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Friedberg

17.07.2020

Diese Friedberger Schüler haben einen Einser-Abschluss geschafft

Während der Corona-Pandemie war nicht sofort klar, dass das Abitur stattfinden konnte. Die Schüler Benedikt Bock, Fabienne Assel, Lea Kolb, Helena Kelka und Michael Spindler (von links) vom Friedberger Gymnasium haben trotz aller Widrigkeiten einen Schnitt von 1,0 erreicht.
Bild: Michael Postl

Plus Lange war unklar, ob die Abiturprüfungen überhaupt stattfinden. Diese fünf Schüler aus dem Raum Friedberg schafften sogar einen Schnitt von 1,0.

Finden die Abschlussprüfungen statt? Muss ich nun mit dem Lernen beginnen oder werden sie eh verschoben? Fragen wie diese plagten alle Schüler, die heuer ihren Abschluss machten. Die meisten haben dennoch bestanden. Einige auch sehr gut, wie unsere Auflistung zeigt. Denn diese Jungs und Mädchen vom Friedberger Gymnasium haben allesamt ein 1,0-Abitur geschrieben.

Zwar hatten sie wegen der Corona-Pandemie auch die Pfingstferien über Zeit, sich auf ihre mündlichen Abiturprüfungen vorzubereiten – dafür entfallen aber auch der Abiball und der Abischerz. Erlebnisse, die sie, wie die Jungs und Mädchen sagen, liebend gerne gegen eine kürzere Vorbereitungszeit eingetauscht hätten. Hier stellen sich die Einserabiturienten und -abiturientinnen vor:

Schüler aus Friedberg will den Medizinertest machen

Benedikt Bock, 18: Ich hatte mich von Anfang an darauf eingestellt, den Medizinertest zu machen. Dieser ist für Schüler, die Medizin studieren möchten, jedoch nicht den erforderlichen Schnitt von 1,0 haben. Nun muss ich ihn doch nicht machen, weshalb ich sehr froh bin. Denn so habe ich nun mehr Zeit für mein fürs Studium erforderliches Pflegepraktikum, das ich in der Augsburger Uniklinik absolvieren möchte. Eigentlich hat man dafür die ersten beiden Semester des Studiums Zeit. In der Schule haben mich vor allem Geschichte und Sozialkunde interessiert, im Studium gehe ich aber neue Wege. Wo ich studiere, weiß ich noch nicht. Mich reizt es einerseits, eine neue Stadt kennenzulernen, andererseits hält mich vieles in Augsburg. Eigentlich hatte ich ein Gap Year geplant, um ein wenig ins Ausland zu gehen und zu arbeiten. Dann kam aber Corona.

Nebenbei bin ich bei der Friedberger Wasserwacht aktiv, schwimme sehr gerne und laufe viel. Das hat mir insbesondere während der Vorbereitung aufs Abitur geholfen, denn so hatte ich einen Ausgleich.

Benedikt Bock will Medizin studieren.
Bild: Rolf Vennenbernd, dpa (Symbolbild)

Fabienne Assel, 18: Ich habe viel gelernt fürs Abitur, zumal Corona kam. Denn während des Lockdowns gab es weder die Möglichkeit, sich mit Freunden zu treffen noch in den Vereinen Sport zu machen. Und da ich sehr viel tanze und der Sport mir als Ausgleich dient, habe ich umso mehr Zeit zum Lernen gehabt. Meine Lieblingsfächer sind Religion, Physik und Mathe. Letzteres kommt mir insbesondere bei meinem Studienwunsch zugute, denn ich möchte entweder Medizin oder Psychologie studieren. Bei Letzterem arbeitet man sehr viel mit Statistiken, da ist Mathematik hilfreich. Wegen der Pandemie hatten wir zudem viel Zeit zu Hause, weshalb ich nun umso motivierter bin, mein Studium direkt zu starten. Dafür möchte ich aber später viel reisen.

Lea Kolb, 18: Bei meinen Lieblingsfächern rollen die meisten mit den Augen. Denn ich mag vor allem Latein, Physik und Chemie. Eigentlich hatte ich Latein gewählt, um mich nicht frühzeitig auf den neusprachlichen Zweig festlegen zu müssen. Dann hat es mich aber bis zum Abitur nicht mehr losgelassen. Im Studium möchte ich mich aber eher der Physik widmen, um anschließend entweder eine akademische Karriere zu starten oder in die freie Wirtschaft zu gehen.

Die Pandemie, die während meiner Vorbereitungen ausbrach, hat mir eher geholfen. Denn ich habe ohnehin länger aufs Abitur hin gelernt und hatte dann die Pfingstferien zum Entspannen. Ins Ausland will ich nicht, auch ein Gap Year lege ich nicht ein. Denn ich möchte schnellstmöglich mit dem Studium fertig werden, um Geld zu verdienen. Dann reise ich auch gerne.

Schülerin aus Friedberg will Naturwissenschaften studieren

Helena Kelka, 18: Was ich mit meinem Abitur genau anfange, weiß ich noch nicht. Auf jeden Fall beginne ich ein naturwissenschaftliches Studium. Dazu belege ich ab Oktober ein Probesemester in Erlangen, währenddessen ich mich mit allen Naturwissenschaften befasse. Mal sehen, was daraus wird, vielleicht ein Chemiestudium. Während meiner Schulzeit habe ich Nachhilfe gegeben und im Spargelverkauf gearbeitet.

Ansonsten mache ich Karate und bin bei den Pfadfindern aktiv. Während der Ausgangsbeschränkungen habe ich zudem mit dem Joggen begonnen, um zumindest ein wenig Ausgleich zu bekommen, Karate war da ja nicht möglich. Klar hat Corona mich auch sonst beeinflusst, so wusste ich beispielsweise am Anfang gar nicht, ob unsere letzte Matheschulaufgabe stattfinden würde oder nicht. Da war es schon schwierig, die Motivation aufrechtzuerhalten.

Helena Kelka möchte ein naturwissenschaftliches Studium beginnen, vielleicht Chemie.
Bild: Sebastian Gollnow, dpa (Symbolbild)

Michael Spindler, 17: Die Schule und der Stoff machten mir immer Spaß. Ich glaube, dass ich deshalb auch diesen Schnitt erreicht habe. Denn durch mein Interesse befasste ich mich gerne mit den Lerninhalten. Mein Lieblingsfach war Physik, das möchte ich auch studieren. Wahrscheinlich fange ich damit auch heuer an, weil alles andere zu unsicher ist. Denn was wäre, wenn es erneut einen Lockdown gäbe und ich dann im Ausland feststecken würde oder meine Aufgaben während eines freiwilligen sozialen Jahres nicht erledigen könnte? Was ich anschließend mit meinem Studium anfange, weiß ich noch nicht genau. Der Vorteil am Physikstudium: Es ist breit gefächert, Physiker sind auch in der Wirtschaft gefragt.

In der Schule war ich Schulsprecher, das machte viel Spaß. Denn so konnte ich mich insbesondere um die Kommunikation zwischen Schülern und Lehrern kümmern und viele Projekte antreiben.

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