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Krumbach

25.05.2020

Beratungsstelle für Volksmusik nutzt den Shutdown kreativ

Wie Leiter Christoph Lambertz erklärte, nutzte die Beratungsstelle für Volksmusik die stillen Tage, um neue Formate zu entwickeln. „Wir hoffen, mit unseren neuen Angeboten weitere Kreise von Musikliebhabern erschließen zu können.“
Bild: Gertrud Adlassnig

Die Beratungsstelle für Volksmusik in Krumbach hat nach der Schließung die Zeit genutzt und neue Formate entwickelt. Vor allem im Internet hat sich viel getan.

Es ist still im Wasserschloss. Kein Telefon klingelt, keine Noten erklingen, kein geschäftiges Rascheln. Dennoch versichert Christoph Lambertz, Leiter der Beratungsstelle für Volksmusik, dass ganz allmählich wieder Leben in die Räume komme. „Nach dem Shutdown herrschte wochenlang absolute Ruhe. Es war schon ein wenig seltsam, denn die meisten Kontakte finden über Telefon oder online statt, hätten also normal weiterlaufen können.“ Eine allgemeine Schockstarre, in der sich kaum jemand mit Musik und Tradition auseinandersetzen wollte.

Nach dem Dudelsackkurs am 13. März war Schluss mit allen Veranstaltungen. Alle weiteren Angebote bis Ende Mai wurden storniert. Das waren 23 Ereignisse, auch ein Großereignis mit 120 Teilnehmern musste abgesagt werden. Was mit den für Juni geplanten Veranstaltungen wird, steht noch nicht fest. „Aber in den Sommer hinein wird es eh ruhiger,“ weiß Christoph Lambertz, der auf einen normalen Start im September hofft.

Beratungsstelle für Volksmusik hat Zeit kreativ genutzt

Und wie reagierten Christoph Lambertz und seine Kollegin Evi Heigl auf die ungewohnte Ruhe? Sie haben, so Christoph Lambertz, die Zeit intensiv und kreativ genutzt. Wenn kein Telefon schellt, bleibt mehr Zeit, sich an Arbeiten zu machen, die über die Jahre liegen bleiben. Wichtige, aber nicht dringliche Archivarbeiten beispielsweise. „Wir haben im Archiv im alten Rathaus meterweise Aktenordner, die endlich mal aufgearbeitet werden konnten. Das war sehr aufwendig. Im Alltagsgeschäft bleibt dafür nur sehr wenig Zeit.“

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Das war aber keine reine Verwaltungsarbeit. Die Volksmusikwissenschaftler entwickelten daraus neue Angebote, unter Mithilfe einer Bundesfreiwilligen-Kultur. „Wir haben uns an die Aufarbeitung alter Handschriften und ihre Umsetzung für die Online-Nutzung gemacht. Das ist eine sehr aufwendige Arbeit. Vieles muss interpretiert, verschiedene Ausgaben kritisch miteinander verglichen werden. Wir konnten aber jetzt bereits die „Ziemetshauser Handschrift auf unsere Website stellen und sind kurz davor eine weitere, die Talkirchdorfer allgemein zugänglich zu machen. Wir hoffen sehr, dass wir für unsere Freiwillige, die im August geht, wieder eine Nachfolge bekommen. Da ihr eigenes Projekt, die Arbeit an einer Förderschule dem Shutdown zum Opfer gefallen war, hatten wir eine aktive Unterstützung bei unseren Vorhaben. Mit dem Online-Angebot können sich nun Interessierte einlesen, ohne teure Druckausgaben kaufen zu müssen.“

Neue Website für die Beratungsstelle

Gerade rechtzeitig, freut sich der Leiter der Beratungsstelle, war die neue Website eingerichtet worden, die nun eine Vielzahl neuer technischer Möglichkeiten bietet, nicht nur die einfache Nutzung der eingestellten Handschrift. „Evi Heigl hat ein ganz neues Angebot entwickelt, das dank der modernen Website-Technologie verhältnismäßig einfach realisiert werden konnte. Sie hat mehrere Videos gedreht und auf unsere Website gestellt.

Es handelt sich um typische Kinderlieder, wie sie in unseren Kindersingstunden gesungen werden.“ Damit werden die Lieder auch für die zugänglich, die nicht zu den Singstunden kommen können, unabhängig von Kontaktbeschränkungen.

Die neu entwickelten Formate, versichert Christoph Lambertz, werden über die ruhige Phase der Corona-Zeit hinaus weitergeführt. Der Shutdown habe lediglich die zeitliche Möglichkeit geschaffen, neue Angebote zu erarbeiten, die nicht etwa Lückenfüller seien.

Beide neuen Formate sollen dazu dienen, mehr Freunde traditioneller Volksmusik zu gewinnen, ohne dass sie dafür persönlichen Aufwand betreiben müssten. „Wir hoffen, mit unseren neuen Angeboten weitere Kreise von Musikliebhabern erschließen zu können.“

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