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Krumbach

28.04.2019

50 Jahre Lichtensteinbrücke: ein Schlüssel-Element in Krumbach

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Die THW-Ortsgruppe Krumbach errichtete im Jahre 1961 im Rahmen zahlreicher Übungsabende in der Lichtensteinstraße den zweiten Kammelübergang im Stadtgebiet. Das Bauwerk erstand ausschließlich aus Holz.
Bild: MN-Archiv

Warum die Musiker den Bau einer zweiten Kammelbrücke beschleunigten und damit Krumbachs Norden aufwerteten.

Die Stadt verändert ihr Gesicht. Das gilt derzeit für Krumbachs Zentrum mit den Neubauten von Ärzte- und Gesundheitshaus sowie am Gesundbrunnenplatz. Das gilt aber auch für den nördlichen Bereich mit der Großbaustelle Fachoberschule/Berufsoberschule an der Lichtensteinstraße, der inzwischen ebenso zum Stadtinneren gezählt werden kann. In den 60er Jahren, also vor fünf Jahrzehnten, zeigte sich dort ein ähnliches Bild. Es war die Zeit der Umgestaltung des Stadtgartens, des Baus der ersten Kammelbrücke in der Lichtensteinstraße und deren Ausbau nach Osten bis zur Burgauer Straße.

Krumbachs Stadtgarten wurde erweitert

Unter Bürgermeister Ludwig Mayer fanden in diesem Bereich damals umfangreiche Baumaßnahmen statt. Notwendig machten dies notwendige Verbesserungen am Flusslauf und die damit verbundene Erweiterung des Stadtgartens nach Norden. Begonnen wurde mit den sichtbaren Maßnahmen bereits zu Beginn des Jahres 1961: Das Blockhaus, langjähriges Domizil der St. Georgspfadfinder auf der Parkinsel wird abgebrochen. Wenig später errichtet die Ortsgruppe des Technischen Hilfswerks (THW) im Rahmen zahlreicher Übungen eine Holzbrücke über die Kammel mit einer Tragfähigkeit für Fahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen. Sie bildete die seit Langem gewünschte Verbindung im Norden der Stadt, gab es damals doch im gesamten Stadtgebiet nur den Übergang in der Karl-Mantel-Straße.

Die Zeit drängte: Vom 21. bis 24. Juli 1961 war das 9. Bundesmusikfest des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes (ASM) terminiert und der Festzug mit über 100 Musikkapellen aus dem In- und Ausland wurde zur ersten Bewährungsprobe. Alt wurde die Brücke nicht, denn der Fahrer eines schweren Baufahrzeugs überschätzte ihre Tragfähigkeit. Die Folge war der Bau einer zweiten Holzbrücke im Frühjahr 1969, die zumindest den Übergang für Fußgänger, Radfahrer und Personenwagen ermöglichte.

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Eine höhere Belastung war vorerst nicht möglich. Der Grund: der schlechte Straßenunterbau zwischen Kammel und Robert-Steiger-Straße. Er war für größere Laster nicht geeignet. Monate später wurde aber dann mit dem Ausbau dieses Teilstücks begonnen, da der Technische Überwachungsverein (TÜV) und das Autohaus Schwehr dort ihre Bauvorhaben bereits begonnen hatten und auch die Bundespost Ersatzbauten für ihre kurz vorher abgerissenen Werkstätten und Garagen des damaligen Fernmeldebautrupps an der Bahnhofskreuzung errichten wollte. Der Weg war also im Herbst 1969 frei für eine brauchbare zweite Ost-West-Verbindung, denn die Lichtensteinstraße wurde im Rahmen der Bauarbeiten bis zur Burgauer Straße verkehrsgerecht ausgebaut.

Krumbachs Stadtgarten erhielt einen See mit Springbrunnen

Im Gange war zur gleichen Zeit der Abbruch der Wehranlage des bisherigen Hochwasserüberlaufs ins Krumbächle südlich der Unteren Mühle. Dieses sanierungsbedürftige Bauwerk war überflüssig, denn die neuen Planungen sahen die Umgestaltung des Kammelarms in einen Parkweiher vor. Voraussetzung dafür war aber der Neubau eines verbreiterten Mühlenwehres, was zusätzlich die Öffnung des Mühlrades und die Anlage einer Fischtreppe möglich machte. Wie sich heute zeigt, ergab sich dadurch neben dem verbesserten Hochwasserschutz eine gelungene Umgestaltung sowie Erweiterung des Stadtgartens. Die bisherige „Insel“ gehörte der Vergangenheit an, Krumbachs grüne Lunge erhielt einen kleinen See mit Springbrunnen und das Wasserrad war sichtbar, zur Freude aller Krumbacher. Eines kommt hinzu: Es liefert bis heute den notwendigen Strom für die Pumpe der Fontäne. Eine echte Bereicherung, die derzeit nach 50 Jahren saniert wird.

Eine Betonbrücke in der Lichtensteinstraße wurde in den 70er Jahren gebaut. Sie wurde inzwischen aber schon wieder mehrmals saniert. Sie erhielt auch eine Fußgängerunterführung.
Bild: MN-Archiv

Noch einmal kurz zurück zur Lichtensteinstraße. Die Zunahme des Pkw- und Schwerlastverkehrs machte in den 70er Jahren den Bau einer Betonbrücke mit höherer Tragkraft notwendig, die inzwischen mehrfach restauriert und sogar mit einer Fußgängerunterführung versehen wurde. Die jüngsten Baumaßnahmen hatten erst vor wenigen Jahren die erneute Sanierung der Brücke sowie den Straßenausbau zwischen Bahnhof- und Burgauer Straße zum Ergebnis.

Aus einer Brücke wurden vier Übergänge

Neu hinzu kamen bekanntlich zwei neue Kammelübergänge noch weiter nördlich im Zuge der Hans-Lingl-Straße und im Süden im Verlauf des Gärtnerwegs. Aus einer Brücke vor knapp 60 Jahren wurden bis heute vier Kammelübergänge. Auch das ist ein bemerkenswertes Zeichen: Das Stadtbild verändert sich.

Lesen Sie auch zum Stadtgarten:
Frühjahrsputz im Weiher des Krumbacher Stadtgartens

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