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Krumbach

03.01.2020

Ganz persönliche Bilder der Stadt Krumbach

Bilder von Krumbach zeichnen: Bei ihrer Aktion wird die aus Krumbach stammende Doris Graf von ihrem Bruder Tobias Ehrmann unterstützt.
3 Bilder
Bilder von Krumbach zeichnen: Bei ihrer Aktion wird die aus Krumbach stammende Doris Graf von ihrem Bruder Tobias Ehrmann unterstützt.
Bild: Peter Bauer

Krumbacher haben ihre Stadt gezeichnet. Für Doris Graf, die Initiatorin der Aktion, ist es auch eine besondere Rückkehr.

Menschen zeichnen Bilder ihrer Stadt: Die aus Krumbach stammende Künstlerin Doris Graf war mit ihren Aktionen in Städten wie Rio (Brasilien), Bergamo (Italien) oder auch Havanna (Kuba) zu Gast. Nun gibt es für die 51-Jährige eine besondere Rückkehr in die Heimat: Krumbacher zeichnen Bilder ihrer Stadt. Das Ergebnis wird bald in einer großen Ausstellung im Heimatmuseum zu sehen sein. Dort möchte Doris Graf auch großformatige Drucke ausstellen: Ihre eigenen Arbeiten, für die die Krumbacher Zeichnungen die Ausgangsbasis sind.

Unterstützt wird Doris Graf (gebürtige Ehrmann) bei ihrer Aktion von ihrem Bruder Tobias Ehrmann, bekannt auch als Vorsitzender des Krumbacher Musikvereins. Beide hoffen, dass es gelingt, für die Umsetzung des Projekts auch Sponsoren zu finden, die sich unter der E-Mail-Adresse dodograf@web.de an Doris Graf wenden können.

Doris Graf ist seit 2012 mit ihren Zeichenaktionen weltweit unterwegs. Mehr dazu können Sie hier nachlesen:

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Krumbach zeichnen: Das konnten und können Kinder, Erwachsene, Jugendliche, Senioren, Frauen, Männer gleichermaßen. Jeder, der möchte, kann sich an den Aktionen von Doris Graf beteiligen. „Zeichnen entspannt“, betont die Künstlerin immer wieder. Und in einer solch entspannten Atmosphäre entstehen immer wieder ungewöhnliche Motive.

In den vergangenen Monaten sind in Krumbach nach Auskunft von Doris Graf über 300 Bilder entstanden. Sie freut sich sehr, dass sie dabei von der Stadt Krumbach intensiv unterstützt worden ist. Sie war unter anderem zu Gast im Krumbacher Gymnasium, beim Jugendfestival, bei der Gewerbeschau KRU und bei der Kunstnacht. „In der Heimat, das war natürlich schon ein besonderes Gefühl“, sagt sie.

Doris Graf möchte sich im Lauf des Sommers ein genaues Bild von allen Zeichnungen machen. Auf dieser Basis entstehen ihre eigenen digital konstruierten Arbeiten, die dann in einem aufwendigen Verfahren auf Metall oder Acrylglas gedruckt werden. Bei der Verwirklichung dieses Projekts hofft sie auf die Hilfe von Sponsoren. Das Finale der Aktion ist dann eine Ausstellung im Herbst im Heimatmuseum.

Für Doris Graf ist ihr jüngstes Projekt auch eine besondere Krumbacher Rückkehr. Sie wurde am 17. Mai 1968 in Krumbach als Doris Ehrmann geboren. Aufgewachsen ist sie in Tafertshofen. Dort befand sich das Elternhaus ihres Vaters. Ihr Vater arbeitete als Käsermeister und als Versicherungsvertreter, ihre Mutter war unter anderem als Bedienung in verschiedenen Gaststätten tätig. Doris Graf hat vier Geschwister, einer davon ist Tobias Ehrmann (geboren am 7. April 1969), Vorsitzender des Krumbacher Musikvereins. Musik und Kunst haben in der Familie immer eine große Rolle gespielt. Tobias Ehrmann ist studierter Bauingenieur, aber in der Freizeit spielt die Musik für den Musikvereinsvorsitzenden natürlich eine tragende Rolle. Das Zeichnen sei eher nicht so seine Sache gewesen, erinnert er sich im Gespräch mit unserer Zeitung. Aber seine Schwester möchte er bei ihrer Kunstaktion gerne unterstützen.

Hinein in die Kunst: Das zeichnete sich bereits früh im Leben von Doris Graf ab. Nach dem Abitur in Wettenhausen folgte ein Studium an der freien Kunsthochschule in München bei Professor Hans Seeger. Ab 1990 studierte sie rund fünf Jahre in Nizza an der Kunstakademie Villa Arson. 1993 erhielt sie das dnap (diplome national arts plastiques) mit Auszeichnung. Vom Londoner Goldsmith College bekam sie 1994 ein Stipendium für ein dreimonatiges Studium. Ihr Lebenslauf deutet es an: Doris Graf ist gewissermaßen auch „in den Sprachen zuhause“. Sie spricht hervorragend Französisch und Englisch, mittlerweile auch Spanisch. Das kommt ihr bei ihren weltweiten Kunstaktionen sehr zugute. Doris Graf absolvierte unter anderem (bis 2000) auch ein Aufbaustudium an der Akademie in Stuttgart. 2006 erhielt sie für eine ihrer Arbeiten den Kunstpreis der Stadt Krumbach.

In Stuttgart lebt und arbeitet Doris Graf seit 1995. Zusammen mit ihrem Mann Oliver (er ist Geschäftsführer eines Metallbaubetriebes) hat sie zwei Kinder, einen 22-jährigen Sohn und eine 19-jährige Tochter.

Der Mensch unterwegs in der digitalen Welt der Gegenwart mit ihren Möglichkeiten, Widersprüchen, aber auch Abgründen: Das ist seit Langem ein zentrales Thema der Kunst von Doris Graf. Zeichnen war in ihren frühen künstlerischen Jahren für sie von großer Bedeutung. Seit Langem hat sie sich aber aufwendigen Druckverfahren zugewandt, die auf ihre Weise ein Spiegelbild der digitalen Welt sind.

2012 brachte sie in Stuttgart ein Projekt auf den Weg, das wegweisend für die weiteren Jahre sein sollte. Stuttgarter sollten ihre Stadt zeichnen. Kurz darauf war sie mit ihrem Projekt baden-württembergische Kulturbotschafterin in Rio/Brasilien. im Lauf der Jahre hat sich so eine Art weltumspannende Begegnung mit dem Alltag der Menschen entwickelt. Ihre nächste Station ist – Krumbach.

Warum die Zeichenaktion für Krumbach auch eine "schöne Auszeit" ist, lesen Sie in unserem Kommentar:

Eine schöne „Krumbacher Auszeit“

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