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Thannhausen

16.12.2020

Auch in Thannhausen sollen bald Solarfelder gebaut werden dürfen

Fotovoltaikanlagen sind in der Region bereits häufig zu finden. Diese Anlage in Hirschfelden etwa steht schon seit vielen Jahren nahe der dortigen Bahnlinie. In Thannhausen gibt es bislang noch keine derartige Anlage. Der Stadtrat hat nun zumindest geeignete Flächen ausgemacht.

Plus Ein Gutachten zeigt geeignete Flächen für Photovoltaik im Stadtgebiet auf. Thannhausen will möglichen Investoren mehr Planungssicherheit bei der Energiewende geben.

In einer Zeit, in der auf eine Energiewende hin zu erneuerbaren Energien gearbeitet wird, hat auch die Stadt Thannhausen ein Gutachten in Auftrag gegeben, wo innerhalb ihres Gebiets Möglichkeiten zum Errichten von Freiflächen-Fotovoltaikanlagen (PV-Anlagen) gegeben wären. Das Gutachten soll eine Entscheidungsgrundlage sein, falls Investoren an die Stadt herantreten und einen entsprechenden Bauwillen bekunden würden. Wo könnten große Solarfelder entstehen?

Erstellt hat das Gutachten das Teambüro Markert, das sich mit Stadtplanung und Landschaftsarchitektur befasst. Gutachter Rainer Brahm erläuterte in der jüngsten Thannhauser Stadtratssitzung seine Arbeit.

Wo in Thannhausen keine PV-Anlagen gebaut werden dürfen

Ausgenommen von einer möglichen Bebauung mit PV-Anlagen hat er die Landschaftsschutzgebiete, die Überschwemmungsgebiete im Zuge des Hochwasserschutzes, Siedlungsgebiete und die Abstandsflächen, die zu Straßen auf Thannhauser Gemeindegebiet eingehalten werden müssen. Die dann übrig bleibenden, bedingt geeigneten Flächen umfassen etwa 160 Hektar, bevorzugte Flächen etwa 325 Hektar und 50 Hektar stehen auf einstigen Kiesausbeutegebieten zur Verfügung. Besonders angeschaut hat man sich auf einer Videopräsentation Areale im Thannhauser Westen, im Norden und beim Stadtteil Burg und die Kiesausbeutegebiete zwischen dem Stadtteil Nettershausen und Ursberg sowie in der Nähe des Thannhauser Flugplatzes.

Die Kiesausbeutegebiete wurden deshalb mit in die Planung aufgenommen, da es technisch machbar sei, die Anlagen auch auf Baggerseen zu errichten. Entsprechende Anlagen auf Pontons gibt es bereits in Rheinland-Pfalz und in den Niederlanden und laut dem Gesetz für erneuerbare Energien (EEG) ist dies auf diesen Flächen auch erlaubt, zu bauen. Die möglichen Gebiete im Westen Thannhausens wurden in der Sitzung ausgeschlossen, weil man sich dort noch Platz aufheben wolle für eine Umgehungsstraße.

Photovoltaik: Sollen Ackerflächen nicht für die Landwirtschaft vorbehalten sein?

Stimmen wurden im Stadtrat laut, dass doch die landwirtschaftlichen Flächen auch als Anbauflächen genutzt und nicht für PV-Anlagen verschwendet werden sollten. Die Bonität der Böden solle mitbewertet werden und PV-Anlagen höchstens auf schlechteren Böden möglich sein. PV-Anlagen sollten erst einmal auf Dachflächen zum Einsatz kommen, bevor man sie in die Landschaft stelle, war die Ansicht mehrerer Stadträte. Dem gegenüber stand die Erkenntnis, dass man ja nicht privaten Immobilienbesitzern vorschreiben könne, was sie auf ihren Dächern tun sollten. Bürgermeister Held entgegnete, es gebe bisher keine PV-Anlage auf der grünen Wiese im Thannhauser Gebiet und man wolle eben möglichen Investoren Planungssicherheit geben. Gutachter Brahm äußerte, dass nicht zu erwarten sei, dass auf die Stadt gleich ein „Run“ der Investoren zukäme.

Stadtrat Gerd Olbrich (SPD) favorisierte auch PV-Anlagen auf Dächern, zunächst von gemeindeeigenen Gebäuden. Das schließe aber nicht aus, dass man trotzdem über Freiflächen-Fotovoltaik nachdenke und das Gutachten gebe eine gute Hilfe im Entscheidungsprozess des Stadtrats. Ob es für Investoren dann überhaupt eine Möglichkeit gebe, an Grundstücke zur Realisierung eines Projekts zu kommen, sei noch die Frage. Herbert Fischer (CSU) brachte den Gedanken einer generellen Flächenbeschränkung für PV-Freiflächenanlagen ins Gespräch auf bis zu 20 Hektar bei Thannhausen und bis zu 20 Hektar bei Burg.

Wo Fotovoltaik vorrangig angesiedelt werden könnte in Thannhausen

Für die Errichtung einer Freiflächen-PV-Anlage ist eine Bauleitplanung nötig, auf die aber niemand ein einklagbares Anrecht habe, hieß es in der Sitzung, daher sitze die Stadt bei entsprechenden Anträgen von Investoren immer am längeren Hebel. Man einigte sich dann darauf, die Flächengröße im Moment noch nicht zu beschränken, sondern erst bei konkreten Bauanträgen. Mit 13:4 Stimmen entschied sich der Stadtrat auf zwei Freiflächen, nämlich einer im Norden Thannhausens und einer beim Stadtteil Burg sowie auf den Wasserflächen der einstigen Kiesausbeute zwischen Nettershausen und Ursberg das Bauen von PV-Anlagen zu ermöglichen und gegebenenfalls bauleitplanerisch zu unterstützen.

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