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Illertissen

10.07.2019

Wuchernde Gefahr: Diese Pflanzen können gefährlich sein

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Das Jakobskreuzkraut kann die Leber schädigen.

Herkulesstaude, Jakobskreuzkraut und Ambrosia wachsen auch in der Region. Sie können Verletzungen verursachen.

So schön Grün: Für viele Menschen ist die Natur ein Ort der Erholung. Doch die Idylle kann trügen. Auch in der heimischen Pflanzenwelt lauern manche Gefahren. So können Herkulesstaude, Jakobskreuzkraut und Ambrosia bei Hautkontakt heftige Allergien und sogar Verletzungen auslösen. Panik sei zwar nicht angebracht, sagt Pflanzenexperte Dieter Gaißmayer von der Staudengärtnerei in Illertissen. Trotzdem rät er zu Achtsamkeit: Im Zweifelsfall sollte man genau hinschauen, was da wuchert. Naturliebe sei bei den betreffenden Pflanzen fehl am Platz.

Bärenklau kann schmerzhafte Blasen verursachen

Momentan werde viel über die Herkulesstaude (auch Riesen-Bärenklau) gesprochen, sagt Gaißmayer. Aus gutem Grund: Die Pflanze bilde fototoxische Substanzen. Die können in Kombination mit Sonnenlicht auf der Haut zu schmerzhaften Blasen führen. Tückisch ist aus Sicht von Gaißmayer, dass der Kontakt mit dem Bärenklau mitunter nicht sofort auffällt. „Eine Brennnessel brennt, das merkt man, bei der Herkulesstaude ist das anders.“ Wer eine solche Verletzung erleidet, sollte sie mit Wasser waschen und eine fetthaltige Creme auftragen, rät Gaißmayer. Und bei Bedarf zu einem Arzt gehen.

Die Herkulesstaude wurde einst aus dem Kaukasus eingeschleppt, gedeiht hierzulande gut und könnte sich unbehelligt rasant ausbreiten. Sie wird bis zu zweieinhalb Meter hoch, verdrängt andere Pflanzen und gibt selbst viele Samen ab. Dazu gilt die Herkulesstaude als hartnäckig. Noch fünf bis sieben Jahre nach der ersten Blüte können Nachkömmlinge sprießen, weiß Gaißmayer. Früher sei die Pflanze als Bienennahrung kultiviert worden, doch inzwischen sei man davon abgekommen. Es gebe ungefährliche Alternativen, sagt Gaißmayer. Und warnt: „Die Pflanze darf man nicht unterschätzen.“ Sie wächst hier und da in der Region: Kürzlich hat unser Leser Günter Feiner ein Exemplar in der Nähe von Illertissen fotografiert, in einem nicht zugänglichen Gelände, wie er betont.

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Jakobskreuzkraut kann die Leber schädigen

Eine „schlimme Pflanze“ sei darüber hinaus das Jakobskreuzkraut, sagt Gaißmayer: Sie enthält den Stoff Pyrrolizidin, der sich in der Leber anreichern und das Organ schädigen kann. Ein Problem: Fressen Kühe das Jakobskreuzkraut, geben sie die gefährliche Substanz in die Milch ab. Gaißmayer weiß von einem Fall im Allgäu – ein Milchbauer musste auf einem Hektar Land tausende Pflanzen entfernen lassen. Das Kreuzkraut mit seinen gelben Blüten breite sich schnell aus, vor allem an Straßenrändern: Die Samen der Pflanze würden von Autos und Mähtrupps „mitgenommen“. Gaißmayer hält ein Eingreifen für angebracht: „Das ist ein Teufelszeug.“

Würden entdeckte Pflanzen frühzeitig ausgegraben, seien später groß angelegte Offensiven unnötig. Solche, wie sie Jahr für Jahr vom Freistaat Bayern gegen das allergieauslösende Ambrosia ergriffen werden. Gaißmayer: „Das kostet viele Millionen Euro.“

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