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Krumbach

14.01.2020

Aufregung um den Kassenzettel für jeden Käse

Andrea Höffler vom Milch- und Käslädle in Krumbach ist als Geschäftsfrau daran gewöhnt, Bons für jeden Käse auszugeben. Privat nervt es sie aber. 
Foto: Elisabeth Schmid

Plus Seit Anfang Januar sind Händler und Handwerker verpflichtet, jedem Kunden einen Bon auszudrucken. Welche Folgen die neue Vorschrift hat und was die Betroffenen in Krumbach davon halten.

Ladenbesitzer und Kunden ärgern sich gleichermaßen über die Einführung der Bonpflicht. Ab ersten Januar ist es Pflicht für Unternehmen mit elektronischer Registrierkasse einen Kassenbon über die Einläufe auszustellen. Das gilt für jeden Einkauf, sei es auch nur für ein Brötchen oder eine Kugel Eis.

„Die meisten Kunden wollen überhaupt keinen Bon und lassen ihn bei uns liegen“, erzählt Sieglinde Schindler vom Kaiserbeck. Die Bäckerei hat jetzt viel mehr Abfall als bisher. Die Kassenzettel dürfen nicht in den Papiermüll, daher sammeln die Verkäuferinnen die Zettel in einem Karton und entsorgen ihn später. Auch werden mehr Kassenbonrollen gebraucht als bisher. Eine Kundin, Erika Müller, findet es einfach nur überflüssig, „Das ist doch völlig sinnlos, es ist unnötig und macht nur viel Arbeit und Müll. Ich brauch keinen Bon wenn ich hier mein Brot einkaufe“, meinte sie. Auf der anderen Seite bedenkt sie aber, dass die Bonpflicht in Italien schon seit längerer Zeit besteht. Dort wird sogar kontrolliert, ob ein Kassenbon ausgegeben wird oder nicht.

Bei der Bäckerei Jeckle ist es schon seit Jahren üblich einen Bon auszugeben. „Auch hier lassen aber die Kunden ihren Bon meistens liegen“, erzählt Soylu, Verkäuferin bei der Bäckerei. Auch im Krumbacher Käs- und Milchlädle gibt es schon seit Jahren eine Registrierkasse die für jeden Einkauf einen Bon ausdruckt. „Für mich ist das mit der Bonpflicht da nicht so neu, aber privat finde ich es auch ziemlich unsinnig, meinet die Besitzerin des Käslädles Andrea Höffler.

Kunde ist genervt

Birgit Schlutter von Birgits Nähstüble gibt auch immer einen Bon an die Kunden. „Es ist leider umständlich und der viele Papierverbrauch ist auch nicht gut für die Umwelt, aber was soll man machen, sagt sie. Ein Kunde kaufe immer eine Zeitschrift bei ihr, „der ist regelmäßig genervt wenn ich ihm den Bon überreiche“, also behält sie ihn und entsorgt ihn später.

Neue Kasse im Café Kaiser in Krumbach

Im Café Kaiser wurde eine neue Kasse angeschafft. „Mit der müssen wir uns noch vertraut machen“, meint Ute Wagner vom Café Kaiser. Mit der neuen Kasse habe man auch gleich einen Karton Bonrollen mit bestellt. Aber auch sie findet es einen Schmarrn, dass alles, egal ob Kuchen oder gar eine Kugel Eis einen Bon bekommen muss. Es gibt viel Unmut über die neue Bonpflicht, so die Meinung der Verbraucher und Ladenbesitzer. Einige Betriebe müssen sich auf die Regelung mit dem Kauf oder Aufrüsten einer Kasse abfinden, für viele andere gehört aber der Bon schon länger zu ihrem Alltag. Der Kunde kann den Bon mitnehmen oder aber einfach dalassen, in dieser Hinsicht ändert sich nicht viel.

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