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Krumbach

15.12.2020

AWO-Seniorenheim in Krumbach baut neu: Was sich künftig ändert

So zeigt sich die Südseite des AWO-Seniorenheims derzeit: Links der Speisesaal und der westliche Wohntrakt, die beide abgerissen werden. Rechts schließt sich der gläserne Zwischenbau mit dem 20 Jahre alten Wohngebäude an, die als solche wie bisher genutzt werden.
Bild: Hans Bosch

Plus Teilabbruch, Neubau und Generalsanierung des AWO-Seniorenheims in Krumbach kosten rund acht Millionen Euro. Was sich in Sachen Betreuung in Zukunft ändern wird.

Mit einem Aufwand von rund acht Millionen Euro baut der AWO-Bezirksverband Schwaben sein Seniorenheim an der Augsburger Straße um und teilweise neu. Vorgesehen ist der Abbruch des in den 60er-Jahren gebauten westlichen Baukörpers einschließlich Haupteingang und Speisesaal. Im Äußeren unverändert, aber im Inneren technisch erneuert, bleibt der aus dem Jahre 1998 stammende östliche Trakt mit derzeit 52 Heimplätzen. Im Neubau sind zwei Wohngruppen mit insgesamt 32 Senioren/innen vorgesehen, sodass die Gesamtzahl der bisher 84 Bewohnerplätze erhalten bleibt. Sie werden in fünf Wohngruppen aufgeteilt und verköstigt, sodass es den bisher gewohnten Speisesaal künftig nicht mehr gibt.

Marion Leichtle-Werner, beim Bezirksverband der Arbeiterwohlfahrt zuständig für die Bereiche Finanzen und Bau, freut sich in einem Gespräch mit der Redaktion, dass es nach längeren internen Gesprächen in Krumbach nun „losgeht“. Wie berichtet war das Vorhaben in der vergangenen Woche auch Thema im Krumbacher Bauausschuss und wurde von diesem einstimmig begrüßt und gut geheißen. Begonnen werden soll bereits im März mit dem Abbruch des Westtrakts. Die dort bisher befindlichen Wohnräume stehen seit geraumer Zeit leer. Im Frühsommer ist der Startschuss für den Neubau vorgesehen, dessen Fertigstellung für Ende 2022 veranschlagt ist.

Neubau des AWO-Seniorenheims in Krumbach soll barrierefrei werden

Nachdem die bisherige Zufahrt und der Haupteingang aufgrund der Topografie mit ihren erheblichen Neigungen und der geringen Übersichtlichkeit nur ungünstig erreichbar sind, gibt es künftig eine barrierefreie Erschließung für Fußgänger und Kraftfahrzeuge von der Südseite aus. Notwendig ist die Neugestaltung der Außenanlagen im gesamten westlichen Teil des Grundstücks. Das bedeutet: Neuer Parkplatz für 40 Stellflächen (bisher 21). Dieser wird mit einer „Erschließungsachse“ für Fußgänger und Radfahrer direkt mit dem neuen Haupteingang verbunden. Für Marion Leichtle-Werner ist klar: „Durch die Neuplanung ist der Entfall einzelner Bäume unumgänglich. Es ist uns aber bewusst, dass es sich um einen erhaltenswerten Baumbestand handelt. Die Fällarbeiten werden deshalb auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt.“ Es sei zudem vorgesehen, erhaltenswerte Bäume in unmittelbarer Nähe der Baustelle zu schützen.

Ein weiterer Vorteil: Durch die barrierefreie Außengestaltung wird die niveaugleiche innere Erschließung aller Gebäudeteile gewährleistet. Auf dem Areal des bisherigen Altbaus ersteht ein vollstationärer Pflegebereich für zwei Wohngruppen mit je 16 Bewohnern. Zur Verfügung stehen dafür in den beiden Obergeschossen je acht Einzel- und acht Duplex-Zimmer mit geteilter Nasszelle. Auf jedem Stockwerk befindet sich außerdem ein spezieller Speise- und Aufenthaltsraum. Der vor 20 Jahren gebaute Osttrakt bleibt in seiner Nutzung erhalten, wenngleich auch dort die Bewohner künftig in drei Wohngruppen aufgeteilt sind, die über eigene Ess-Bereiche samt Teeküche und Personalräume verfügen. Somit stehen im Gesamten wie bisher 84 Bewohnerplätze in fünf Wohngruppen zur Verfügung, die in sinnvollen Betriebseinheiten zusammengefasst werden, um optimale Pflegeabläufe zu ermöglichen.

AWO-Heim in Krumbach: Im Innenhof soll ein Park mit viel Grün entstehen

Über den neuen Haupteingang mit seinem großen Foyer erfolgt die zentrale Erschließung des gesamten Seniorenheims mit Aufzug und Treppenhaus sowie Cafeteria, Mehrzweckraum, Wartebereich und Platz für einen Friseur. Auf gleicher Höhe im nördlichen Bereich befindet sich die neue Heizzentrale mit Pelletslager, die künftig die Wärmeerzeugung für das gesamte Gebäude gewährleistet. Die bestehende Ölheizung wird nach Fertigstellung der Baumaßnahme abgebaut. Zur weiteren Nutzung regenerativer Energien ist auf dem Satteldach des Neubaus eine Fotovoltaikanlage vorgesehen.

Die Planskizze beinhaltet die künftige Ansicht des Seniorenheims von der B300 mit dem Neubau und dem angrenzenden Haupteingang (links) sowie dem bestehenden Zwischentrakt und dem Wohnbereich.
Bild: Fachbüro HAP-Höss, Amberg und Partner, München

Einen positiven Nebeneffekt bekommen die Außenanlagen im Bereich der Cafeteria, wo sich Bewohner und Besucher auf Terrassen treffen können. Außerdem entsteht im Innenhof ein beschützter Garten für die gerontopsychiatrische Wohngruppe mit 14 Betten, die sich im Erdgeschoss des Osttrakts befinden. Der Park erhält einen Rundweg mit Sitzgelegenheiten und abwechslungsreicher Bepflanzung, der von der Cafeteria oder dem Parkplatz aus erreichbar ist.

Was die Finanzen betrifft, so erwartet sich Marion Leichtle-Werner Zuschüsse und günstige Kredite aus dem Bundes-Förderprogramm „Energieeffizient Bauen“ und vom bayerischen Landesamt für Pflege Gelder aus dem Topf „So Nah“. Planer und Architekt des Gesamtvorhabens ist das Münchner Büro HAP-Höss, Amberg und Partner, das sich auf den Bau von Altenheimen spezialisiert hat. Die AWO-Bausachverständige: „Mit dem hat die Arbeiterwohlfahrt schon mehrere Pflegehäuser erfolgreich gebaut.“

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