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Illertissen

16.01.2019

Wie flach darf es sein: Illertissen stellt die Dächerfrage

Ist oft auf Zweckbauten zu finden – das Pultdach.
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Ist oft auf Zweckbauten zu finden – das Pultdach.
Bild: Claus Braun

In Illertissen wird wieder einmal über Bauformen diskutiert: Was passt in die Stadt – und was nicht? Was dabei herausgekommen ist.

Wie groß darf ein Haus in Illertissen werden? Wie hoch? Und wie muss das Dach aussehen? Um diese Fragen ist es in einer Sitzung des Bauausschusses gegangen. Wieder einmal. Den Anstoß dazu lieferte jetzt eine Voranfrage zum Bau eines Mehrfamilienhauses an der Auer Straße. Die führte zu einer regen Debatte über Bauformen. Die zentrale Frage hinter allen anderen: Welche Häuser passen zu Illertissen? Zwischen schwäbischem Bauernhaus und modernem Flachdach-Würfel ist offenbar einiges vorstellbar. Aber eben nicht für jeden.

Was der Bauherr sich in der Auer Straße (hinter einem Elektrogeschäft) vorgenommen hat, klingt nach einem umfangreichen Vorhaben: Drei Geschosse, zehn Wohneinheiten, Tiefgarage, Flachdach. Eine Skizze zeigte einen weißen rechteckig geschnittenen Kubus. Es gab es Gesprächsbedarf.

Gilt als traditionell: Das gute alte Satteldach.
Bild: Claus Braun


Während Ewald Ott (CSU) und Ansgar Batzner (Freie Wähler) den Bau an sich für „unproblematisch“ hielten – immerhin sei ein ähnliches Unterfangen in der gleichen Straße genehmigt worden – äußerte Uwe Bolkart (CSU) Bedenken. „Muss es denn immer so massiv sein?“ fragte er mit Blick auf das große Haus. Auch das flache Dach gefiel ihm offenkundig nicht so recht.

Baustile: Unterschiede in Stadt und Land

Es handele sich vor Ort um „urbanes Gebiet“, sagte dazu Florian Schilling vom Bauamt. Das Haus füge sich seiner Ansicht nach ein. In Ortsteilen sähe das anders aus, „aber wir sind hier nicht in Au“. Einen Bebauungsplan gebe es an der Stelle nicht. Rat Wilhelm Fischer (CSU) stellte dazu fest, dass der Ausschuss durchaus darüber sprechen müsse, welche Bauformen „gut für Illertissen“ seien. „Wenn wir alle Dacharten zulassen, dann brauchen wir keinen Stadtrat mehr.“ Schilling erwiderte, dass Illertissen baulich durchaus städtischen Charakter besitze und man die Auswahl der Bauherren daher wohl nicht auf Walm- und Satteldächer beschränken könne.

Moderne Häuser verfügen oft über flache Dächer.
Bild: Claus Braun


Flache Dächer gehörten momentan zum vorherrschenden Baustil, sagte Bürgermeister Jürgen Eisen. Der Trend werde in den nächsten Jahren wohl noch anhalten, auch auf dem ehemaligen Baywa-Areal in Illertissen, wo viele Wohnungen entstehen sollen, werde sich das zeigen. Bei den zahlreichen anstehenden Bebauungsplänen könnten die Räte falls gewünscht aber Satteldächer festschreiben lassen, so Eisen.

Ist oft auf Zweckbauten zu finden – das Pultdach.
Bild: Claus Braun


Über Dächer sei in Illertissen immer schon gesprochen worden, sagte Dritter Bürgermeister Wolfgang Ostermann (SPD), der seit vielen Jahren kommunalpolitisch aktiv ist. Er zitierte einen ehemaligen Ratskollegen, der einst die Auffassung vertreten habe, dass Pultdächer lediglich auf Toilettenhäuser gehörten. Später seien dann Toskanahäuser mit ihren flachen Dächern und Säulen zum Trend geworden. Zu der Anfrage in der Auer Straßen sagte Ostermann: „Wenn ein Bauherr investiert, dann ist das doch gut.“ Seine Ratskollegen sahen das am Ende wohl genauso – es gab einhellige Zustimmung.

Was den Bauausschuss zuletzt noch alles beschäftigt hat:

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