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Erneuerbare Energien

08.05.2011

Ein Problem des Speicherns

Gaben Einblicke in die Forschung über erneuerbare Energien und stellten sich der Diskussion im Gasthof Munding: (von links) Gerhard Weiß, Bürgermeister Karl Oberschmid aus Winterbach, Klaus-Peter Dietmayer Geschäftsführer der Erdgas Schwaben, Arno Pöhlmann Geschäftsführer des ÜWK Krumbach und Hans-Peter Fuchs von der Firma Renerco.
Bild: Foto: Petra Nelhübel

„Kernkraft – Nein danke! Aber welche Alternativen haben wir?“ Expertenrunde diskutierte öffentlich auf Einladung der CSU

Krumbach Überraschend gut besucht war, trotz schönsten Biergartenwetters, die Podiumsdiskussion über erneuerbare Energien, zu der die CSU Krumbach am Freitagabend in den Gasthof Munding geladen hatte. Klaus-Peter Dietmayer (Erdgas Schwaben), Arno Pöhlmann (ÜWK Krumbach), Hans-Peter Fuchs (Firma Renerco) und Bürgermeister Karl Oberschmid (Planko-Bio-Net) stellten sich der Diskussion. Unter dem Titel „Kernkraft – Nein danke! Aber welche Alternativen haben wir?“ erläuterten vier Experten unter der Leitung von Krumbachs zweitem Bürgermeister Gerhard Weiß, Vor- und Nachteile von erneuerbaren Energien, deren Einsatzmöglichkeiten und Zukunftspotenzial. „Windkraft? – Nicht hier! Solarfelder? – Ja, aber woanders! Biogas? – Nur wo man’s nicht riecht!“, brachte Moderator Weiß die zwiespältigen Gefühle der Bevölkerung auf den Punkt.

Dass die Region in Sachen erneuerbare Energien so schlecht gar nicht da steht, zeigte Arno Pöhlmann, Geschäftsführer des Überlandwerks Krumbach (ÜWK), anhand einiger Zahlen auf. Während deutschlandweit mit Wasserkraft nur rund 3,3 Prozent der Energie gewonnen werde, sei es in der Region mit 6,45 Prozent fast das Doppelte. Bei der Photovoltaik sei der Unterschied noch frappierender. 1,99 Prozent deutschlandweit gegenüber 18,56 Prozent in unserer Region. Lediglich hinsichtlich der Windkraft hinke man mit 0,3 Prozent deutlich hinterher (deutschlandweit 6,4 Prozent). „Den von der Bundesregierung angestrebten 40-Prozent-Anteil von erneuerbaren Energien bis 2020 haben wir in unserer Region mit 38,4 Prozent annähernd jetzt schon erreicht“, sagte Pöhlmann. Und es könnte noch viel mehr sein.

Winterbachs Bürgermeister Karl Oberschmid, der mit seiner Firma Planko seit den 90er Jahren Biomassenetzwerke und Hackschnitzelanlagen, sieben davon im Umland, baut, erklärte: „Winterbach könnte jetzt schon energieautark sein, wenn wir die produzierte Energie speichern könnten.“ Das Problem der Energiespeicherung hoben alle Referenten deutlich hervor und übten dabei teils heftige Kritik an der Politik, die „die Förderung der Forschung in diesem Bereich bisher sträflich vernachlässigte“, wie Klaus-Peter Dietmayer betonte. Enorme Stromverluste entstünden auch durch lange Leitungen wenn man zum Beispiel den Strom von Windkraft-Offshore-Anlagen aus Norddeutschland in den Süden leiten wollte. Hier gäbe es die Möglichkeit, diesen Strom in Form von Erdgas zu speichern und erst bei Bedarf wieder umzuwandeln. „Das bayerische Wirtschaftsministerium hat abgelehnt, diese Technik zu fördern“, unterstrich Dietmayer und erläuterte dabei auch seine mäßige Begeisterung für GuD Kraftwerke. „GuD Kraftwerke haben keine Wärmeauskopplung. Wir verheizen die Energie selbst, statt aus der Abwärme bei der Energieproduktion Heizwärme zu gewinnen.“

Den vergleichsweise geringen Flächenverbrauch bei Photovoltaik- und Windkraftanlagen hob Hans-Peter Fuchs von der Firma Renerco hervor. Bis jetzt würden im Kreis, als einem der sonnenreichsten Deutschlands, gerade einmal 0,15 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche für Photovoltaik genutzt. „Und das, wo sich diese Anlagen in der Regel innerhalb von vier Jahren amortisieren und Gemeinden wie Landwirte davon profitieren könnten.“

Wie entwickelt sich der Strompreis? Diese Frage wurde von allen Experten in der anschließenden Diskussion einhellig beantwortet: „Strom wird teurer.“ „Aber wie viele elektrische Geräte sie im Haushalt einsetzen, entscheiden sie selbst“, gab Arno Pöhlmann zu bedenken. Auch die zahlreichen Einsparungsmöglichkeiten bei der Wärmedämmung, ein Tempolimit auf Autobahnen, der Einsatz von Blockheizkraftwerken in Altbauten und der Bau von Passivhäusern sei ein Weg in die richtige Richtung.

Die Politik soll Weichen stellen mit Fördermaßnahmen

Gleichzeitig wurde der Ruf an die Politik laut, mit entsprechenden Fördermaßnahmen die Weichen in Richtung Energiewende zu stellen. „Hier reden wir vom schnellen Atomausstieg und unser Nachbarland Polen hat vor vier Tagen mit dem Bau eines neuen Atomkraftwerks begonnen“, gab Klaus-Peter Dietmayer bekannt. Und doch, „die Energiewende wird stattfinden. Und sie wird hier bei uns stattfinden“, so Georg Stark vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten abschließend. (nelp)

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