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Krumbach/Günzburg

19.10.2020

Corona-Testzentren in Krumbach und Günzburg arbeiten unter Hochdruck

Corona Testzentrum an der Kreisklinik Günzburg.
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus 3668 Covid-19-Tests haben Mitarbeiter in Günzburg und Krumbach vor den Kreiskliniken bereits abgenommen. Was die Patienten beachten müssen und wie schnell das Ergebnis bekannt ist.

3668 Coronatests wurden seit 1. September in den provisorisch eingerichteten Testzentren an den Kreiskliniken in Günzburg und Krumbach bis diesen Montagmittag durchgeführt. Von Montagmorgen bis Freitagabend kann sich dort jeder nach Anmeldung im Internet auf das Corona-Virus testen lassen.

Für Personen, die nach Risikokontakten vom Gesundheitsamt zum Test aufgefordert werden, hat das seit 1. September an die Klinik angedockte Testzentrum eigene Zeitfenster eingerichtet. Nach Günzburg wurde auch in Krumbach ein zweites Zentrum im Landkreis eingerichtet. Hermann Keller, Direktor des Klinikmanagements, und sein Stellvertreter Lutz Freybott, der das Projekt Testzentrum leitet, ziehen eine positive Bilanz.

Testzentrum ist an die Kreisklinik Krumbach angedockt

„Wir sind froh, dass es so gut läuft und unsere Ambulante Medizin gGmbH das Vertrauen vom Landrat bekommen hat“, sagt Hermann Keller. Die 100-prozentige Tochter des Kommunalunternehmens Kreiskliniken Günzburg-Krumbach kann an beiden Standorten täglich von bis zu 300 Personen Abstriche anfertigen lassen.

Dafür wurden Container in unmittelbarer Nähe der Klinik mit Strom und Internet ausgestatten. In einem Vorzelt kontrolliert Sicherheitspersonal die Anmeldeliste mit dem Namen des Besuchers ab und kontrolliert die Identität. „Es ist wichtig, dass jeder seinen Ausweis mitbringt und seine Gesundheitskarte. Denn obwohl der Test kostenlos ist, muss er über die Kasse laufen“, erklärt Vicky Roth am Empfang der Krumbacher Station. Sie gehört einem mehrerer Drei-Personen-Teams an, die abends von 18 bis 21 Uhr Tests durchführen.

„Wir konnten ausschließlich medizinisch geschultes Personal von der Klinik gewinnen, das auf 450-Euro-Basis arbeitet“, so Freybott.

Mit den anonymisierten Daten auf dem Teströhrchen wird sichergestellt, dass die Proben, die im Corona-Testzentrum bei der Kreisklinik Krumbach genommen werden, nicht vertauscht werden.
Bild: Gertrud Adlassnig

Eine Win-win-Situation, denn durch die nur gelegentliche Zusatzarbeit wird die Personallage im Krankenhaus nicht belastet und die Besucher können sicher sein, dass sie von erfahrenen Personen behandelt werden. „Mit diesem System konnten wir verhältnismäßig preisgünstig arbeitende Testzentren errichten. Und die Bürger haben kurze Anfahrtswege“, sagt Freybott.

„Dank den ausgelagerten Containern kommt keiner, der sich testen lassen will, mit Krankenhauspatienten oder deren Angehörigen in Kontakt“, erklärt Hermann Keller.

Während vorn am Empfang, geschützt durch eine Plexiglasscheibe und zusätzliche Maske, die Arzthelferin die letzten Daten eingibt, bereitet dahinter ihre Kollegin Marian Ziegler den Test vor. Sie beklebt das Röhrchen, in dem das Teststäbchen verpackt ist, mit den vom System ausgespuckten individuellen Daten des Testanten und übergibt es ihm zusammen mit einem rosa Ausdruck. „Das Blatt enthält einen QR-Code und Hinweise, wie er einzusetzen ist“, erklärt Lutz Freybott.

Auch 2. Bürgermeister Gerhard Weiß lässt sich von Krankenschwester Sandra Jeckle am Corona-Testzentrum für den Landkreissüden bei der Kreisklinik Krumbach testen.
Bild: Gertrud Adlassnig

Wer die Corona-App auf sein Smartphone geladen hat, kann das Ergebnis des Testes schon kurz nach Feststellung im Labor auf seinem Gerät ablesen – noch vor jeder Benachrichtigung per Telefon oder E-Mail.

