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Thannhausen

06.05.2020

Ein Firmenumzug aus dem Dorf in die Stadt Thannhausen

Blick auf Thannhausen aus dem Büro von Leonhard Wiedemann.
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Blick auf Thannhausen aus dem Büro von Leonhard Wiedemann.
Bild: Annegret Döring

Plus LS Bau AG verlegt Firmensitz von Muttershofen in die Mindelstadt Thannhausen und ist ins ehemalige Kreisaltenheim gezogen. Was alles umgebaut und untergebracht wurde.

Im vergangenen Jahr erst hat man bei Leitenmaier das 70-jährige Bestehen gefeiert. Und in diesem Frühjahr ist eine der Firmen der Leitenmaier-Gruppe, die LS Bau AG, von Muttershofen umgezogen in ein neues Gebäude – kein gewöhnliches Gebäude, sondern ein geschichtsträchtiges: Das neue Firmengebäude in Thannhausen war einst Kreisaltenheim und noch früher das Thannhauser Krankenhaus. Viele Thannhauser und andere aus dem südlichen Landkreis Günzburg wurden dort geboren, unter anderem auch Aufsichtsrat Anton Welzhofer. Nach einem Umbau des gesamten Inneren konnte man im März die neuen Räumlichkeiten beziehen. Am Freitag, 13. März, hat man die in Muttershofen gepackten Computer aufgestellt und direkt anfangen können zu arbeiten. „Alles hat reibungslos funktioniert“, freut sich Aktionärin Christiana Leitenmaier.

3,3 Millionen Euro in den neuen Firmensitz investiert

Die Umbauphase des historischen Krankenhausgebäudes hat ein Jahr gedauert. 2017 hat die Leitenmaier KG den Zuschlag für das gesamte Areal des ehemaligen Kreisaltenheims bekommen, das der Landkreis abgestoßen hat. Im Mai 2018 ging es dann an die LS Bau AG. Bauplätze vom Ursprungsgrundstück wurden verkauft. Rund 3,3 Millionen Euro hat man investiert in das Projekt, die letzten Rechnungen seien aber noch nicht ganz abgeschlossen, erklärt Vorstand Leonhard Wiedemann. Für den Ustersbacher schließt sich mit dem Umzug ein Kreis, besuchte er doch einst in Thannhausen die Realschule.

Unter Leitung von Jonas Glogger vom Architekturbüro Glogger aus Balzhausen wurde das alte Krankenhausgebäude fit gemacht für die neuen Nutzungsbedürfnisse der Straßenbaufirma, die rund 260 Mitarbeiter hat. Alle 48 technischen und kaufmännischen Angestellten finden Platz an modernen höhenverstellbaren Schreibtischen in dem Gebäude, das man über einen Vorplatz mit einem großen „L“ im Pflaster, dem Firmenlogo, betritt.

Wunderbarer Blick auf Thannhausen vom Vorstandsbüro aus

Beim Rundgang fällt im Erdgeschoss die Eventküche mit großem Essplatz und Faltwand zum Schulungsraum auf. „Dieser Bereich soll das Gemeinschaftsgefühl unter den Mitarbeitern fördern“, so Wiedemann. Empfangen werden Kunden und Gäste der Firma in einem kleinen Foyer mit Empfangstresen und Sitzgruppe. Die Wände sind noch kahl. Hier will Wiedemann noch Informationen zur Firmengeschichte anbringen lassen. Ebenfalls im Erdgeschoss untergebracht sind die Arbeitsplätze der Bauleiter, Zeichner und Abrechner, der EDV- und Vermessungsabteilung und des technischen Innendienstes. Einige der Mitarbeiter befänden sich derzeit aber, bedingt durch die Corona-Bestimmungen, im Homeoffice. Im ersten Stock haben die Abteilungen Technischer Einkauf, Brückensanierung und Bauwerkserhalt sowie die Asphaltgruppe mit dem Bausekretariat ihren Sitz. Der 2. Stock ist der Personalabteilung, dem Rechnungswesen, der Finanzbuchhaltung samt der Sekretariate vorbehalten und hier finden sich auch die Vorstandsbüros von Christiana Leitenmaier, Fabian Eppinger und Leonhard Wiedemann. Letzterer hat das schönste Büro. Ein Blick aus dem halbrunden Fenstererker zeigt die Aussicht auf die dem Gebäude fast zu Füßen liegende Stadt Thannhausen. Auch der neue Thannhauser Bürgermeister, Alois Held, arbeitete noch bis vor wenigen Tagen in diesem Stockwerk. Die 3. Etage beherbergt eine Abteilung der Leitenmaier KG mit Peter Leitenmaier, einer Sekretärin, einem Bauzeichner und einem allgemeinen Ruheraum für die Mitarbeiter. Wärme in den Räumen spendet übrigens eine Deckenheizung, erklärt Leonhard Wiedemann ein Stück Haustechnik.

Im ehemaligen Gebetsraum des Ex-Kreisaltenheims ist noch eine weitere Firma der Leitenmaier-Gruppe, die AVES Abfall, Verwertung und Entsorgung GmbH untergebracht. Und es gibt noch einen weiteren Gebäudeteil des ehemaligen Kreisaltenheims, der anderen Zwecken dient: Vor rund 30 Jahren gab es einen Anbau an das alte Klinikgebäude. Er fällt durch seine vollkommen andere Architektur und seine gelbe Außenfassade auf. Die dortige ehemalige Altenheimküche ist vermietet an einen Caterer, der Schulen und Betriebe mit Essen beliefert. Im Rest des Gebäudes ist ein Mitarbeiter-Wohnheim entstanden, das Christiana Leitenmaier managt. „Die ersten Mitarbeiter sind an Ostern eingezogen“, sagt sie. Neben eigenen Mitarbeitern wohnen in den 35 möblierten Wohneinheiten mit ein bis zwei Betten auch Angehörige externer Arbeitgeber, wobei die Mietverträge immer mit den jeweiligen Firmen direkt geschlossen werden. Drei der Zimmer haben eine Gemeinschaftsküche und -dusche, die anderen 32 sind Appartements mit Nasszelle sowie Balkon oder Terrasse. Pro Etage gibt es eine Gemeinschaftsküche und einen Speiseraum.

Einweihungsfeier muss wegen Corona ausfallen

Eigentlich wäre der Einzug in ein neues Firmengebäude auch ein Anlass zum Feiern. Geplant war die Einweihung ursprünglich für Oktober im vergangenen Jahr, doch hatte es Verzögerungen beim Gebäudeumbau gegeben. Bedingt durch die Einschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie muss die Feier nun ausfallen. Doch die Firma plant auch noch den Bau eines neuen Bauhofs an der Edelstetter Straße in Thannhausen bei der Asphalt-Mischanlage. Dieser soll im nächsten Jahr fertiggestellt werden und im Zuge dessen denkt man einen Tag der offenen Tür für die Thannhauser Bevölkerung an, sagt Christiana Leitenmaier. Sie und Leonhard Wiedemann hoffen, dass sich die Mitarbeiter am neuen Firmensitz wohlfühlen. Der Umzug vom Dorf Muttershofen, wo man in drei verschiedenen Gebäudeteilen arbeitete, in die Stadt Thannhausen sei ein Schritt, der beide auf Standortvorteile gegenüber Konkurrenzfirmen bei der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern hoffen lässt. „Und für mich selber ist es besonders praktisch, denn ich wohne gleich gegenüber“, fügt Christiana Leitenmaier hinzu.

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