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Babenhausen

21.12.2020

Wer bekommt Geld? Marktrat will Zuschüsse für Bauherren in Babenhausen neu regeln

Babenhausen will die bauliche Entwicklung im Ort mit Zuschüssen ankurbeln – die Frage ist nur wie? Die Antwort steht teils noch aus.
Bild: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Plus In Babenhausen läuft das Familienförderprogramm aus, nun denkt der Marktrat über eine Überarbeitung nach. Welche Bauvorhaben die Gemeinde in Zukunft unterstützen möchte.

Auf welche finanzielle Unterstützung können künftig Familien hoffen, die ein Haus in Babenhausen bauen wollen? Um diese Frage ging es in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats. Fest steht: Es wird sich etwas ändern.

Vor rund acht Jahren, 2012, hat Babenhausen ein Familienförderprogramm aufgelegt. Familien können demnach beim Kauf eines gemeindlichen Bauplatzes auf Antrag einen Zuschuss von 2500 Euro pro minderjährigem Kind bekommen. Als die Laufzeit des Programms 2017 endete, verlängerte der Marktrat es bis zum 30. September 2020. Dieses Datum ist inzwischen verstrichen – und eine neue Entscheidung war fällig.

Bisher hat der Markt Babenhausen 97.500 Euro über das Programm an Familien ausgeschüttet – „eine durchaus hohe Summe“, wie Bürgermeister Otto Göppel ( CSU) sie einordnete. Er sagte, dass eine Verlängerung nicht sinnvoll wäre, da momentan keine gemeindeeigenen Bauplätze vorhanden seien. Er gab aber zu bedenken: „Demnächst haben wir in Klosterbeuren wieder Bauplätze“. Im Westen des Ortsteils soll ein Neubaugebiet mit rund 30 Parzellen entstehen.

Sanierungspläne im Babenhauser Ortskern werden unterstützt

Wie berichtet, tut sich Babenhausen schwer, an Bauland zu kommen. Es gibt zwar brachliegende Flächen im Ort, doch die befinden sich in Privatbesitz. Dabei hat sich die Marktgemeinde dem Leitsatz „Innen statt Außen“ verpflichtet, um einerseits Flächen zu sparen und eine weitere Versiegelung einzudämmen, andererseits um an dafür in Aussicht gestellte Zuschüsse zu kommen. Heißt: Die Lücken im Ort sollen geschlossen werden, bevor an dessen Rändern gebaut wird. Wichtiger Zusatz: wenn dies möglich ist. Daran scheitert der Vorsatz oftmals.

Auf diese Selbstverpflichtung bezog sich auch Marktrat Andreas Birk (CSU): Er fände es wichtig, das Familienförderprogramm weiterzuführen, allerdings in geänderter Form. Birk schlug vor, die Maßgaben zu überarbeiten und die bevorzugte Innenentwicklung aufzugreifen. Auch Familien, die sich eine Eigentumswohnung kaufen oder neuen Wohnraum im Ortskern schaffen, sollen aus seiner Sicht profitieren. Dem stimmte Karin Lepschy (Liste engagierter Bürger) zu: „Wir wollen ja innen verdichten.“ Im Moment würden im Grunde Baumaßnahmen am Ortsrand gefördert.

Bürgermeister Göppel verwies darauf, dass auch Zuschüsse für Vorhaben im Ortskern möglich seien. Er sprach das kommunale Förderprogramm für das sogenannte Sanierungsgebiet „Stadtmitte“ an, das es seit 2014 gibt. In der vorausgegangenen Marktratssitzung Ende November hatte der Marktrat es bis 2022 verlängert. Die maximale Fördersumme pro Sanierungsvorhaben liegt bei 30.000 Euro.

In den vergangenen beiden Jahren wurden für solche privaten Maßnahmen im Sanierungsgebiet rund 14.560 Euro ausgeschüttet, ließ die Verwaltung wissen. Die Regierung von Schwaben gewährt im Rahmen des Programms „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ eine Zuwendung von 60 Prozent auf die von der Marktgemeinde geleisteten Zuschüsse an die privaten Bauherren. „Die Zuschüsse nach dem kommunalen Förderprogramm haben in vielen Fällen zu einer Verschönerung des Ortsbildes und zu einer Verbesserung von städtebaulichen Missständen beigetragen“, hatte Göppel in der November-Sitzung berichtet.

Im Zusammenhang mit dem Familienförderprogramm regte Dritter Bürgermeister Christian Pfeifer (CSU) am jetzigen Mittwochabend an, es „breiter aufzustellen, aber die Summen niedriger anzusetzen“. Schließlich fällte der Marktrat den Beschluss, es zu überarbeiten. Der Finanzausschuss solle sich damit auseinandersetzen und eine mögliche Kalkulation der Kosten erstellen, die auf den Markt zukommen könnten.

Lesen Sie dazu auch: Babenhauser Bekenntnis zum Leitsatz „Innen statt Außen“

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