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Basketball

19.06.2020

Ratiopharm Ulm streckt sich Richtung Halbfinale

Mit dem deutlichen Sieg gegen Frankfurt hat Ratiopharm Ulm das Ticket für das Halbfinale praktisch schon gelöst.
Bild: Tilo Wiedensohler/camera4/BBL/Pool/dpa

Die Ulmer überzeugen in Spiel eins gegen Frankfurt deutlich. Freitagabend können sie in die nächste Runde des Finalturniers einziehen

Welch ein Sieg der Basketballer von Ratiopharm Ulm beim Endturnier um die deutsche (Corona-)Meisterschaft am Mittwoch im Münchner Audi-Dome. Das Team von Trainer Jaka Lakovic fegte die Fraport Skyliners aus Frankfurt im ersten Viertelfinalspiel mit 101:61 aus der Halle und hat so vor dem Rückspiel am heutigen Freitagabend (20.30 Uhr, live auf Magenta Sport und Sport 1) einen normalerweise uneinholbaren Vorsprung. Zumal sich die Ulmer bei diesem Turnier in Topform befinden und bisher alle fünf Spiele sicher gewonnen haben. Zu Beginn auch gegen den ursprünglichen hohen Favoriten, Gastgeber Bayern München. Der amtierende deutsche Meister läuft nun sogar Gefahr, im Viertelfinale zu scheitern, nachdem er gegen Ludwigsburg mit 83:87 verlor und die dritte Schlappe in der Endrunde kassierte. Wenn die Bayern das Ding nicht noch drehen, sind die Ludwigsburger Ulms Gegner im Halbfinale.

Auch wenn Spiel zwei gegen Frankfurt für die Ulmer eigentlich nur eine Pflichtaufgabe ist, wollen sie die mit Ernst anpacken. So sagte Archie Goodwin bei der gestrigen Video-Pressekonferenz mit ernstem Gesicht: „Wir sind psychisch und physisch sehr stark und spielen eine gute Verteidigung. Das wollen wir auch am Freitag zeigen. Wir müssen weiter hart spielen.“ Kapitän Per Günther fand deutliche Worte: „Die Intensität in unserem Spiel muss erhalten bleiben. Wir werden am Freitag nicht durch die Gegend joggen.“

An Goodwin hatten sich bisher etwas die Geister geschieden, weil er in seinen ersten Spielen für Ulm oft eigensinnig war und dumme Fehler machte. Das hat sich in der Endrunde geändert. Vor allem gegen Frankfurt zeigte er selbst sehr gut, was ihm auch an seiner Mannschaft gefällt: „Wir funktionieren als Team sehr gut.“ Was Beobachter der Begegnung am Mittwoch gesehen haben, belegt auch die Statistik. Die von Goodwin und die des Teams insgesamt. Der Amerikaner erzielte selbst 14 Punkte, ließ aber auch seine Nebenleute nicht verkommen: Mit sechs Assists war er bester Passgeber seines Teams und des gesamten Spiels. Er bekannte am Donnerstag auch, dass ihm dies sehr bedeutend ist: „Sicher will ich auch mit eigenen Punkten helfen, aber gute Ballbehandlung und gute Pässe sind auch sehr wichtig.“ Bei der Ballbehandlung hat er mitunter im Übereifer noch Schwächen, aber auch daran arbeitet der athletische Spieler offenbar mit großem Eifer. Insgesamt verzeichneten die Ulmer 22 Assists (Frankfurt 13), was ein richtig guter Wert ist.

So hervorragend wie momentan hat das Team von Jaka Lakovic in der regulären Bundesligarunde vor dem coronabedingten Abbruch längst nicht gespielt – trotz des talentierten Spielmachers Kilian Hayes, der nun nicht mehr dabei ist. Auch wenn Tyler Harvey am Mittwoch etwas schwächer auftrat als zuvor, ließ er im Wechselspiel mit Per Günther (zweitbester Korbschütze mit 15 Punkten) Hayes erneut vergessen. Außerdem überzeugte Gavin Schilling mit 13 Punkten und acht Rebounds. Ausgezeichnet auch, wie Lakovic seine jungen Leute Christoph Philipps, Moritz Krimmer und Nicolas Bretzel mehr und mehr ins Spiel einbindet. Auch sie hatten Anteil daran, dass Ulm mit dem 101:61 einen seiner höchsten Siege in der Bundesliga überhaupt, wenn nicht den höchsten, verbuchte. Dass dies im zweiten Spiel gegen die Skyliners noch getoppt wird, ist nicht anzunehmen, schließlich geht es am Sonntag schon mit dem Halbfinale weiter. Da dürfte trotz allem bei gutem Verlauf die Handbremse doch etwas angezogen werden.

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