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Kettershausen

12.11.2019

Woher die Kettershauser künftig ihr Wasser bekommen sollen

Aus unserem Archiv: Blick auf den Hochbehälter des bestehenden Tiefbrunnens der Gemeinde Kettershausen.
Bild: Zita Schmid

Nach jahrelangem Hin und Her soll in der Gemeinde Kettershausen nun wohl ein zweiter Tiefbrunnen gebaut werden.

Es gibt neue Erkenntnisse zum Thema Wasserversorgung in Kettershausen. Damit muss bei dem Dauerthema wohl wieder umgedacht werden. Bürgermeisterin Susanne Schewetzky informierte kürzlich über ein Treffen, das Ende Oktober mit Fachbereichsleitern des Wasserwirtschaftsamts (WWA) Kempten, Vertretern der Gemeinde und des beauftragten Ingenieurbüro stattgefunden hatte.

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Das Büro Kling Consult hatte die Ergebnisse einer neuen Grundwassermessung vorgestellt, die nordwestlich und im Einzugsgebiet des bestehenden Tiefbrunnes stattfand. Bei der Bohrung sei man in rund acht Meter Tiefe auf Grundwasser gestoßen. Den Grundwasserstauer habe man in einer Tiefe von etwa 24 Meter angetroffen. Der Pumpversuch habe gezeigt, dass hier problemlos eine Grundwassermenge von mindestens 3,2 Liter pro Sekunde dauerhaft genommen werden könne. Das untersuchte Wasser entspreche den Anforderungen der Trinkwasserverordnung. Der Nitratgehalt sei mit rund 12 Milligramm pro Liter sehr niedrig und Pflanzenschutzmittel hätten nicht nachgewiesen werden können, so der Experte von Kling Consult.

Laut Schewetzky habe die Messung weiter gezeigt, dass der bestehende Tiefbrunnen zwei Schichten Tiefenwasser vermischt. Das wiederum sei heute gar nicht mehr genehmigungsfähig, erklärte die Bürgermeisterin. Da der Pumpversuch eine Grundwasserermächtigung von 16 Metern, eine hohe Ergiebigkeit und qualitativ einwandfreies Grundwasser ergeben hat, greifen nach Meinung des WWA die Grundsätze des Bayerischen Landesamts für Umwelt. Diese besagen, dass die Nutzung oberflächennaher Grundwasservorkommen stets anzustreben ist, soweit die natürliche Grundwasserbeschaffenheit dies zulasse. Sowie dass bei mäßiger Ergiebigkeit eine flächige Aufteilung auf mehrere Entnahmestellen grundwasserhaushaltlich sinnvoller ist als die Erschließung von tieferen Grundwasserstockwerken. „Die Empfehlung ist eigentlich ein Muss“, wertete Schewetzky die Sachlage nach den vorliegenden neuen Erkenntnissen und Vorgaben.

Woher die Kettershauser künftig ihr Wasser bekommen sollen

Kettershauser Räte diskutieren über Ausweisung eines größeren Wasserschutzgebietes

Wie der Meinungsaustausch unter den Gemeinderäten deutlich machte, wären aus Gründen der Versorgungssicherheit zwei Entnahmestellen notwendig. Der bisherige, wohl nicht genehmigungsfähigen Tiefbrunnen dürfte nur noch zur Notversorgung genutzt werden. Der neue Brunnen sei vermutlich maximal 40 Meter tief. Die Sanierungskosten für den bestehenden Tiefbrunnen könne man sich sparen. Auch seien flachere Bohrungen laut Schewetzky voraussichtlich billiger als tiefe Bohrungen.

Diskutiert wurde auch die vorgeschriebene Ausweisung eines größeren Wasserschutzgebietes und mögliche Ausgleichszahlungen an Grundstückseigentümer aufgrund eingeschränkter landwirtschaftlicher Nutzung. Einen Beschluss dazu haben die Gemeinderäte nicht gefasst.

Kurzer Rückblick: Im Januar 2017 hatte sich der Kettershauser Gemeinderat auf einen zweiten Tiefbrunnen festgelegt. Nachdem der Ausbau der Wasserversorgung die Gemeinde bis dahin sechs Jahre lang beschäftigt hatte und mehrere Alternativen eruiert wurden, sollte endlich eine Entscheidung gefällt werden. Ausschlaggebende Kriterien waren damals die Kosten und vor allem die Versorgungssicherheit, die der neue Brunnen gewährleisten sollte. Nach einer Unterschriftenaktion von Bürgern, die nach wie vor die Sanierung der Quellen in Bebenhausen befürworteten, wurde die Angelegenheit zur Überprüfung nochmal in Auftrag gegeben. Im März 2018 brachten die geologischen Untersuchungen des Ingenieurbüros Kling Consult die neue Erkenntnis, dass die Quellfassung Bebenhausen im Bereich eines großflächigen, historischen Rutschungsgebietes liege und eine Sanierung zu viele Risiken berge. Der Beschluss für einen zweiten Tiefbrunnen, der unweit des bestehenden Brunnens in nordwestlicher Richtung entstehen und für den bis zu 100 Meter tief gebohrt werde sollte, blieb damals erhalten.

Markus Kroneberg möchte Rathauschef in Kettershausen werden. Mehr dazu lesen Sie hier: Markus Koneberg möchte Rathauschef werden

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