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Illertissen

28.10.2020

Wohnen im Kleinen: In Illertissen sollen Small Houses entstehen

Drei Small Houses – vergleichsweise kleine Häuser – sollen am Tiefenbacher Weg in Illertissen gebaut werden.
Bild: Visualisierung: smart-living-illertissen

Plus Drei sogenannte Small Houses sollen in Illertissen entstehen. Die Bauherrin schildert die Hintergründe des Bauprojekts.

Ein Gästezimmer muss sein, immerhin sind einmal im Jahr die Müllers aus dem Urlaub zu Besuch; auch ein Hobbyraum wäre was, oder ein eigenes Bad für den Nachwuchs: Ihr Traumhaus definieren immer noch viele über dessen Größe. Die Einstellung gegenüber den eigenen vier Wänden ändert sich allerdings gerade. Einerseits angesichts steigender Kosten. Andererseits wünscht sich mancher mehr Fokus auf das Wesentliche. Hier kommt ein Bauvorhaben ins Spiel, das am Ortsrand von Illertissen umgesetzt wird.

Am Tiefenbacher Weg sollen drei sogenannte Small Houses entstehen – vergleichsweise kleine Häuser in Holzständerbauweise, mit etwa 95 Quadratmetern Wohnfläche plus Terrasse und Garten. Bauherrin ist Angelika Sigel, eine ehemalige Illertisserin. Mit ihren Geschwistern erbte sie ein elterliches Grundstück mit Obstgarten. Ihren Teilbereich möchte sie nun bebauen, das Vorhaben aber überschaubar halten. Planung und Entwurf übernahm ihr Mann, Hans Friedel, der als angestellter Architekt arbeitet. „Erst haben wir an Tiny Houses gedacht“, erzählt Sigel. „Die sind aber ein bisschen arg klein. Das muss ja auch praktikabel sein.“ So entstand die Idee der etwas geräumigeren Small Houses, bei denen sich die Flächenversiegelung trotzdem noch in Grenzen hält. Sie sollen frei stehend und versetzt angeordnet sein, sodass sich die künftigen Bewohner nicht auf die Pelle rücken. „Meinem Mann war es wichtig, dass das eine luftige Bebauung bleibt. Wir wollten keinen Klotz hinstellen“, sagt Sigel.

Bauherrin: „Wir bekommen das Echo: Das Konzept find' ich klasse“

Geplant ist es, zwei der drei Häuser zu verkaufen und eines zu vermieten. Das Interesse ist offenbar groß. „Wir bekommen das Echo: Das Konzept find ich klasse“, berichtet Angelika Sigel. Einige Interessenten hätten erzählt, dass sie reduzierter leben möchten, ohne bei der Wohnqualität Kompromisse eingehen zu müssen. Und auch ökologische Gesichtspunkte spielen eine Rolle. „Gedacht sind die Häuser für Singles, Paare oder Familien, deren Kinder schon aus dem Haus sind und die sich wieder verkleinern wollen“, so die Bauherrin. Die Small Houses sollen eine Alternative zum Standard-Einfamilienhaus und zur klassischen Drei-Zimmer-Eigentumswohnung sein.

Aus eigener Erfahrung heraus geboren sei das Bauprojekt, das mit „Smart Living Illertissen“ betitelt ist, nicht: „Wir wohnen selbst in einem Reihenhaus“, sagt Sigel. Deshalb haben sie sich erst einmal mit dieser kompakten Wohnform befassen müssen, etwa in Bezug auf die Raumaufteilung und Lichtführung. Die Planung sei nun schon rund ein Jahr im Gange. Mit einer Holzbaufirma aus Kettershausen habe sie einen Partner gefunden. In der Werkshalle des Unterallgäuer Unternehmens werden auch die nächsten Schritte getan: Die Holzelemente werden dort vorgefertigt, ehe die Endmontage vor Ort erfolgen wird. Das erste Haus soll Anfang 2021 aufgestellt werden.

Auch Tiny-House-Anfragen in Illertissen

Noch eine Ecke kleiner sind Tiny Houses. Eine offizielle Definition gibt es zwar nicht, meist sind aber zwischen zehn und 55 Quadratmeter umfassende, manchmal mobile Häuser gemeint. Auch in der Region haben sich Menschen für diese minimalistische Wohnform entschieden. Florian Schilling von der Illertisser Stadtverwaltung berichtet von Anfragen. Allerdings würden die Voraussetzungen für ein solches platzsparendes Bauen, wozu grundsätzlich auch Kommunen angehalten seien, oftmals unterschätzt: Auch bei einem stationären Tiny House müsse man sich um Grundstück, Erschließung & Co. kümmern. Eine Kostenfrage, wenngleich nicht so umfangreich wie bei einem Einfamilienhaus.

Zoff hatte es 2019 um ein geplantes Tiny House in Attenhofen gegeben. Wie berichtet, störten sich Nachbarn in erster Linie an der Dachform. Sie wollten das Minihaus nur mit Satteldach akzeptieren, wie im Bebauungsplan vorgeschrieben. Denn auch sie hatten als Bauherren strenge Vorgaben zu beachten. Auch das Landratsamt Neu-Ulm wollte ein Pultdach nicht genehmigen und legte den Bauherren nahe, die Pläne zu ändern. Schließlich zog das Paar den Bauantrag zurück.

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