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Kirche

14.02.2018

Er lebt schon lange mit der Donau

Jürgen Pommer wird der neue Dekan der evangelischen Christen im Dekanat Neu-Ulm. Er hat zuletzt in Deggendorf gewirkt.
Bild: Dagmar Hub

Der neue Leiter des evangelischen Dekanats Neu-Ulm hat 25 Jahre lang in Deggendorf gewirkt. Wie ihn die Zusammenarbeit mit seinen katholischen Kollegen geprägt hat.

Neu-Ulm und Ulm sind für Jürgen Pommer komplettes Neuland, für das sich der künftige Neu-Ulmer Dekan bei seinen ersten Besuchen aber durchaus begeistern kann. Im April wird der 53-Jährige, der aktuell noch Pfarrer in Deggendorf ist, mit seiner Frau Rosemarie in die Wohnung im Dekanatsgebäude am Neu-Ulmer Petrusplatz einziehen, aus der die in den Ruhestand gegangene Dekanin Gabriele Burmann und ihr Mann Ernst Ende Januar ausgezogen sind. Am 29. April wird Pommer in der Petruskirche in sein neues Amt als Dekan eingeführt, mit dem auch die Pfarrstelle der Petrusgemeinde verbunden ist.

An der Donau zu leben, damit ist Jürgen Pommer seit langer Zeit vertraut, liegt Deggendorf doch ziemlich genau 300 Kilometer stromabwärts. Vieles aber wird in Neu-Ulm anders sein: Die Protestanten stellen in Niederbayern eine Minderheit dar, weswegen die Ökumene für Jürgen Pommer in den 25 Jahren seiner Tätigkeit dort eine zentrale Rolle spielte. Zwar gibt es auch in Neu-Ulm mehr katholische als evangelische Christen, doch ist deren Anteil an der Gesamtbevölkerung deutlich höher als in Deggendorf.

Die intensive Zusammenarbeit mit den katholischen Kollegen in Niederbayern bezog sogar einen Predigttausch mit ein, sodass katholische Pfarrer in der evangelischen Kirche sprechen konnten und umgekehrt. „Das war toll für die Gläubigen und für die Kollegen“, erzählt Jürgen Pommer, dessen Wunsch es ist, eine solche Zusammenarbeit mit den katholischen Gemeinden auch im Dekanat Neu-Ulm pflegen zu können. „Sie zeugt vom Willen, gemeinsam zu gestalten, und ist auch an Notwendigkeiten orientiert. Jeder hat sein Profil, aber man kann gemeinsame Schritte gehen. Dogmatische Feinheiten kann man heute nicht mehr vermitteln“, sagt Pommer. Und: „Für eine derartige freundschaftliche Zusammenarbeit benötigt man einen eigenen Standpunkt.“

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Brücken schlägt der in Oettingen geborene Jürgen Pommer leidenschaftlich gern – und möchte das auch über die Landesgrenze hin zu den evangelischen Kirchengemeinden in Ulm tun. „Ich habe schon als Urlauberpfarrer in Österreich, in den Niederlanden und auf Langeoog gearbeitet. Das hilft sehr, über den Tellerrand hinauszuschauen.“ Eine wichtige Erfahrung nennt der Vater von zwei Kindern auch einen Einsatz auf einem Kreuzfahrtschiff zu Weihnachten. „Da wird man als Teil des Unterhaltungsprogrammes vorgestellt.“ Während der Reise aber ergaben sich viele interessante Gespräche, erzählt er.

Eine unkomplizierte Beziehung zur katholischen Kirche kennt Pommer, der selbst Sohn eines evangelischen Geistlichen ist, bereits seit seinen Anfängen im Pfarrberuf: Seine eigene Ordinierung durch einen evangelischen Regionalbischof fand in einer katholischen Klosterkirche statt, in der Kirche der Benediktinerabtei Niederaltaich.

Jürgen Pommer möchte die Kirchengemeinden des 1618 Quadratkilometer großen Dekanats, zu dem auch der Landkreis Günzburg gehört, möglichst bald kennenlernen, vielleicht mitunter auch mit dem Rennrad, für das sich der neue Dekan mindestens ebenso begeistert wie für Oper, klassische Musik und Kirchenmusik.

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