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Basketball I

04.07.2020

Zwei Spieler machen vorzeitig den Abflug

Grant Jerrett war unter anderem für seine spektakulären Dunkings bekannt. Die werden die Ulmer Fans wahrscheinlich nicht mehr sehen.
Bild: Horst Hörger

Ulm muss sparen und löst deswegen die Verträge mit Willis und Jerrett auf. Andere Arbeitspapiere laufen sowieso aus

Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die Fans des Basketball-Bundesligisten Ratiopharm Ulm in der kommenden Saison – wieder einmal – eine so gut wie komplett neue Mannschaft zu sehen bekommen. Wegen der Corona-Krise und deren wirtschaftlichen Unwägbarkeiten wurden bereits die eigentlich noch laufenden Verträge mit Grant Jerrett und Derek Willis aufgelöst. Ohnehin ausgelaufen sind die Arbeitspapiere von Tyler Harvey, Archie Goodwin, Thomas Klepeisz, Per Günther, Gavin Schilling, Max Ugrai und Seth Hinrichs. Christoph Philipps bleibt definitiv, offen ist noch die Zukunft von Patrick Heckmann, Dylan Osetkowski und Andreas Obst.

Auch wenn das nicht zwingend heißen muss, dass es kein Wiedersehen mit einem der nunmehr vertragslosen Spieler geben wird – die Chance darauf ist mit Sicherheit deutlich kleiner geworden, obwohl weitere Gespräche mit Willis, Jerrett und den anderen Profis geführt werden. In einer Pressemitteilung verweist Ratiopharm Ulm auf die vielen Unklarheiten vor der neuen Saison. Auch sechs Monate nach Ausbruch der Corona-Pandemie ist schließlich nicht klar, ob und in welchem Umfang künftig Großveranstaltungen möglich sind und damit Zuschauer zu Spielen der Basketball-Bundesliga zugelassen sein werden. Die Zuschauereinnahmen und der Erlös aus dem Verkauf von Speisen und Getränken machen in Ulm rund ein Drittel des Etats aus. Der Verein sieht sich deswegen zu massiven Sparmaßnahmen gezwungen. „Wir können nur ausgeben, was wir haben“, sagt Geschäftsführer Andreas Oettel.

Die Auflösung der Verträge war eine dieser Maßnahmen. „Das ist kein leichter Schritt, der uns insbesondere nach den großartigen Tagen in München sehr schwerfällt“, sagt Sportchef Thomas Stoll mit Blick auf das Saison-Abschlussturnier, bei dem die Ulmer ins Halbfinale eingezogen waren: „Aber wir haben keine Wahl. Der Spielermarkt wird sich in diesem Sommer radikal ändern und ohne die für unseren Etat elementaren Zuschauereinnahmen können wir die laufenden Verträge nicht erfüllen.“

Auf das Management wartet jetzt jedenfalls bis zum Trainingsbeginn Mitte August eine Menge an Arbeit. Oettel verspricht: „Wir werden alles daransetzen, den Etat so schnell wie möglich wieder auf ein Niveau wie vor der Corona-Krise zu bringen. Die jetzt getroffenen Entscheidungen sind hart, aber nur so können wir sicherstellen, dass Ratiopharm Ulm auch in seiner 20. Saison wettbewerbsfähig bleibt.“

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