1. Startseite
  2. Lokales (Krumbach)
  3. Die Exotik des Südens, aber auch die Slums von Mumbai

Kreuzfahrt

23.11.2012

Die Exotik des Südens, aber auch die Slums von Mumbai

Perry Paul mit seiner Bauchrednerpuppe Amadeus und dem ZDF-Südostasien-Korrespondenten Peter Kunz auf der MS Europa.
Bild: Perry Paul

Die heimischen Künstler Perry & Eve treten im Indischen Ozean auf der MS Europa auf. Das Leben an Bord ist luxuriös, aber Perry begegnete auf Kreuzfahrten auch den Schattenseiten des Lebens

18 Meter hohe Wellen? Eine Kreuzfahrt stellt man sich zweifellos anders vor. Der Atem stockt, als Perry und Eve über die Vorbeifahrt an Kap Hoorn/Südamerika im Jahr 1985 erzählen. Das Kreuzfahrtschiff, auf dem die beiden Edenhauser Künstler damals engagiert waren, geriet in Seenot, für die Urlaubsgäste an Bord wurde die Fahrt vorübergehend zum Albtraum. Eine derart unruhige Passage dürfte sich diesmal nicht einstellen.

Im Gegenteil. Der Indische Ozean zwischen der Insel Mauritius und der südafrikanischen Hafenstadt Kapstadt gilt als ein regelrecht paradiesisches Gefilde. Ruhige See, südliche Sonne und traumhafte exotische Landschaften wie etwa Réunion und Madagaskar. Bauchredner und Zauberer Perry und seine Frau Eve sind im November und Dezember an Bord des Kreuzfahrtschiffs MS Europa engagiert.

Die erste Fahrt führte durch das östliche Mittelmeer

Seit 32 Jahren treten sie auf Kreuzfahrtschiffen auf. Damals begann es mit einer Fahrt von Venedig durch das östliche Mittelmeer. Inzwischen waren sie in so ziemlich allen Weltgegenden und sie haben im Lauf der Jahre auch in mancherlei anderer Hinsicht so einige Klippen umschifft. Zum Beispiel in Sydney/Australien, als große Teile des Gepäcks zunächst einfach weg waren. Und für Perry ist Gepäck mehr als nur Gepäck. Denn darin befinden sich die Puppen, die bei seinen Auftritten als Bauchredner sozusagen seine ständigen Gesprächspartner sind.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Angesichts solcher Probleme hat Perry seine bekannteste Puppe, die Mauskatze Amadeus, stets im Handgepäck – was ihm beim Einchecken am Flughafen zunächst so manchen ungläubigen Blick der Zollbeamten beschert. Mit seinem sprechenden Helm Theo musste er in den USA sogar einmal in den Sprengstoffuntersuchungsraum.

Ein Schiff voller Exklusivität

Nun aber stehen die Zeichen ganz auf Entspannung. Mit der MS Europa wartet ein Schiff, das als Kreuzfahrtschiff gewissermaßen in der Weltliga fährt. Das 1999 in Dienst gestellte, knapp 200 Meter lange Schiff der deutschen Reederei Hapag Lloyd Kreuzfahrten ist das weltweit einzige Kreuzfahrtschiff, das vom britischen Kreuzfahrtführer „Berlitz Complete Guide to Cruising & Cruise Ships“ zwölfmal in Folge mit der Kategorie „5-Sterne-plus“ ausgezeichnet wurde. Es ist, wie Perry, berichtet, ein Schiff voller Exklusivität. Die Kabinen heißen Suiten. Viele sind rund 25 Quadratmeter groß, es gibt aber auch Kabinen mit 45 Quadratmetern – die Penthouse-Deluxe-Suiten mit separatem Wohnbereich und Butler.

Gewissermaßen die Krönung sind zwei Penthouse-Grand-Suiten mit 85 Quadratmetern und eigener Sauna. An Bord des Schiffes befinden sich lediglich rund 400 Gäste. Zeit und Raum bekommen bei einer solchen Fahrt wohl eine andere Dimension. An Bord gibt es einen Juwelier, eine Kunstgalerie und einen Golfsimulator. Immer wieder treten auf der MS Europa bekannte Künstler wie Udo Jürgens oder Peter Kraus auf. Auch Perry und Eve waren schon mehrfach an Bord engagiert.

Ein Gefühl wie auf dem Traumschiff

Die MS Europa – Traumschiffgefühl im wahrsten Wortsinn. Perry und Eve freuen sich auf ihren Auftritt an Bord dieses besonderen Schiffes, aber auch auf die Begegnungen mit den Reisenden dort. Bei ihren Kreuzfahrten haben sie in den vergangenen Jahren zahlreiche Persönlichkeiten kennengelernt. Darunter waren Udo Jürgens oder auch der ZDF-Südostasien-Korrespondent Peter Kunz. Mit Kunz durchstreiften Perry und Eve die indische 20-Millionenstadt Mumbai (Bombay).

Mit dem Südostasienkenner Kunz war es eine „Führung“ abseits der üblichen Touristenrouten. Die Stadt besteht weitgehend aus Slums, für Perry und Eve eine beklemmende Begegnung. „Die Menschen sitzen buchstäblich im Müll“, berichtet Eve. Kreuzfahrt – das kann auch der Blick in den Abgrund des menschlichen Daseins sein.

Lesen Sie mehr über Perry und seine abenteuerlichen Anekdoten von seinen Kreuzfahrten in der Wochenendausgabe der Mittelschwäbischen Nachrichten.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren