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Amphitheater

02.09.2015

Die Weltelite zu Gast in der Provinz

Gelöste Stimmung herrschte bei Musikern und Veranstalter nach dem Konzert. Auch in diesem Jahr war es Konzertveranstalter und Instrumentenbauer Engelbert Schmid (helle Kleidung) gelungen, hochkarätige Musiker nach Mindelzell zu locken.
Bild: Brigitte Scholz

Im dörflichen Ambiente von Mindelzell versammelt Engelbert Schmid hochkarätige Musiker aus aller Welt. So auch beim Finale einer grandiosen Konzertsaison

Seit 35 Jahren baut Engelbert Schmid Hörner, seit 25 Jahren in eigener Herstellung, seit zehn Jahren in Mindelzell und außerdem produziert er seit zehn Jahren ausgezeichneten Wein. Wenn das kein Grund zum Feiern ist! Wie anders könnte ein solches Jubiläum gefeiert werden, als mit einem Konzert.

Es begann mit einer ungeplanten, aber grandiosen Eröffnung von Arkady Shilklopper mit seinem Alphorn, dem er moderne, jazzige Klänge entlockte. Er war gerade vor knapp einer halben Stunde angekommen.

Für Schmid bildete das Konzert eine Achse zwischen Wien und St. Petersburg; aber auch Spanien war mit Javier Bonet, dem Star des Abends, vertreten. Musik kennt keine Grenzen.

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„Ein größeres Glück kann man nicht haben, wenn das Hornquartett der Wiener Philharmoniker auf den von mir entwickelten Wiener Hörnern spielt“, freute sich Engelbert Schmid. Das war wirklich ein wundervoller, warmer, weicher Klang, den das Hornquartett mit Ronald Janezic, Josef Reif, Wolfgang Vladar und Lars Michael Stransky mit ihren Instrumenten zauberten. Schmid hatte gewarnt: „Das Wiener Horn ist gefährlich zu blasen, es erfordert große Könnerschaft. Aber dieses Instrument ist es wert, weiter gespielt zu werden.“ Mit Stücken von Anton Richter, Eugène Bozza und Werken aus der Opernliteratur faszinierten die Wiener Musiker das Publikum im voll besetzten Amphitheater mit sanfter, getragener Musik. Als Zugabe gab es dann aber noch den etwas flotteren „Kirtamarsch“.

Ganz anders trat das Hornquartett des Mariinskytheaters St. Petersburg auf. Die neuen Instrumente aus Schmids Werkstatt hatten dem Quartett mit Dmitry Voronzov, Aleksander Afanasiev, Yuri Akimkin und Peter Rodin neuen Auftrieb gegeben. Klar, hell und kraftvoll lassen die vier ein Stück von Friedrich Homilius erklingen. Nach der Pause dann eine Suite von Nikolay Tcherepnin und eine Nocturne für Horn-Quartett von Rimsky-Korsakov. Technisch brillant verlieh dieses russische Hornquartett den Stücken eine Seele und schlug das Publikum in seinen Bann.

Mit „Espana“ von Witali Bujanowski bescherte Javier Bonet diesem Konzertabend den glanzvollen Höhepunkt. Ungeahnte Varianten von ganz zart pianissimo bis strahlend hell und kraftvoll entlockte er dem Horn schier unglaubliche Töne. Er verzauberte die Zuhörer mit seiner ungeheuren Virtuosität. Mit seinem Spiel ließ er vor dem inneren Auge die spanische Landschaft erscheinen und etwas von der spanischen Seele erahnen. Begeisterter Applaus war ihm sicher.

Beim anschließenden Gala Dinner erklang dann auch wieder erlesene Musik; Engelbert Schmid griff nun selbst zum Horn und eröffnete den Abend mit seiner attraktiven Frau Carina, die die Geige spielte. Auch die anderen Musiker glänzten mit Zwischenspielen, bevor der Abend dann in einer Jamsession endete.

Es zeigte sich, dass Musik und Wein hervorragend zusammen passen, besonders wenn der Wein aus eigenem Anbau stammt. Auch wenn Schmid kein gelernter Winzer ist, so hat er sich das Wissen, akribisch und gründlich wie er ist, selbst angeeignet und auf La Palma Wein angebaut. Der Lohn dafür sind Auszeichnungen auf höchster Ebene.

Die Konzertsaison im Amphitheater ist für dieses Jahr beendet. Eine Saison, in der wieder hochklassige Musiker aus aller Welt in dem kleinen Mindelzell das Publikum begeisterten. Das Wetter spielte mit, der Frosch im kleinen Teich quakte hier und da mit den Musikern, der Duft der Trompetenblüten wurde zwischendurch übertüncht vom Geruch der nahen Siloanlage und über allem schien auch der Vollmond. So etwas kann kein großes Konzerthaus bieten.

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