1. Startseite
  2. Lokales (Krumbach)
  3. „Dussa“ oder „russa“?

Die Mundart wird in Tonaufzeichnungen dokumentiert

18.10.2011

„Dussa“ oder „russa“?

Copy of IMG_4402.tif
3 Bilder
Brigitte Schwarz aus Edelstetten befragt Menschen aus Bayerisch-Schwaben zum Dialekt. Unser Bild zeigt sie mit ihrem Schwiegervater Max Schwarz. 
Bild: Monika Leopold-Miller

Ein neues Projekt der Universität Augsburg und des Vereins "Schwäbisches Literaturschloss"

Edelstetten Wann ist der Schwabe „dussa“ und wann „russa“? Wann gibt es Brotzeit und wann Brotessa? „Die Brotzeit gibt es am Vormittag und das Brotessa findet am Abend statt“, meint Max Schwarz aus Edelstetten. „Dussa“ ist von innen aus gesehen und „russa“ ist man, wenn man sich draußen aufhält.

Brigitte Schwarz, seine Schwiegertochter, ist zurzeit vom Ries bis zum Allgäu, zwischen Iller und Lech unterwegs, um Menschen zwischen 65 und 85 Jahren nach Begriffen und Wörtern im Dialekt zu befragen und im Ton festzuhalten. „Die zu befragenden Menschen sollen aus der Landwirtschaft kommen oder zumindest in irgendeiner Verbindung dazu stehen. Sie kennen noch am besten die Begriffe von früher. Ich wende mich an den ausgewählten Orten zunächst an das Bürgermeisteramt. Hier werden mir dann geeignete Kandidaten genannt. Insgesamt 30 verschiedene Orte und Menschen wurden ausgewählt“, erklärt sie.

Grundlage des Projekts bildet der „Kleine Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben“, der vertont werden soll. Und voraussichtlich ab Herbst nächsten Jahres kann man sich die unterschiedlichen Begriffe im Internet anhören. Auf einer Landkarte kann der gewünschte Ort angeklickt werden und man hört das jeweilige Wort.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Hinter dem Projekt steht zunächst die Uni Augsburg mit dem Dialekt-Experten Professor Dr. Werner König, der mit seinen Mitarbeitern die Sprachatlas-Printversion verfasst hat. Die Vertonung wird finanziell durch den Verein „Schwäbisches Literaturschloss Edelstetten“ mit dem früheren Bezirkstagspräsidenten Dr. Georg Simnacher an der Spitze, getragen. Dieser Verein wurde vor rund zwei Jahren zur Förderung und Pflege schwäbischer Dichtung, Literatur und Sprache ins Leben gerufen.

Ausführlich berichten wir darüber in der Mittwochsausgabe der Mittelschwäbischen Nachrichten

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren