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Osterberg

20.04.2019

Wie viel „Ostern“ steckt in Osterberg?

Für die Süßigkeitenindustrie ist Ostern ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild
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Für die Süßigkeitenindustrie ist Ostern ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.
Bild: Arno Burgi/dpa-Zentralbild

Kommt "Osterberg" von "Ostern"? Eine Spurensuche in der Historie der kleinen Gemeinde.

Ein langohriges Nagetier ist dem Verfasser dieser Zeilen auf der Osterberger Flur weit und breit nicht begegnet – wie mancher angesichts des Ortsnamens vielleicht vermuten würde. „Natürlich gibt es Hasen hier“, sagt dazu Bürgermeister Rainer Schmalle, erst vor kurzem habe er einen auf dem Feld gegenüber gesehen. Er muss es ja wissen – als Ober-Osterberger sozusagen. Wie viel „Ostern“ steckt also in Osterberg? Eine Spurensuche.

Man sieht es von Weitem: Der 900-Einwohner-Ort verfügt über einen wunderschön geschmückten Osterbrunnen und die Kinder werden am Sonntag viele Ostereier finden. Aber das stellt keine Osterberger Besonderheit dar. Begeben wir uns auf Namenssuche: Der Historiker in mir meldet sich – eine Namensverbindung zum höchsten Feiertag der Christenheit dürfte eher unwahrscheinlich sein. Hingegen könnte es etwas mit der Himmelsrichtung zu tun haben. Orte mit der Vorsilbe „Oster“ gibt einige auf der Landkarte. Im Osten! Aber von wo aus gesehen? Wieder hilft Bürgermeister Schmalle weiter: Einige Güter in Osterberg gehörten im Hochmittelalter zum Kloster Ochsenhausen. Von dort aus betrachtet, lagen die Besitzungen weit im Osten hinter einem Berg.

Volles Haus: Zahlreiche Menschen haben den Osterbasar in Osterberg besucht. Vom Erlös soll eine Paulus-Figur angeschafft werden.
Bild: Armin Schmid

Im Lexikon schwäbischer Ortsnamen wird Altenstadt als Bezugsort herangezogen, was nachvollziehbar erscheint. Im Osten der alten Herrschaft Aichheim (oder Altenstadt) und auch der dort ansässigen Herren von Rechberg, welche die Vogteirechte über die Ochsenhauser Güter ausübten. Weitere Oster-Namen im Lexikon: Osterbuch, Osterzell, Osterzhausen.

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Ein anderes Beispiel findet sich am anderen Ende des Landkreises Neu-Ulm: Oster-Fahlheim! Damit ist nicht das heutige Oberfahlheim gemeint. Als sich im Laufe des ausgehenden Mittelalters mehrere Kleinsiedlungen wohl wegen wiederkehrender Überschwemmungen entschlossen, einen neuen Siedlungsplatz zu wählen, entschieden sie sich für eine Stelle, die auf dem Feld, östlich von Fahlheim lag. Aus diesem Osterfahlheim wurde im Laufe der Zeit das heutige Unterfahlheim.

Manche Namen haben tatsächlich mit dem Fest zu tun

Ganz von der Hand zu weisen sind Benennungen zum Auferstehungsfest Christi dennoch nicht: Es sollen Flurnamen existieren, die auf eine frühere Verwendung als Ort der Osterfeuer oder Osterspiele verweisen. In unserer Region ist in dieser Richtung jedoch nichts überliefert. Somit müssen wir bei der Erklärung verbleiben, die geografische Position habe für die Namensgebung Pate gestanden.

Die Osterhasen, die einem am Osterspaziergang begegnen, kann man ja trotzdem zählen.

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