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Fußball

29.01.2020

Ja zur Ausgliederung

Mit einer klaren Mehrheit von rund 96 Prozent haben die Spatzenmitglieder für eine Satzungsänderung und der damit verbundenen Ausgliederung der Ulmer Profi-Abteilung gestimmt.
Foto: Alexander Kaya

Das Ziel 3. Liga ist etwas konkreter geworden: Die Spatzen gliedern ihre Profimannschaft aus. Trotz der breiten Zustimmung gibt es auch kritische Fragen

Mitgliederversammlungen der Ulmer Spatzen beginnen jedes Jahr um 18.46 Uhr – passend zum Gründungsjahr des Hauptvereins. So war es auch am Montag im Ulmer Kornhaus, in Sachen Relevanz war die diesjährige Versammlung aber ungleich wichtiger als manch andere vergangene Sitzung. Mit 223 Stimmen votierten die anwesenden Vereinsmitglieder für die Ausgliederung der Profi-Abteilung des SSV Ulm 1846 Fußball. Nur zehn Mitglieder stimmten dagegen, das ergab eine Zustimmung von rund 96 Prozent für die Pläne des Vorstands, den Klub so eines Tages in die 3. Liga führen zu können.

„Mir fällt ein Stein vom Herzen“, sagte Finanzvorstand Thomas Oelmayer nach der Entscheidung. Dass es zum Ja der Satzungsänderung und somit zur Ausgliederung in eine Kommanditgesellschaft (KGaA) kommen würde, galt zwar so gut wie sicher, die drei Spatzen-Vorsitzenden können sich nun aber der breiten Unterstützung der Vereinsmitglieder gewiss sein. Der Vorstand wird nun den Gang zum Notar antreten, um die Ausgliederung so schnell wie möglich über die Bühne zu bringen. Sie soll rückwirkend für den 30. Juni 2019 gelten. „Das heißt aber nicht, dass wir ab sofort im Geld schwimmen“, sagte Gugelfuß. Erst müssen Interessenten gefunden werden, die bereit sind, Aktien der Kommanditgesellschaft zu übernehmen. Es gebe „aussichtsreiche Gespräche“, sagte der Finanzvorstand Alexander Schöllhorn.

Von diesen Gesprächen wird es abhängen, wie die sportliche Zukunft der Spatzen aussehen wird. „Unser Ziel ist natürlich nicht die vierte Liga“, sagte Oelmayer. „Wir wollen weiterkommen und das hat immer auch mit Geld und den passenden Strukturen zu tun.“ Einen Etat von 5,5 Millionen Euro bräuchten die Spatzen, um in der 3. Liga mitspielen zu können. Der aktuelle Etat liegt mit rund 3,4 Millionen also noch ein gutes Stück darunter (das erste Ziel ist es, die fehlenden 2,1 Millionen durch Aktien reinzuholen). Zudem ist er mit feiner Nadel gestrickt. Durch die beiden DFB-Pokalspiele im Jahr 2018 gab es für die Spatzen am Ende des Geschäftsjahres 18/19 einen Überschuss von etwas über 30000 Euro – recht wenig für ein so außerordentliches Jahr. Bei gleichbleibendem Etat, aber nur einem Spiel im Pokal könnte das Geschäftsjahr 19/20 mit einem Minus enden. Das wäre aber Sache der neu gegründeten KGaA und nicht mehr des Vereins. Diese Sicherheit ist ein wichtiger Faktor der Ausgliederung.

Trotzdem war unter den Mitgliedern eine Restskepsis zu spüren, die sich in kritischen Fragen äußerte. Die drehten sich vor allem darum, welchen Einfluss Aktionäre auf den Verein haben könnten. Beispiele wie die des TSV 1860 München, der von seinem Investor beherrscht wird, verpassen manchem Ulmer ein mulmiges Gefühl im Magen. So weit werde es aber nicht kommen, versicherte Alexander Schöllhorn. Zum einen hätten die Münchner den Fehler gemacht, den Investor zum Präsidenten zu ernennen, zum anderen kontrolliert eine neu gegründete GmbH die Geschicke der Ulmer KGaA. Vor allem regionale Investoren wollen die Vorstandsmitglieder (die auch die GmbH führen werden) dafür finden. Den „Ulmer Weg“ haben sie den Plan getauft.

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