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Aletshausen/Waltenhausen/Ebershausen/Breitenthal/Deisenhausen/Wiesenbach

21.11.2018

Gemeinsamer Bauhof für die Gemeinden der VG Krumbach?

Auch der Winterdienst gehört zu den Aufgaben von Bauhöfen. In der Verwaltungsgemeinschaft wird derzeit über eine Neustrukturierung in diesem Bereich debattiert.

Im Dezember soll erstmals ein Arbeitskreis zusammenkommen. Welche offenen Fragen in den kommenden Monaten noch zu klären sind.

Straßenunterhalt, Grünanlagenpflege, Mitbetreuung der Wasserversorgung oder auch Unterhalt des Kanalnetzes und Gewässerunterhalt: Allein diese Stichworte deuten an, wie vielfältig die Aufgaben eines kommunalen Bauhofs sind. In vielen kleineren Gemeinden werden diese Aufgaben nach wie vor oft durch ehrenamtliche Mitarbeiter übernommen. Doch immer weniger Menschen erklären sich offensichtlich bereit, diese Aufgaben zu übernehmen. Hinzu kommt auch eine immer komplexer werdende Ausrüstung. Bei vielen kleineren Kommunen gibt es daher die Überlegung, Bauhofarbeiten gemeinsam zu organisieren oder gar einen gemeinsamen Bauhof einzurichten. Auch für die Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Krumbach ( Aletshausen, Waltenhausen, Ebershausen, Breitenthal, Deisenhausen und Wiesenbach) ist dies derzeit ein wichtiges Thema. Entschieden ist noch nichts. Im Dezember soll sich, wie die Breitenthaler Bürgermeisterin und VG-Vorsitzende Gabriele Wohlhöfler auf Anfrage unserer Redaktion mitteilt, erstmals ein Arbeitskreis treffen. Ihm gehören die Bürgermeister und jeweils ein Gemeinderat der Mitgliedsgemeinden an.

In verschiedenen Gemeinderäten der VG-Kommunen war in den vergangenen Monaten intensiv über das Thema gemeinsamer Bauhof debattiert worden.

Lesen Sie dazu auch unsere Berichte: Gemeinsamer Bauhof für die VG-Gemeinden? und Debatte um gemeinsamen Bauhof in Ebershausen


Zudem haben die Bürgermeister auch einen externen Berater konsultiert. Sie haben sich von Regional- und Stadtplaner Dr.-Ing. Andreas Raab aus München beraten lassen und kamen schließlich überein, dass eine Weiterverfolgung des Themas „gemeinsamer Bauhof“ Sinn mache.

Doch einen Beschluss zur Einrichtung eines gemeinsamen Bauhofs können die Bürgermeister nicht selbst fassen, hier sind die Gemeinderäte am Zug. In keiner Gemeinde der VG Krumbach steht bislanghauptamtliches Personal für Bauhofarbeiten, die insgesamt immer umfangreicher werden, zur Verfügung. Das könnte sich mit der Einrichtung eines gemeinsamen Bauhofs ändern. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter werden bislang auf Basis der sogenannten Hand- und Spanndienste entschädigt. Doch es ist offensichtlich zunehmend schwierig, Bürger dafür zu gewinnen. Deutlich wurde dies beispielsweise vor einigen Monaten in einer intensiven Diskussion im Deisenhauser Gemeinderat zum Thema Bauhof (wir berichteten).

Doch welche Lösung kann es geben? Der Bau von eigenständigen Bauhöfen in den Gemeinden erscheint zu aufwendig, so könnte ein gemeinsamer Bauhof für die VG-Gemeinden ein gangbarer Weg sein. Im Raum steht dabei auch die Festanstellung einiger Mitarbeiter. Aber wie viele sollen dies sein? Und wie viel kostet das? Wäre es eine Alternative, ehrenamtlichen Mitarbeitern eine höhere Bezahlung anzubieten? Und wie sollen die anfallenden Kosten konkret abgerechnet und auf die Mitgliedsgemeinden verteilt werden?

All diese Fragen werden bei den Sitzungen des Arbeitskreises eine wesentliche Rolle spielen. Im Dezember soll es nach Auskunft von Gabriele Wohlhöfler die erste Sitzung geben. Wichtig sei es, sich zu dieser Thematik grundsätzliche Gedanken zu machen und alle Fragen im Detail zu klären. In verschiedenen Gemeinderatssitzungen war beim Thema gemeinsamer Bauhof in den vergangenen Monaten durchaus auch Skepsis zu spüren. Bedenken gibt es offenbar bezüglich steigender Kosten für Personal und Ausrüstung. Und dann steht sicherlich auch die Frage im Raum, ob sich angesichts des Mangels an Fachkräften geeignete Mitarbeiter finden lassen. Der Ebershauser Bürgermeister Herbert Kubicek hat vor einigen Wochen in einer Gemeinderatssitzung zum Thema erklärt, dass das Thema Bauhof eine Investitionslogik und keine vordergründige Einspardebatte erfordere. Entscheidend sei das Ziel einer Verbesserung der Leistungsfähigkeit und Effizienz in einem gemeinsamen Bauhof.

Zusammenarbeit in vielen Bereichen

In jüngster Zeit haben die Gemeinden der VG Krumbach ihre Zusammenarbeit in zahlreichen Bereichen intensiviert. Dies gilt beispielsweise beim Nahverkehr (Flexibus) oder auch bei der Wasserversorgung, wo man sich gegenseitig hilft, wenn es bei der Versorgung Probleme geben sollte (Einführung von Notverbünden). Vor Kurzem wurde vereinbart, dass die Stadt Krumbach die Aufgaben des Standesamtes der Verwaltungsgemeinschaft ab 1. Januar 2020 übernimmt. Auch bei diesem Thema spielt die zunehmend komplexer werdende technische Ausstattung eine Rolle.

Wenn teure EDV-Programme angeschafft werden, erscheint die Aufgabenübertragung in eine Hand sinnvoll. „Zielgerichtet und effektiv, was die Personalplanung betrifft, müssen wir uns für die Zukunft rüsten“, sagte seinerzeit Krumbachs Bürgermeister Hubert Fischer zum Thema Standesamt. Auch bei der Diskussion um einen möglichen gemeinsamen VG-Bauhof dürfte die Personalplanung eine zentrale Rolle spielen.

Bürgermeisterin und VG-Vorsitzende Gabriele Wohlhöfler geht im Gespräch mit unserer Redaktion davon aus, dass sich der Arbeitskreis rund ein halbes Jahr Zeit nehmen werde, um die wesentlichen Fragen zu klären. Unter den sechs Bürgermeistern gebe es aber schon jetzt einen Konsens, dass eine gemeinsame Bauhoflösung im Prinzip sinnvoll sei. Sie rechnet damit, dass dies auch von den sechs Gemeinderäten mitgetragen werde.


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