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Kommentar

20.04.2019

Blauer Brief für den Chef des Staatlichen Bauamts Krumbach

Warum der jüngste Wechsel an der Spitze der wichtigen Behörde in Krumbach so ungewöhnlich ist und der Vorgänger des bisherigen Bauamtschefs Jens Ehmke auch sein Nachfolger ist.

„Großer Bahnhof“ im Stadtsaal: So könnte man wohl die Festveranstaltungen umschreiben, wenn es an der Spitze wichtiger staatlicher Behörden in Krumbach einen Wechsel gibt. Eine solch bedeutende Veränderung gab es jetzt im Staatlichen Bauamt in Krumbach. Doch es spricht einiges dafür, dass es diesmal im Stadtsaal keinen „großen Bahnhof“ geben wird. Denn der Nachfolger des bisherigen Behördenleiters Jens Ehmke ist – sein Vorgänger Wilhelm Weirather. Auch die Begleitumstände dieses Wechsels sind ungewöhnlich. Eine ausführliche Pressemitteilung zum Wechsel? Es kam von offizieller Seite aus München schlichtweg gar nichts. Jens Ehmke selbst teilte mit, dass er an die Landesbaudirektion nach Nürnberg „versetzt“ werde. In einer sechszeiligen E-Mail. Es spricht also einiges dafür, dass man über diesen Wechsel von offizieller Seite nicht zu viel Aufhebens machen wollte.

Warum ist dies so? Der aus Nordfriesland stammende Ehmke gilt als ein exzellenter Fachmann. Doch wer die Entwicklung der großen Straßenbauprojekte in den vergangenen Jahren genauer beobachtet, dem entging auch nicht, dass es bei den Planungen zwischen dem Staatlichen Bauamt mit Ehmke an der Spitze und wichtigen kommunalen Mandatsträgern eine ganze Reihe von Differenzen gab. Zuletzt wurde das Planfeststellungsverfahren für den B16-Ausbau zwischen Lauingen und Gundelfingen eingestellt – nach einem Brief von Minister Hans Reichhart.

Das klingt irgendwie auch ein bisschen nach „blauer Brief“. Und es spricht einiges dafür, dass die Rolle des Bauamtes bei den großen Straßenprojekten von wichtigen politischen Mandatsträgern zuletzt kritisch gesehen wurde. Reichart ist inzwischen Minister für die Bereiche Wohnen, Bau und Verkehr. Es ist auch diese Konstellation, die ein rasches Handeln von offizieller Seite mit Blick auf das Staatliche Bauamt zweifellos erleichtert hat.

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Doch es würde zu kurz greifen, den Blick nur auf den aktuellen Wechsel an der Spitze zu richten. Die Verlegung des Amtes (insbesondere des Bereichs Straßenbau) nach Krumbach war vor etwa 15 Jahren umstritten. Ein Staatliches Bauamt in Krumbach – das war ein Ausgleich für die Krumbacher Verluste im Zuge der Behördenreform. Alfred Sauter hat sich massiv für diese Verlegung eingesetzt. Und Sauter hat immer wieder Wege gefunden, den Bestand der Behörde gegen massive Kritik von außen zu verteidigen. Als 2011 der Bayerische Rechnungshof bemängelte, dass die Behörde nicht ausgelastet sei, gelang es, das Auftragsvolumen zu erhöhen. Und nun wieder Wilhelm Weirather (bereits von 2007 bis 2015 Behördenleiter) an der Spitze? In den Reihen der Bürgermeister wird diese ungewöhnliche Rückkehr wohlwollend kommentiert. Weirather (zuletzt bei der Regierung von Schwaben in einer wichtigen Position), gilt als ausgleichender, kompetenter Moderator. Seine Rückkehr deutet an, dass diese Fähigkeit offensichtlich mehr denn je gefragt ist. Mit Blick auf die harte Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt die Mitarbeiter im Amt zu halten – auch das ist eine seiner Aufgaben. Weirather gilt als mit der Region fest verwurzelt. Eine stabile, solide Entwicklung des Amtes: Das Vertrauen ist groß, dass Weirather das schaffen wird.

Weitere Infos zum Wechsel an der Spitze des Staatlichen Bauamtes Krumbach:

Streitbarer Chef verlässt das Staatliche Bauamt Krumbach

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