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Theater

29.07.2013

Frau Holle modern mit erzieherischem Ansatz

Voll mit Pech ist Mariechen nach dem Arbeitseinsatz bei Frau Holle. Unser Szenenbild vom Stück des Theatervereins Krumbach im Stadel des Krumbads zeigt von links (vorne) Mariechens Mutter Frau Steiner (Martina Schätzthauer), den Schuhmacher Ruben (Olaf Krasnitzky), Mariechen (Lisa Rovny), Marie (Antonja Rovny) und Steffen, Maries Freund (Patrick Christ).
Bild: E. Schmid

Krumbacher Theaterverein mit Inszenierung von Ingo Saxx im Theaterstadel des Krumbads. Weitere Aufführungen

Krumbach Marie schüttelt die Betten aus und im Krumbader Stadel fallen zarte Schneeflocken auf das Publikum. Dort führte der Krumbacher Theaterverein am Samstagabend das Märchen Frau Holle der Brüder Grimm auf. Gezeigt wurde eine Frau Holle, die von Ingo Saxx überarbeitet wurde, das heißt eine zeitgemäße Version, die für Kinder und für Erwachsene spannend und lustig war.

Das erzieherische Element spielt bei Saxx eine große Rolle. So wird die Marie nach ihrer Arbeit bei Frau Holle mit Gold übergossen. Marie – Antonja Rovny spielt die Marie demütig und leise – wird immer nur von der Mutter geschimpft und zurechtgewiesen. Bei Frau Holle, Gisela Reichhard spielt mütterlich und verständnisvoll, gewinnt Marie Selbstbewusstsein, um sich aus den Fängen der bösen Mutter (Martina Schätzthauer) zu befreien. Mariechen hingegen, das von der Mutter verwöhnte Kind, bekommt einen Lohn der besonderen Art. Sie (Lisa Rovny) hat nur ihr Make-up, ihre Frisur und ihre Kleidung im Sinn. Lisa Rovny ist ein perfektes Mariechen. Geziert tänzelt sie über die Bühne, ist affektiert und bereit, sich den Wünschen der Mutter, die sich eine Heirat mit einem reichen Mann wünscht, zu beugen. Hauptsache nicht arbeiten, ist ihre Devise. Sie macht ihre Arbeit schlecht, hilft dem Apfelbaum nicht, die Äpfel zu schütteln, und der Backofen muss sein Brot im Ofen behalten, bis es verbrennt. Auch Betten schütteln klappt nicht „Oh Gott, jetzt habe ich mir meinen Nagel eingerissen“, jammert sie. Das faule Mariechen wird als Lohn mit Pech übergossen. Aber auch Mariechen lernt aus ihrer Erfahrung und ändert sich. Nicht nur Strafe, auch Verständnis für die Situation zeigen ist Ingo Saxx’ Botschaft.

Schwäbische Tratschweiber erziehen mit Watsch’n

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Das sehen aber die zwei Tratschweiber im Stück völlig anders. Immer wieder tauchen sie auf dem Marktplatz auf, um Leute auszurichten. Gabi Fetschele als Frau Hübner und Inge Merk als Frau Koller sind typische Klatschtanten. Mit schwäbischer Mundart bringen sie mit ihren Auftritten die Besucher zum Lachen. „Ein paar Watsch’n haben noch keinem geschadet“, meint Frau Koller zu Erziehung, „manchmal gäbe es schon Watsch’n bevor die Kinder was anstellen. Das hilft“, sagt sie. Der Schuster Reuben (Olaf Krasnitzky) ist ganz anderer Ansicht. „Ich habe meinen Sohn noch nie geschlagen“, sagt er. „Nein, aber mit dem Stiefel nach mir geworfen hast schon“, erwidert Sohn Steffen. Dann kommt noch Dr. Isenbart, ein Wunderdoktor, der gegen jedes Wehwehchen ein Wässerchen hat. Walter Paul spielt den Doktor galant und charmant. Handküsschen hier, eine Verbeugung dort und das Geschäft läuft, vor allem bei den Damen. Dann ist da der Herr Rabenau (Kaufmann). Ganz Geschäftsmann, erklärt er seinem Sohn Franz die Vorteile einer reichen Heirat. „Eine Frau ohne Geld, ist wie ein Papagei ohne Federn“, meint er zu Franz. Wie wird aus allem ein gutes Ende, was ist mit der Liebe?

Die Darsteller des Theatervereins gaben eine vorzügliche Leistung ab. Mit dabei, wie gewohnt, Darsteller aus Ursberg mit Behinderungen. Die Kulisse von Erwin Streicher passt perfekt zu den Szenen. Michael Reichhard-Müller sorgte dafür, dass technisch alles klappte. Nur wenige Gäste waren gekommen, um dem lustigen Spektakel beizuwohnen. Es war heiß an diesem Samstagabend. Aber Schauspieler und Besucher vergaßen die Hitze und gaben sich dem Theaterspaß hin.

Weitere Aufführungen Wer die Figuren des Märchens näher kennenlernen will, hat am kommenden Wochenende die Gelegenheit dazu. Der Theaterverein spielt am Freitag, 2. August, und Samstag, 3. August, jeweils um 19.30 Uhr im Theaterstadel Krumbad.

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