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Kellmünz

26.11.2020

Wünsche, Ideen, Kritik: Was die Kellmünzer über ihren Ort sagen

Mit Rollator bereiten die Kieswege im Kellmünzer Friedhof Schwierigkeiten. Auch dieses Thema kam bei der Bürgerbefragung auf.
Foto: Zita Schmid

Plus Besonders die älteren Einwohner haben klare Vorstellungen, was sich in Kellmünz verändern muss. Das hat eine Bürgerbefragung in der Gemeinde ergeben.

Das Ergebnis bestätigt und fordert zugleich: 82 Prozent der Befragten würden ihren Lebensabend gerne in Kellmünz verbringen. Diese Zahl geht aus einer Bürgerbefragung hervor, die in der Marktgemeinde im Rahmen des Projekts „Marktplatz der Generationen“ stattfand. Darüber hinaus hatten viele konkrete Vorstellungen, was sich im Ort verändern soll.

Was sich für ältere Menschen in Kellmünz ändern muss

Wie berichtet, wurde Kellmünz zusammen mit Osterberg und Oberroth hier für die Teilnahme ausgewählt. Für die Gemeinden bedeutet dieses zweijährige Betreuungsprojekt, das vom Bayerischen Ministerium für Familie, Arbeit und Soziales initiiert wurde, eine Chance die Herausforderungen des demografischen Wandels anzugehen. „Mit diesem Fragebogen wollten wir erfahren, wie aus Sicht der Befragten unsere Gemeinde dahingehend gestaltet werden kann (und muss), dass insbesondere die ältere Generation möglichst lange, selbstständig und selbstbestimmt im Ort leben kann“, erklärt Gerd Kunze.

Zusammen mit Monika Kling, Norbert Zucktriegel, Alfred Grimm, Sabine Schwarz, Georg Bürzle und Rosi Kiechle gehört er zum Arbeitskreis „Marktplatz der Generationen“. Dieser traf sich Anfang Juli zum ersten Mal, um den Fragebogen auszuarbeiten. Die anonyme Befragung richtete sich insbesondere an die älteren Mitbürger, zu deren aktueller Situation, Bedürfnisse und Anregungen. Von Mitte Juli bis Ende August konnten die Bögen ausgefüllt und abgegeben werden.

Hier wichtige Punkte aus dem Ergebnis der Befragung der Kellmünzer:

Insgesamt sind 102 Fragebögen von Altersgruppen bis über 90 Jahren beantwortet worden und eingegangen. Die Gruppe der 60- bis 70-Jährigen waren dabei am meisten vertreten. Von den Teilnehmern leben gut ein Drittel allein. Die größten Probleme zu Hause bereiten ihnen Treppen, Badewanne oder Türbreiten. Die Hälfte kann sich später einmal etwa ein betreutes oder gemeinschaftliches Wohnen von Senioren oder in Gemeinschaft mit Jung und Alt vorstellen.

Die Mehrheit der Teilnehmer ist noch gut zu Fuß, viele noch selbst mobil. Da dies mit zunehmendem Alter abnimmt, wünschen sich aktuell 30 Prozent einen Fahrdienst. Was die Barrierefreiheit im öffentlichen Raum anbelangt, so wird beispielsweise das Parken auf, sowie Bewuchs an Gehwegen bemängelt. Schwierigkeiten mit dem Rollator gibt es mit Treppen, Bordsteinen und auch bestimmten Bodenbelägen, wie etwa dem Kiesweg im Friedhof. Die Versorgung im Dorf wird vorwiegend als ausreichend angesehen. Vermisst werden aber eine Apotheke, Bank und Drogerie.

Die meisten Menschen fühlen sich in Kellmünz gut eingebunden

Fast dreiviertel der Personen kommen aktuell mit den Dingen des täglichen Lebens noch gut zurecht. Hilfen werden etwa bei Garten- und Winterdiensten, beim Umgang mit Behörden, PC und Handy benötigt. Die Meisten fühlen sich im Ort gut eingebunden und kennen das Angebot für Senioren. Darüber hinaus gewünscht werden etwa gemeinsame Konzert- und Theaterbesuche oder auch Bildungsangebote.

Dem anonymen Fragebogen war ein Beiblatt für organisierte Nachbarschaftshilfe angehängt. 17 Personen trugen sich hier namentlich ein, die sich engagieren möchten. Laut Kunze betreffen die angebotenen Hilfen die bereits im anonymen Fragebogen aufgeführten Bereiche wie Fahrdienste, Haushaltshilfe oder auch zum Umgang mit Handy und PC. „Besonders wichtig ist meines Erachtens nun, diese Hilfen zu organisieren“, erklärt Kunze einen der nächsten Schritte.

Generell sieht der Arbeitskreis sich durch die Umfrage in seinem Einsatz bestätigt. Den über 80 Prozent, die ihren Lebensabend in Kellmünz verbringen wollen, soll dies auch ermöglicht werden, so ihre Intention.

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