In voller Schutzkleidung wird in Krumbach ein Abstrich gemacht

„Über die Prozedur des Abstrichs kursieren allerhand Gerüchte“, erklärt Krankenschwester Sandra Jeckle. „Ich kann Männer zum Weinen bringen“, lacht sie. Das passiere dann nicht wegen Schmerzen, sondern aufgrund einer Reizung, die gelegentlich beim Nasenabstrich auftritt. Beim Rachenabstrich hingegen könne es zu Würgereizen kommen, das sei ja auch von Zahnbehandlungen bekannt. Sandra Jeckle steht in voller Schutzmontur vor dem Testanten: mit FFP2-Maske, Schutzschild, Schutzoverall, Handschuhen und Kopfbedeckung. „Man muss immer aufmerksam bleiben. Die Personen müssen hier ihre Mund-Nasen-Bedeckung ablegen und könnten so im schlimmsten Fall das Virus übertragen. Ich habe Respekt vor dem Virus, aber Angst habe ich nicht. Wenn ich den Testraum verlasse, auch nur für kurze Zeit, lege ich die Schutzkleidung komplett ab, von hier darf nichts nach außen dringen.“

In ruhigen Worten erklärt Sandra Jeckle einer Testperson, was sie nun machen wird und welche Reaktionen auftreten können, bevor sie das Teststäbchen aus der Röhre holt. Kein Zucken des Mannes beim Abstrich im Rachen. Auch nicht, als das Stäbchen tief in die Nase eindringt. „Das habe ich mir deutlich unangenehmer vorgestellt“, versichert er nach der kurzen Prozedur. Schnell hat die Krankenschwester das Testmaterial in einer separaten Plastiktüte verpackt. Von der Anmeldung bis zum abholbereiten Abstrich sind gerade einmal fünf Minuten vergangen. In einer Box warten schon einige Proben auf die Abholung. „Wir arbeiten mit einem Augsburger Labor zusammen. Nach anfänglichen Problemen wegen Softwareabstimmungen und Kapazitätsengpässen läuft es jetzt perfekt. Das Labor hat eine zweite Analysestraße eingerichtet und die Daten können problemlos gelesen werden. Zweimal täglich, um 12 und um 24 Uhr werden die Proben abgeholt. Bei großen Chargen, zum Beispiel, als wir Schulen testen mussten und bis zu 300 Abstriche an einem Tag anfielen, wurden zusätzliche Abholtermine vereinbart“, erklärt Keller.

Besuch vom Landrat und Erinnerungsfoto: Hermann Keller (Klinikdirektor), Sandra Jeckle (Testteam), Hans Reichhart (Landrat), Anna Götzfried (Callcenter), Lutz Freybott (stellvertretender Klinikdirektor), Vicky Roth (Testteam), Christa Steck (Leiterin Testzentrum) und Marian Ziegler (Testteam).
Bild: Gertrud Adlassnig

Das Testergebnis wird den Probanden telefonisch übermittelt. Das eigens eingerichtete Callcenter ruft die Personen an, die ein negatives Ergebnis haben. Wer positiv getestet wird, erhält die Information vom Gesundheitsamt, denn mit dem Ergebnis sind verschiedenste Verhaltensauflagen verbunden.

Am schnellsten bekommen jene Bescheid, die über die Corona-App eine Vorinformation einholen können. Schon nach etwa einem Tag liegt das Laborergebnis vor. „Die Kapazitäten des Augsburger Labors sind begrenzt. Wenn dort viele Tests ankommen, kann es auch mal etwas länger dauern“, gibt Keller zu bedenken. Weil die Testzentren seit kurzem die gleiche Laborsoftware verwenden, liegen die Ergebnisse im Schnitt aber nach einem Tag via Corona-App vor. „Wir arbeiten von Montagmorgen bis Freitagabend. Wenn Ergebnisse vorliegen, werden diese bis zuletzt per E-Mail verschickt“, sagt Hermann Keller.

Bild: Bernhard Weizenegger

Wer sich allein auf die telefonische Benachrichtigung verlässt, muss eine Zeitverzögerung in Kauf nehmen, denn da muss alles über Ausdrucke und händisch anzuwählende Telefonkontakte laufen.

Bis Montagmittag wurden in den Containern in Günzburg 2227, in Krumbach 1441 Personen getestet. Die Krumbacher Öffnungszeiten in den Abendstunden kommen auch den Berufstätigen zugute, die das Angebot gerne annehmen.

Anmelden im Testzentrum kann man sich im Internet unter der Adresse: https://guenzburg.ota.girona.de/modules/ota_public/form/28/

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