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Babenhausen

18.02.2020

Wieso Volksmusik gar nicht altmodisch ist

Unter Leitung von Christoph Lambertz und Evi Heigl von der Volksmusikberatungsstelle in Krumbach machte den jungen Leuten das Einüben des aus dem Zusamaltheim stammenden „Achtertanzes“ Spaß.
Bild: Claudia Bader

In der Jugendbildungsstätte Babenhausen lernen Jugendliche Lieder und Tänze kennen.

Beim Zuschauen wirken die Tanzschritte ganz einfach: Zuerst kommt eine „Kette“, dann ein „Damenkreis“ – und die gleiche Figur natürlich für die Burschen. Es folgt eine „große Mühle“. Beim Wechsel der einzelnen Schritte müssen die Paare, die im großen Saal der Jugendbildungsstätte in Babenhausen den aus Zusamaltheim stammenden „Achtertanz“ üben, rasch reagieren. Dabei sieht man den jungen Leuten an, dass die aufeinander abgestimmten Bewegungen, Drehungen und Formationen nicht nur Konzentration erfordern, sondern auch viel Spaß machen.

Motto des ersten Abends: "Überleben auf dem Tanzboden"

Unter dem Leitgedanken „Volksmusik für junge Leut’“ pflegten am Wochenende 24 Jugendliche im Alter von zwölf bis 26 Jahren nicht nur das gemeinsame Musizieren und Singen, sondern auch das Tanzen. Nachdem die Volksmusikberatungsstelle des Bezirks Schwaben dieses Seminar bisher in Violau bei Augsburg veranstaltet hatte, fand es heuer erstmals in Babenhausen statt. Ziel sei es, mit Instrumenten, der Stimme und den Füßen alte und neue Musik sowie Tänze zu entdecken, erklärte Christoph Lambertz von der Volksmusikberatungsstelle mit Sitz in Krumbach.

Der erste Abend stand unter dem Motto „Überleben auf dem Tanzboden“. In einem Intensivkurs verdeutlichte Referent Hansjörg Gehring die Verbindung von Musik und Bewegung. Unter seiner Regie brachten die Teilnehmer nicht nur schwungvolle Walzerschritte, sondern auch Landler, Polka und Zwiefache aufs Parkett.

Wieso Volksmusik gar nicht altmodisch ist

Da jeder Teilnehmer ein Instrument dabei hatte, nahm auch das Musizieren breiten Raum ein. Als „Schmankerl“ hatte Lambertz eine im Jahr 1883 im Raum Fischach bei Augsburg entstandene Notenhandschrift mitgebracht. Die jungen Leute brachten auf Violinen, Blech- und Holzblasinstrumenten sowie mit Gitarre und Akkordeon die Melodie zum Klingen. „Das ist richtig cool“, sagte der 13-jährige Clemens aus Ettenbeuren. Weil ihm seine ältere Schwester vorgeschwärmt hatte, wie spannend Volksmusik sein kann, ist er nach Babenhausen mitgekommen. „Sie hat nicht übertrieben. Es ist einfach super.“ Auch die zwölfjährige Felicitas und ihre gleichaltrige Freundin Johanna waren begeistert. „Volksmusik ist alles andere als langweilig“, haben sie erkannt. „Früher habe ich gedacht, das wäre nur etwas für alte Leute. Aber diese Lieder und Tänze machen auch uns viel Spaß“, sagte der 16-jährige Benedikt. „Vor allem bei Gruppentänzen kommt man prima in Kontakt miteinander“, stellte der 25-jährige Gerhard aus Dinkelscherben fest. Besonders schätze er auch die kameradschaftliche Atmosphäre bei diesen Treffen. „Nachdem ich einmal dabei war, habe ich mich immer wieder angemeldet“, erzählte Teilnehmerin Johanna: „Das ist einmal eine ganz andere Stilrichtung.“ Die 20-jährige Katharina, die derzeit in der Jugendbildungsstätte ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert, stimmte zu: „Volksmusik ist wieder voll in.“

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