Interview

25.07.2019

Die Talente von Florian Krebs

Florian Krebs trägt beim SSV Ulm 1846 Fußball die Kapitänsbinde. Über diese Rolle lässt er sich lieber definieren als über seine zweite Begabung als Stimmenimitator.
Bild: Horst Hörger

Der Kapitän des SSV Ulm 1846 Fußball spricht über den Start in die neue Saison, die Mannschaft der Spatzen und seine ungewöhnliche Begabung als Stimmenimitator

Der SSV Ulm 1846 Fußball hat eine tolle Saison-Vorbereitung hinter sich und unter anderem die Drittligisten Unterhaching und Waldhof Mannheim geschlagen. Wie bewerten Sie als Kapitän diese Ergebnisse, Herr Krebs?

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Eine allzu große Aussagekraft haben Ergebnisse in der Vorbereitung nach meinen Erfahrungen nicht. Da treffen teilweise Mannschaften aufeinander, die auf einem unterschiedlichen Stand sind und es wird eine Menge ausprobiert. Ich habe es schon erlebt, dass auf eine tolle Vorbereitung eine schlechte Saison folgte und umgekehrt habe ich es auch schon erlebt. Aber man kann sich in so einer Vorbereitung natürlich ein gutes Gefühl holen und das haben wir auf alle Fälle geschafft. Wir gehen mit viel Selbstvertrauen in das Spiel in Offenbach am kommenden Montag.

Ist die Ulmer Mannschaft besser als in der vergangenen Saison?

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Ich habe den Eindruck, dass wir uns in der Breite verstärkt haben und dass wir an Qualität dazu gewonnen haben. Aber für ein abschließendes Urteil ist es noch zu früh. Das kann man vielleicht nach den ersten Spielen gegen starke Gegner wie Offenbach, Elversberg und Heidenheim treffen.

Ist Offenbach eine der Mannschaften, die Sie am Ende vorne erwarten?

Ich erwarte die Mannschaften vorne, die auch letzte Saison vorne waren: Saarbrücken, Offenbach, Elversberg, Homburg und vielleicht Steinbach. Diese Vereine dürften auch vom Etat her führend sein in der Regionalliga Südwest.

Haben Sie bei dieser Aufzählung Ulm vergessen?

Ich bin nicht der Typ, der sich weit aus dem Fenster lehnt und hohe Ziele formuliert. Wir Ulmer haben in den vergangenen Jahren sicher aufgeholt. Aber es gibt eben ein paar Vereine, die uns finanziell und auch in anderen Bereichen noch ein Stück weit voraus sind. Das muss man einfach anerkennen. Wir wissen trotzdem, dass auch wir eine gute Mannschaft haben. Mehr als Platz sechs in der vergangenen Saison sollte möglich sein und wenn es optimal läuft, dann ist vielleicht auch eine Überraschung möglich.

Kommen wir zu Ihrer zweiten Begabung neben dem Fußball. Sie haben ja schon mehrfach auch öffentlich als Stimmenimitator geglänzt, zuletzt bei der Auslosung der Spiele im DFB-Pokal. Haben Sie sich das selbst beigebracht oder wurde Ihr Talent irgendwann entdeckt?

Das war eigentlich unspektakulär. Als ich etwa zwölf oder 13 Jahre alt war, da habe ich Oliver Pocher und Matze Knop im Fernsehen gesehen. Dann habe ich das selbst ausprobiert und es hat funktioniert. In einem Trainingslager vor zwei Jahren habe ich in einem Online-Tagebuch den Franz Beckenbauer nachgemacht und seitdem kennt man mich im Fußball als Imitator. Aber ich übe oder trainiere das nicht eigens.

Wen haben Sie denn neben Beckenbauer noch drauf?

Ich kann auch Oliver Kahn und Reiner Calmund ganz gut nachmachen. Dieter Bohlen habe ich auch schon versucht.

Könnte das eine Zweitkarriere neben oder nach dem Fußball werden?

Ganz sicher nicht. Mir wäre es sogar angenehm, wenn der Hype um den Stimmenimitator Florian Krebs nachlässt. Ich mache das auch weiterhin gerne im privaten Rahmen und im Freundeskreis, aber nicht mehr so gerne öffentlich. Ich bin Fußballspieler und Kapitän meiner Mannschaft und ich möchte am liebsten darüber definiert werden. Interview: Pit Meier

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