„SB-Lädle“: Erhält Illerberg einen Dorfladen samt Kaffee-Ecke?
Vöhringen
„SB-Lädle“ als neuer Treffpunkt: Bekommt Illerberg einen Dorfladen samt Kaffee-Ecke?
Ein möglicher Standort für einen Illerberger Dorfladen ist längst ausgespäht, geöffnet hätte er täglich von 5 bis 23 Uhr. Warum der Betreiber noch zögert.
Um aus dem leer stehenden Bankgebäude in Illerberg ein SB-Lädle zu machen, müsste der mögliche Betreiber Stefan Schrapp bis zu 200.000 Euro investieren.Foto: Thomas Vogel (Archivbild)
Im Vöhringer Haupt- und Umweltausschuss bestand am Montag große Einigkeit: Ein Dorfladen in Illerberg-Thal wäre eine „feine Geschichte“, erklärte Bürgermeister Michael Neher, würde „Lebensqualität“ bringen, befand Angelika Böck (CSU). Eine „positive Geschichte“ erzählen, erkannte Christian Lepple (Grüne). Zustimmung auch vonseiten der SPD, wenngleich Fraktionschef Volker Barth sich mehr „Euphorie“ im Vortrag von Stefan Schrapp gewünscht hätte, dem möglichen Betreiber und auch Investor.
Doch mit bewegenden Worten hat er es eher nicht, sehr viel, aber mit der Analyse nüchterner Zahlen und der Kosten-Nutzen-Rechnung. Und diese seien nun einmal so, „dass sie derzeit außerhalb meines Rahmens“ liegen, erklärte Schrapp dem Gremium. Bis zu 200.000 Euro müsse er in den Umbau der früheren Raiffeisen-Filiale in der Oberen Hauptstraße investieren, so seine überschlägige Schätzung.
Mögliches „SB-Lädle“ in Illerberg soll kleiner Treffpunkt werden
Für Klimaanlage, neue Elektroinstallation, neuen Boden, die Einrichtung, das Alarm-, Überwachungs- und Kassensystems. Und für die „Kaffee- und Plauderecke“, die er gerne an dieser Stelle erstmals in einem seiner „SB-Lädle“ einrichten wolle. Er sähe es gerne, wenn sich der Laden zum kleinen Treffpunkt entwickeln würde, fügte er hinzu.
Die damit erzielbaren Umsätze wüchsen nicht in den Himmel: „Millionär werde ich dadurch nicht“, bemerkte der Händler. Sein Problem sei, dass das Illerberger Projekt das bislang kostspieligste in seinem Mini-Imperium sein würde. Er setze daher auf Zuschüsse: Zum einen auf eine Förderung über das Amt für ländliche Entwicklung, zum anderen durch die Stadt. In seinem dem Ausschuss vorgelegten Konzeptpapier nannte Schrapp für den städtischen Part die konkrete Wunsch-Summe von 25.000 Euro.
Dorfladen in Illerberg hätte von 5 Uhr bis 23 Uhr geöffnet
Da war es im Ausschuss vorbei mit dem Überschwang. „Das wäre eine indirekte Wirtschaftsförderung und daher nicht erlaubt“, trat Böck nun auf die Bremse. Der Bäcker und der Metzger, die am Ort – mit allerdings eingeschränkten Verkaufszeiten – noch Verkaufsstellen betrieben, könnten dann ebenso Begehrlichkeiten anmelden, begründete sie ihren Einwand.
Außerdem gebe es da noch die Vereinsförderrichtlinien. Zuschüsse für Investitionen seien darin auf maximal zehn Prozent der förderfähigen Kosten gedeckelt. Schrapp wiederum verwies auf das Beispiel Illertissen und den von der Stadt gewährten Mietzuschuss fürs Auer SB-Lädle. Es gebe also durchaus Möglichkeiten, einem Nahversorger unter die Arme zu greifen.
Der Bürgermeister blieb im Vagen und beließ es mit dem Hinweis auf vorhandene Förderprogramme, die man „nun prüfen“ wolle. Ein weiteres Okay erteilte der Ausschuss den avisierten Öffnungszeiten – von fünf Uhr in der Früh bis 23 Uhr in der Nacht und an sieben Tagen, so sieht es Schrapps Geschäftsplan vor. Denn nur bei solchen Zeiten ließe sich die Rentabilitätsschwelle überschreiten.
Dass er weiter expandieren möchte, daran ließ Schrapp keine Zweifel aufkommen. Ob in Illerberg-Thal, das ließ er allerdings noch offen. Es bestünde derzeit „eine enorme Nachfrage“ nach solchen SB-Läden, „denn viele Betreiber hören in nächster Zeit auf“.
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