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Roggenburg/Biberach

27.10.2017

Der Durst auf das Roggenburger Klosterbier ist groß

Braumeister Richard Schmid zeigt seine neueste Kreation, das „Chorherrn hell“, das sich zum Verkaufsschlager entwickelt hat.
Bild: Angela Häusler

Die jüngste Kreation der Brauerei Biberach kommt bei Besuchern gut an. Das „Chorherrn hell“ hat dem Betrieb von Richard Schmid auch neuen Auftrieb gegeben.

Stetig steigende Mengen des neuen Klosterbiers „Chorherrn hell“ liefert Braumeister Richard Schmid seit April ins Klosterareal. „Dass es so gut ankommt, damit hat niemand gerechnet“, sagt der erfahrene Brauer. Dabei ist das süffige Bier ausschließlich in Roggenburg erhältlich.

Erstmals gebraut hat Schmid seine jüngste Kreation im Januar – auf Wunsch der Patres im Kloster, denen die Idee eines exklusiven Klosterbiers gefiel, das im Klostergasthof ausgeschenkt und im Klosterladen verkauft werden könnte. Wie die Kreation schmecken sollte, das ließen sie offen. So hatte Schmidfreie Hand bei der Rezeptur. Und mit seiner Geschmacksvorstellung lag er offenbar goldrichtig. „Das Chorherrn hell ist angenehm herb und auf jeden Fall sehr bekömmlich“, sagt der Braumeister.

Karamellmalz liefere den charakteristischen Geschmack, berichtet Schmid im Sudhaus, wo aus Wasser und Malz die Maische entsteht. Die Zugabe von Hopfen entscheidet anschließend darüber, wie bitter das Bier schmecken wird. Ist aus diesen Zutaten, erhitzt und gefiltert, schließlich die Würze entstanden, folgt der nächste Produktionsschritt: Mit dem Zusetzen der Hefe beginnt die Gärung, Alkohol entsteht. Dieser Prozess dauert eine Woche. Sechs Wochen wird das Bier dann noch in großen Tanks gelagert, bevor es abgefüllt wird.

So dauert es insgesamt etwa acht Wochen, bis ein angesetztes Bier schließlich verkauft werden kann. Und daraus erklärt sich auch, warum es schon kurz nach dem ersten Bier-Ausschank im Frühling zum ersten Liefer-Engpass kam: Im warmen Mai tranken die Gäste im Klostergasthof deutlich mehr vom Klosterbier als gedacht, und der neu angesetzte Gerstensaft war noch nicht fertig gereift, wie der Brauer schmunzelnd erzählt. Der Zuspruch der Konsumenten hat einen zusätzlichen Motivationsschub in seinen Arbeitsalltag gebracht. Bereits seit mehr als 40 Jahren geht Schmid seinem Handwerk nach. 1992 übernahm er den vom Ur-Urgroßvater gegründeten Betrieb.

Bereits im Mittelalter wurde auf dem Klosterareal in Roggenburg Bier gebraut

Mit dem eigenen Klosterbier knüpfen die Roggenburger Patres an eine Tradition an. Offenbar wurde bereits im Mittelalter auf dem Klosterareal Bier gebraut, im 18. Jahrhundert sind Umbau und Neuausstattung des dortigen Brauereihauses belegt. Dieses hielt sich allerdings nicht bis in die Gegenwart, weshalb die Patres heute mit der Brauerei Biberach kooperieren.

Angespornt vom aktuellen Erfolg plant Unternehmer Schmid jetzt neue Investitionen: Im kommenden Jahr will er weitere Tanks zur Lagerung aufstellen. Denn die bisherige Kapazität wird nicht mehr ausreichen, wenn die Produktionsmengen steigen. Die Entwicklung des Klosterbiers gab der Brauerei neuen Auftrieb. Sohn Fabian ist mittlerweile voll in den Betrieb eingestiegen. „Ohne ihn wäre mir die Produktion des Klosterbiers gar nicht möglich gewesen“, sagt Richard Schmid, der die Brauerei bisher als Ein-Mann-Betrieb führte.

Was das Geschäft nun zusätzlich ankurbelt, ist der Trend zu regional hergestellten Produkten und zu handwerklich gebrautem Bier. Schon länger bezieht die Brauerei ihre Zutaten aus der Region: Wasser aus Biberach, Hopfen aus der Hallertau und Tettnang, Malz aus Oberschwaben. „Wir wollten ein Bier, das regionalen Bezug hat und auch die hiesige Wirtschaft unterstützt“, sagt Christian Fischer, Verwaltungsleiter des Klosters, der sich ebenfalls über die positive Resonanz auf das Klosterbier freut: „Den Leuten schmeckt es hervorragend“.

Information zum Verkauf: Das Roggenburger Klosterbier wird im Klostergasthof ausgeschenkt. In Flaschen und im Party-Fass ist es zudem im Klosterladen zu erwerben.

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