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Waltenhausen

28.07.2019

Geht doch noch was in Sachen Waltenhauser Umgehung?

Im Waltenhauser Rat wurde jetzt wieder über das Thema Ortsumgehung debattiert. Unser Bild zeigt den Verlauf der nur fünf Meter schmalen Weiler Straße im Bereich des Ortes.
Bild: Werner Glogger

Eine mögliche Umfahrung war das zentrale Thema der jüngsten Gemeinderatssitzung. Wie der weitere Fahrplan aussieht und welche Hoffnung es in Waltenhausen noch gibt.

Eine Umgehung für Waltenhausen? Nicht nur in Waltenhausen selbst wird das Thema von vielen mit großem Interesse verfolgt. Seit Jahren bemüht sich die Gemeinde um eine Umgehung. Doch mit Blick auf die zuletzt vorgelegten Zahlen ist das zuständige Staatliche Bauamt Krumbach skeptisch, ob eine Umgehung für Waltenhausen notwendig ist. Aber die Waltenhausen möchten nicht aufgeben. Viele sprechen von einer problematischen Verkehrslage und halten eine Umgebung für wichtig.

Die südwestlich von Waltenhausen vorgesehene Umgehungsstraße bildete das beherrschende Thema in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Schon zwei Mal hat die Gemeinde einen Anlauf genommen und bei den zuständigen Behörden stichhaltige Begründungen vorgelegt, um das Vorhaben zu realisieren. Ausschlaggebend ist der seit 2015 (Einführung der Lkw-Maut auf Bundesstraßen) zunehmende Lkw-Verkehr auf der Kreisstraße 13 zwischen der Abzweigung von der B 300 bei Ebershausen und der B 16 bei Haupeltshofen und umgekehrt. Die Fahrzeuge tangieren dabei bei der Ortsdurchfahrt unter anderem auch die Weiler Straße in Waltenhausen, wobei infolge der 5 bis 5,5 Meter schmalen Fahrbahn die Ausweichmanöver auf den Gehsteig eine bedenkliche Gefahr herauf beschwören. Eine Verkehrszählung aus dem Jahr 2015 und persönliche Wahrnehmungen durch die Anlieger bestätigen die prekäre Verkehrslage.

Laut Aussagen des Staatlichen Bauamtes Krumbach seien die genannten Daten und Zahlen aus der letzten Verkehrszählung aber nicht geeignet, um den Bau einer Umgehungsstraße zu begründen und staatliche Fördermittel zu erhalten. Auch der erneute mit Fotos belegte Antrag vom März 2019 fand keine Zustimmung durch das Bauamt.

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Weitere ausführliche Informationen zum Thema Waltenhauser Umgehung gibt es in folgenden Artikeln:

Waltenhausen bekommt weiterhin keine Umgehung

Schlechte Chancen für Umfahrung der Kreisstraße 13 bei Waltenhausen

Kommt in Waltenhausen eine Umgehungsstraße?

Tempolimit soll Raser auf dem Waltenhauser „Schorschodrom“ ausbremsen

Jetzt wurde der Wunsch auf eine Umgehungsstraße in der Kreisausschusssitzung aufgegriffen und festgestellt, dass der Landkreis aus grundsätzlichen Erwägungen bislang nur förderfähige Maßnahmen realisiert hat. Da im Fall von Waltenhausen mit Kosten von 1,2 Millionen Euro zu rechnen ist, schlug die Verwaltung vor, das Vorhaben abzulehnen, zumal nach Einschätzung der Regierung von Schwaben voraussichtlich nicht mit einer staatlichen Förderung zu rechnen ist.

Bürgermeister informiert über Sachlage in Waltenhausen

Bürgermeister Karl Weiß informierte den Gemeinderat über die Sachlage und berichtete weiter über die Ausführungen von Kreisrat Josef Brandner (FW). Demnach geht das Verfahren bereits auf das Jahr 1965 zurück, das heißt, dass seit 54 Jahren über diese Umgehung diskutiert wird und die Gemeinde seither entsprechende Flächen bereitgestellt und sich bei Ausweisung von Bebauungsplänen eingeschränkt hat, weil es der gesamten Dorfgemeinschaft und auch dem Umland ein wichtiges Anliegen ist, dass diese Umgehungsstraße irgendwann gebaut wird. „Sieht man sich die bildliche Dokumentation des Bürgermeisters an, wird deutlich, dass die Maßnahme geboten ist, auch wenn es nur 40 oder 50 Schwerverkehrsbewegungen sind“, so Brandner. Er plädierte, den vorgeschlagenen Beschluss heute nicht zu fassen, weil damit schlussendlich „eine Türe zugeschlagen würde, die man mühevoll seit 54 Jahren aufrecht erhält“. Ähnlich sah dies Kreisrat Herbert Blaschke (FDP) und meinte, man soll nicht einfach ablehnen, sondern in jedem Fall sollte eine nochmalige Verkehrszählung stattfinden, habe sich doch seit der letzten Zählung einiges geändert.

Eine reguläre Zählung wird gemäß der Aussage vom Leiter des Bauamtes, Wilhelm Weirather, im Jahr 2020 durchgeführt. Danach sollte nochmals eine entsprechende Prüfung erfolgen. „Aus Sicht des Ausschuss-Vorsitzendem spricht nichts dagegen, heute keinen Beschluss zu fassen und die Ergebnisse einer neuen Verkehrszählung abzuwarten“, so die ergänzende Mitteilung des Kreisausschusses. Als Alternative, die jedoch noch mit niemandem abgestimmt, könnte die Gemeinde die Umgehungsstraße vielleicht selbst bauen, der Landkreis würde diese dann großzügig als Kreisstraße übernehmen. Doch damit würde der finanzielle Rahmen der Gemeinde gesprengt, waren sich die Räte nach Bekanntgabe der Sachlage einig.

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