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Deisenhausen

27.03.2015

Deisenhausen soll schöner werden - aber wie?

Die Pfarrkirche in Deisenhausen. Ein wirkliches Dorfzentrum fehlt der Gemeinde.
Bild: Silvia Eisenlauer

Zwei Tage lang setzten sich Gemeinderäte und Bürger mit den Stärken und Schwächen ihres Dorfes auseinander und machten sich Gedanken über die Zukunft. Die Erwartungen sind hoch.

Eine Kommune, die wie die Gemeinde Deisenhausen in das staatliche Förderprogramm „Gemeindeentwicklungskonzept“ Aufnahme sucht, darf sich am Ende über großzügige staatliche Zuschüsse freuen. Diese fließen jedoch nur, wenn Gemeinderat und Bürger gemeinsam zuerst ein Gemeindeentwicklungsprogramm für die nächsten zehn bis 15 Jahre erarbeiten. Ein erster Schritt auf diesem Weg war das Startseminar zum Thema „Zukunftsstrategie für die Gemeinde Deisenhausen“ an der Schule der Dorf- und Landentwicklung in Thierhaupten. Zwei Tage lang setzten sich acht Gemeinderäte, acht Bürger und Bürgermeister Norbert Weiß mit den Stärken und Schwächen der Gemeinde Deisenhausen auseinander und machten sich Gedanken über mögliche Ziele und Handlungsfelder der Zukunft.

Überall gibt es Flecken und Nischen, die den Menschen ans Herz gewachsen sind

Die Gemeinde Deisenhausen ist bei der Erstellung eines tragfähigen Entwicklungskonzeptes nicht auf sich allein gestellt. Bereits in der letzten Gemeinderatssitzung wählte der Gemeinderat Dipl.-Ing. Architekt BDA Franz Arnold aus Memmingen als begleitendes Planungsbüro aus. Dieses erstellt in den nächsten Monaten eine Bestandsaufnahme über die Gemeinde, betreut die Arbeitskreise und sichert deren Ergebnisse, um diese im Gemeindeentwicklungskonzept zusammen zu führen. Moderierend steht bei allen Verfahrensschritten das Amt für Ländliche Entwicklung der Kommune zur Seite. In dieser Funktion und Intention leiteten Baudirektor Ludger Klinge und Baurätin Julia Geiger auch das Wochenendseminar. Architekt Arnold war anwesend, um, wie Bürgermeister Weiß meint, ein Gespür zu bekommen, wo die Deisenhauser und Bleicher insgesamt und in den Ortsteilen selbst ihre Zukunftsprobleme sehen.

Einleitend formulierten die Teilnehmer ihre Erwartungen an das Seminar: Konkrete Ideen für ein lebendiges Dorf, in dem Jung und Alt eine Heimat haben, ein Dorf, das sich weiter entwickelt und allen Menschen Perspektiven für die Zukunft gibt. Danach richtete sich der Fokus auf die einzelnen Ortsteile. Was gefällt in Unterbleichen, Oberbleichen, Deisenhausen und Nordhofen, was ist verbesserungswürdig? Überall gibt es Flecken und Nischen, die den Menschen ans Herz gewachsen sind, die sie nicht vermissen möchten. Geschätzt wird unter anderem die Ruhe „im Grünen“ auf dem Land, das günstige Bauland, die vielen Rad- und Wanderwege, die Dorf- und Vereinsfeste, vielseitige Vereinsangebote, Flexibus, Kindergarten und Grundschule sowie die, wenn auch wenigen Einkaufsmöglichkeiten, in Dorfladen und Metzgerei.

Angesichts der Schwächen sind die Erwartungen groß

Bemängelt wird in einigen Ortsteilen das Fehlen einer Dorfmitte, die dem Ort als Mittelpunkt des Gemeindelebens Identifikation gibt. Daneben gibt es Bedarf an der Verschönerung von Straßen und Plätzen, aber auch einzelner Gebäude. Geteilt war die Meinung über Baumöglichkeiten. Während die einen die vielen Baulücken und leer stehenden Häuser im Ortsinneren monierten, wünschten sich andere die Ausweisung von Baugebieten. Speziell an kleinen Wohneinheiten wäre Bedarf. Auch bei der Nahversorgung wird noch Handlungsbedarf gesehen. Die vorhandenen Vereinsheime laufen nicht überall optimal und auch der Zusammenhalt innerhalb der Vereine bedarf neuer Motivation. Ein großer Wunsch wäre auch, wenn es in der Gemeinde noch mehr Arbeitsplätze gäbe.

Angesichts der Schwächenanalyse sind die Erwartungen an das Gemeindeentwicklungskonzept groß. Lösungen, die realisierbar und finanzierbar sind, sollen in einem Zeitraum von eineinviertel Jahren in Zusammenarbeit von Gemeinderat, Bürgern, Architekturbüro und Amt für ländliche Entwicklung gefunden werden. Die Ergebnisse des Seminars, betont Bürgermeister Weiß, sind erste Ansätze. Das Herausarbeiten von Zielen, die dann tatsächlich umgesetzt werden, könne nur unter Mitwirkung der Bürger in verschiedenen Arbeitskreisen gelingen. In der Auftaktveranstaltung zum Gemeindeentwicklungskonzept am 21. Mai um 20 Uhr im Vereinsheim Bleichen werden diese gebildet. In ihnen werden die vom Ingenieurbüro bis dahin vorliegende Bestandsaufnahme analysiert und konkrete Projekte erarbeitet. Bürgermeister Weiß zeigt sich nach dem Seminar, in dem er so richtig spüren konnte, wie sich die Menschen um die Zukunft ihres Dorfes sorgen und dabei viele Chancen für ihren Ort sehen, zuversichtlich, dass am Ende alle Ortsteile vom Gemeindeentwicklungskonzept profitieren und mithilfe der gewonnenen Erkenntnisse Projekte angepackt werden, die das Leben in einer Landgemeinde attraktiver machen.

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