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FV Weißenhorn

22.05.2019

Wenn plötzlich vier oder fünf Tore fehlen

Überaus ärgerlich für den Weißenhorner Trainer Reinhold Steinbrecher. Es bleibt beim 4:0 gegen Ataspor.
Bild: Horst Hörger

Es bleibt beim 4:0 gegen Ataspor. Für die Teilnahme an der Relegation sollte das aber reichen

Am Samstagnachmittag wird im Sportheim des FV Weißenhorn Bundesliga geschaut und über Amateurfußball gefachsimpelt. Am letzten Spieltag waren noch ein paar Experten mehr da als sonst und das Gegrummel war deutlich vernehmbar: „Da klaut man uns vier oder fünf Tore ...“ Gegenstand der Diskussionen war das Spiel gegen Ataspor Neu-Ulm eine knappe Woche zuvor, bei dem die Gäste beim Stand von 4:0 für Weißenhorn nach 43 Minuten den Platz verlassen hatten.

Dazu muss man dreierlei wissen. Erstens: Ataspor ist der Prügelknabe der Kreisliga B Iller. Ein einziger Sieg in 21 Spielen, insgesamt 98 Gegentore, gegen den SV Pfaffenhofen wurde es beim 0:10 sogar zweistellig. Zweitens: Wenn eine Mannschaft den Platz verlässt, dann wird eine Partie nach den Bestimmungen mit dem Ergebnis zum Zeitpunkt des Abbruchs gewertet. Also in diesem Fall mit 4:0 für Weißenhorn, zusätzlich hat das Sportgericht inzwischen noch eine Geldstrafe von 100 Euro gegen Ataspor verhängt und den Spielern und Funktionären der Gäste gravierendes Fehlverhalten vorgeworfen. Der Bezirksvorsitzende Manfred Merkle verteidigt diese Bestimmung: „Irgendeine Regelung muss es schließlich geben. Wir können so ein Spiel ja nicht mit 12:0 oder 15:0 werten.“ Drittens: Der FV Weißenhorn und die SG Vöhringen/Illerzell liefern sich in der Kreisliga B Iller einen Zweikampf um Platz zwei, der zur Teilnahme an der Aufstiegsrelegation berechtigt. Durchaus vorstellbar, dass am Ende das Torverhältnis entscheidet. Ein durchaus mögliches, wenn nicht sogar wahrscheinliches 8:0 oder 9:0 gegen Ataspor ist dann natürlich viel wertvoller als ein 4:0 am grünen Tisch.

Aus dem Gegrummel im Sportheim wäre helle Empörung geworden, hätten dem FV Weißenhorn am Ende zwei oder drei Tore zu Platz zwei gefehlt. Am vergangenen Sonntag nahmen aber die Spieler sportlich ein bisschen an Brisanz aus dem Thema und ersparten damit vermutlich den Verantwortlichen im Fußballbezirk eine unangenehme Diskussion über Sinn und Zweck ihrer Bestimmungen. Der FV Weißenhorn gewann beim RSV Wullenstetten mit 6:0, Konkurrent SG Vöhringen/Illerzell patzte mit 0:1 beim FV Schnürpflingen. Beide Mannschaften sind damit punktgleich, aber Weißenhorn hat noch ein Spiel mehr auszutragen und jetzt die um 15 Treffer bessere Tordifferenz. Das Ergebnis gegen Ataspor wird somit wahrscheinlich im Kampf um die Teilnahme an der Aufstiegs-Relegation keine Rolle spielen. (pim)

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