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Konzert

21.03.2017

Blasmusik im Doppelpack

Die Billenhauser und die Deisenhauser Musikanten bieten im Krumbacher Stadtsaal böhmisch-mährisches „Blasmusikvergnügen“

Um es vorweg zu sagen, die Akteure in den Musikvereinen Billenhausen und Deisenhausen beherrschen nicht nur ihre Instrumente, sondern sie identifizieren sich in besonderer Weise mit der Musik ihrer Vorbilder wie Ernst Mosch, Alexander Pfluger, Martin Scharnagl und anderen Komponisten. Sie sind damit Garanten der böhmisch-mährischen Blasmusik. Seit Jahrzehnten steht diese Blasmusikliteratur hoch im Kurs in allen Bevölkerungsschichten bei uns und in vielen Ländern. Dass die Klänge nach wie vor beliebt sind, bestätigte eine überaus große Besucherzahl nun im Krumbacher Stadtsaal beim Gemeinschaftskonzert der beiden Vereine aus dem Günz- und Kammeltal.

Mit ihren harmonischen Klangkörpern haben die Billenhauser und Deisenhauser Musikanten ihren ganz eigenen charakteristischen Stil entwickelt, was nicht zuletzt auf die Leitung der beiden Vollblutmusikanten und Dirigenten Ulrich Glogger und Konstantin Eheim zurückzuführen ist. Letzterer stellte mit dem 35-köpfigen Orchester schon zum Konzertbeginn einen schwungvollen, mit technischen Raffinessen und einem wuchtigen Basssolo gespickten Marsch vor, der erst im Trio in ruhigere Bahnen mündete, aber mit einem furiosen Teil endete. Martin Scharnagl gab ihm den Namen „Euphoria“, was so viel wie Gefühl der Lebensfreude und Hochstimmung bedeutet. Diese setzte sich fort in der typischen Flotte mährischer Melodien mit „Auf nach Mähren“, einer spritzigen Polka von Markus Ebner, mit Solostellen für Flügelhörner kontrastreich in Szene gesetzt. Alfred Böswald, in der Blasmusik kein Unbekannter, widmete die Polka „Böhmische Heimat“ in gemütlichem Tempo dem Herkunftsland dieser Musik. Die charmanten Moderatorinnen Sophia Bürzle und Christina Thalhofer kündigten danach einen absoluten Klassiker der böhmischen Musik an. Wie die Zuhörer hätte sicher auch Ernst Mosch beim Erklingen der Polka „Egerland Heimatland“ seine Freude gehabt, die Julia Michel und Hans-Martin Singer mit ihrem Gesang originalgetreu bereicherten. Das bestens aufeinander abgestimmte Gesangs-Duo gab in der Polka „Das Dorf Luzice“ und in der Polka „Böhmische Mädchen sind Klasse“ nochmals Kostproben seines Könnens. Eine melancholische Einleitung der Flügelhörner und Tenorhörner kennzeichnete die Komposition von Franz Meierhofer „Das Mädchen Polka“, bevor die Deisenhauser unter Dirigent Konstantin Eheim mit dem Konzertmarsch „Rot-Weiß-Rot“ den offiziellen ersten Teil beendeten. Doch einen grandiosen Schlusspunkt setzten die Musiker mit den Solisten Florian Hopfenzitz (Klarinette) und Florian Prokscha (Tuba) in der Polka „Motylek – Kleiner Schmetterling“ als Zugabe.

Sag es mit Musik, könnte man den Eingangspart im zweiten Konzertteil bezeichnen, denn die Billenhauser Musikanten ergänzten die bereits erfolgten Grußworte der beiden Vorsitzenden Jürgen Hofmann (Billenhausen) und Michael Probst (Deisenhausen) mit einem Musikstück, das Ulrich Glogger und Bernhard Schwarz als Solopart auf der Trompete einleiteten, dem die einzelnen Register folgten und schließlich nach einem fetzigen Presto mit dem herzlichen „Grüß Gott“, entsprechend dem Titel, endete. Unverkennbar ließen danach die Holzbläser den „Buntspecht“ in der gleichnamigen Polka aus dem Repertoire von Ernst Mosch klopfen, mit weichem Ton imitierten die Tenorhörner eine ruhige Waldesstimmung.

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Schwierige technische Passagen mit chromatischen Läufen kennzeichnete die anspruchsvolle Konzertpolka „Jana tanzt“, die von allen Registern präzise gemeistert wurden. Welcher Mann würde nicht gerne seiner Liebsten einen Walzer schenken, meinte der versierte Moderator Martin Schamper mit der Ankündigung des nächsten Stücks. Franz Xaver Holzhauser, bekannt als ehemaliger Leiter von „Blech & Co.“ tat es mit seiner Komposition „Ein Walzer für Dich“. „Genieße den Tag“, das hat sich Alexander Pfluger, Leiter des Ensembles „Die schwindligen 15“ und Komponist des außergewöhnlichen Konzertmarsches „Carpe Diem“ zum Vorsatz gemacht und die Billenhauser setzten es musikalisch um. Es sei ein „junger Typ, so Mitte zwanzig“ sagte der Moderator zu Timo Dellweg aus der Oberpfalz, der als Newcomer in der Blasmusik für seinen Heimatort die „Parksteiner Jubiläumspolka“ schrieb. Als „nagelneue Polka“ kündigten die „Frühlingsrosen“ von Michael Schiegg den nahen Frühling an.

Dirigent Glogger verstand es mit seinen 28 Musikern bei allen Konzerttiteln alle Feinheiten in Dynamik, Rhythmik und Technik herauszuholen, nicht umsonst wurden sie einmal Europameister und zweimal Vize-Europameister im böhmisch-mährischen Stil.

Buchstäblich ein „Blasmusikvergnügen“, so der letzte Programmtitel, durften die Zuhörer an diesem gelungenen Konzertabend erleben. Mit der Polka „Freude macht Spaß“ und der „Böhmischen Liebe“ bedankten sich die Musici für den nicht enden wollenden Beifall.

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