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Roggenburg

16.01.2020

Wissen, wann der Bus tatsächlich kommt

Fahrgäste, die an der Haltestelle am Roggenburger Kloster auf den Bus warten, könnten bald genauer über Abfahrtszeiten informiert werden.

Flächendeckend sollen im Kreis Neu-Ulm moderne Informationssysteme installiert werden. Roggenburg meldet für fünf Haltestellen Interesse an.

Elektronische Tafeln, die an den Haltestellen in Echtzeit die Ankunft des nächsten Busses anzeigen, könnte es im Landkreis Neu-Ulm bald flächendeckend geben. Auch der Roggenburger Gemeinderat meldet nun Interesse an dem Vorhaben an, für das der Verkehrsverbund Ding einen gemeinsamen Antrag stellen will. Die Kommunen könnten dafür Zuschüsse erhalten.

Der Verkehrsverbund möchte den öffentlichen Nahverkehr mit dem modernen Informationssystem attraktiver machen. Die sogenannte dynamische Fahrgastinformation bezieht in Echtzeit Fahrtdaten aus Bussen oder Zügen und kann so nicht nur die geplanten Abfahrtzeiten darstellen, sondern berücksichtigt auch Abweichungen vom Fahrplan wie Verspätungen oder Ausfälle. Und: Die Anzeigen sollen nun nicht nur in größeren Städten, sondern auch auf dem Land installiert werden.

Trotz zu erwartender Fördermittel, so berichtete Roggenburgs Bürgermeister Mathias Stölzle am Dienstagabend in der Gemeinderatssitzung, koste die Errichtung der Anzeigen die Kommune 4000 Euro pro Tafel, dazu kommt noch Geld für den Betrieb. Die Kosten für Hard- und Software des Systems wiederum trägt der Landkreis. „Wann und wie das umgesetzt wird, ist aber noch Zukunftsmusik“, sagte Stölzle über die Pläne, noch sei nichts verbindlich.

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Einige Gemeinderäte äußern Bedenken

Der Bürgermeister sprach sich für eine Teilnahme Roggenburgs und seiner Ortsteile aus, um den Nahverkehr auch in der Kommune zu fördern. „Wir müssen umdenken und vom Individualverkehr wegkommen“, sagte er. Dazu sei es notwendig, rechtzeitig die Weichen zu stellen, auch wenn es Geld koste. Die Verwaltung schlug vor, an den meist frequentierten Haltestellen im Gemeindegebiet solche Tafeln für beide Fahrtrichtungen vorzusehen: beim Haltepunkt am Kloster, in der Wiesenbacher Straße in Ingstetten, an der Ascher Straße in Biberach, an der Nordholzer Straße in Meßhofen und an der Biberacher Straße in Schießen. Für Schleebuch und Unteregg ist keine Infotafel geplant.

Bei einigen Räten stieß die Idee auf Bedenken, und das nicht nur wegen der zu erwartenden Kosten. „Ich glaube nicht, dass deswegen jemand auf den Bus umsteigt“, sagte etwa Ernst Ederle. Das System nütze höchstens Ausflüglern und Touristen, die Ausgaben von 40.000 Euro wären womöglich „zum Fenster rausgeworfen“. Ähnlich sah es Joachim Graf: Wer mit dem Bus fahre, kenne die Abfahrtzeiten sowieso, und der ÖPNV werde durch solche Maßnahmen nicht belebt. „Wir sollten mitmachen, denn da wird sich was tun und hinterherhinken wird am Ende nicht billiger“, meinte hingegen Thomas Franke. Der öffentliche Nahverkehr müsse attraktiver werden, fand ebenso Bernd Kammerlander, dazu brauche es zeitgemäße Technik.

Am Ende stimmten bis auf einen alle Gemeinderäte der Absichtserklärung zu. Die notwendigen Ausgaben sollen im Haushaltsplan fürs Jahr 2021 berücksichtigt werden.

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