noch mit zwei Zugaben belohnt.

Paradebeispiel für die neue Klangwelt

So erwies sich das Alliage-Quintett als Paradebeispiel für die neue Klangwelt des 20. Jahrhunderts. Sechs Musiker – einschließlich Sabine Meyer als strahlende Solistin wie geübte Orchesterspielerin – genügten, um das Klangvolumen eines sinfonischen Orchesters in die Kollegsaula zu transportieren.

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Das Quintett – der französische Name „Alliage“ steht für die Verschmelzung der Stimmen von Sopran-, Alt-, Tenor-, Baritonsaxofon und des Klaviers – wurde 2005 von Daniel Gauthier gegründet. Er trat 1997 die erste Professur für klassisches Saxofon in Deutschland an der Hochschule für Musik in Detmold an. Seit 2003 unterrichtet er als Professor an der Hochschule in Köln, wo er, teils mit Studenten, sein Ensemble zusammengestellt und Jang Eun Bae, Lehrbeauftragte der Hochschule, als Gründungsmitglied dazugewonnen hat. Das Mitte des 19. Jahrhunderts von Adolphe Sax erfundene Saxofon ist ein relativ junges Instrument, sodass wenig sinfonische Werke mit Saxofonstimmen vorliegen. So bekam das Publikum in Illertissen Musik zu hören, die explizit für „Alliage“ und Sabine Meyer geschrieben wurde.

Sopranist führt durch den Abend

Im Quintett übernahm Daniel Gauthier den Sopran und er führte auch durch den Abend. Er begann mit der Ouvertüre zur Operette Candide (Leonard Bernstein). Passend zu der im gleichnamigen Voltaire-Roman ausgedrückten Epoche der Aufklärung boten die Musiker ein, aus fröhlichen Klangtupfern, Trillern oder Pfeiftönen bestehendes Spiel. Es folgte eine Komposition von Paul Dukas mit dem Titel „Der Zauberlehrling“. Hier übernahm Meyer die Funktion der Haupterzählerin. Spitze hohe oder lang gezogene Töne auf der Klarinette vermochten wie magisch zu ergreifen. In wechselnden Klang- und Taktformen brachten sie „Scaramouche“ (Darius Milhaud) aus der Commedia dell’arte dem Publikum nahe. Und von Igor Strawinsky „Den Feuervogel“, wobei die Klarinette mit dämonischen Klängen und Trillerfolgen beeindrucken konnte. Weitere Adaptionen gab es zur Musik von Alexander Borodin und Dimitri Schostakowitsch. Jang Eun Bae wurde am Flügel den jeweiligen Werken bestens gerecht.

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