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Krumbach

25.02.2015

Gibt es bald ein neues Zentrum?

Das Krumbacher Rathaus hat schon bessere Tage gesehen. Ein Neubau oder eine Sanierung stehen zur Debatte. 
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Das Krumbacher Rathaus hat schon bessere Tage gesehen. Ein Neubau oder eine Sanierung stehen zur Debatte. 

Sanierung oder Neubau bei Stadtsaal und Rathaus? Der Stadtrat lotet erstmals die Möglichkeiten aus

Die Debatte war weit fortgeschritten, eine wahre Flut an Zahlen und Fakten genannt, als sich Bürgermeister Hubert Fischer noch einmal an Planerin Annette Eilers wandte. „Was empfehlen Sie uns denn?“ Ihr „inneres Auge“ sehe einen sanierten Stadtsaal und daneben ein neu gebautes Krumbacher Rathaus, erklärte Annette Eilers. Stadtsaal und Rathaus als Ensemble – das wäre eine neues Krumbacher Zentrum, vielleicht gar so etwas wie das „neue Herz“ der Stadt. Doch kann sich Krumbach ein solches „neues Herz“ auch leisten? Was wären die Alternativen? Darüber wurde in der jüngsten Stadtratssitzung debattiert. In der Runde stellten Annette Eilers und Frank Bindszus vom Planungsbüro Drees & Sommer (das unter anderem in Ulm einen Standort unterhält) verschiedene Varianten vor. Sanierung und Neubau von Rathaus und Stadtsaal wurden dabei verglichen und auch miteinandern kombiniert. Die Kosten für beide Objekte könnten sich zusammen in einer Größenordnung von rund 13 bis 14 Millionen Euro bewegen. „Wir wollen die Kosten nicht schönreden“, betonte Bürgermeister Hubert Fischer. Klar wurde im Stadtrat, dass die Debatte erst am Anfang steht. In zwei bis drei Monaten soll das Thema dann wieder, so Fischer, in einer Sitzung behandelt werden. Im Jahr 2023 wird der Stadtsaal 100 Jahre alt. Fischer geht davon aus, dass spätestens bis dahin eine Lösung für Stadtsaal und Rathaus realisiert ist.

Wie könnte die aussehen? Im Vortrag von Eilers und Bindszus zeichneten sich erste Umrisse ab. Die beiden Planer hatten zuvor den Ist-Zustand der beiden Gebäude unter die Lupe genommen. Beim Rathaus sei die Rohbaukonstruktion noch in einem überwiegend guten Zustand, nicht aber die Fassade. Eine Dämmung fehle, der Wärme- und Kälteschutz sei schlecht, der Brandschutz nicht mehr auf dem neuesten Stand, Ersatzteile zum Teil nicht mehr lieferbar. Im Stadtsaal gebe es unter anderem starke Durchfeuchtungen im Unterschoss, ebenfalls Probleme mit Ersatzteilbeschaffungen und beim Brandschutz, Teile der Empore könnten nicht mehr genutzt werden. Die Planer stellten in der Sitzung erste Überlegungen für vier Varianten vor.

lVariante 1 – Sanierung des Rathauses: Es wird mit Kosten von rund 6,7 Millionen Euro gerechnet. In diesem Fall wäre eine Auslagerung des Betriebs notwendig, denkbar wäre eine Container-Übergangslösung.

lVariante 2 – Neubau des Rathauses: Das könnte dann unter Umständen auf dem Grundstück der bisherigen Turnhalle platziert werden. Hier rechnen die Planer mit Kosten von rund 7,7 Millionen Euro. Dabei wären die Abbruchkosten für die Turnhalle und das bisherige Rathaus berücksichtigt.

l Variante 3 – Sanierung Stadtsaal: Hier fallen möglicherweise Kosten in Höhe von circa 5,7Millionen Euro an.

lVariante 4 – Neubau Stadtsaal: Die Planer erwarten Kosten von rund 5,3 Millionen Euro. Das sogenannte „Soll-Raumprogramm“ für die Neubauvarianten wurde auf Grundlage des Bestands ermittelt.

Bürgermeister Hubert Fischer wies wiederholt darauf hin, dass die Maßnahmen im Zusammenhang gesehen werden müssten. Wenn beispielsweise die Turnhalle abgerissen werde, müsste für die Turnhallennutzer eine Alternative gefunden werden.

Klemens Ganz (Fraktionsvorsitzender der UFWG) erkundigte sich nach den Möglichkeiten für ein großes Foyer im Bereich Stadtsaal. Dies sei bei der Planung derzeit nicht berücksichtigt, erläuterte Eilers. Auch für eine neue Bühnentechnik sei noch kein Ansatz getroffen.

Das bisherige Rathaus hat bekanntlich eine sehr große Eingangshalle. Auf Nachfrage von Dr. Marcus Härtle (UFWG) erklärte Eilers, dass es bei einem Rathausneubau einen entsprechenden „Abschlag“ an Fläche gebe. Johann Geiger (JW/OL) sprach das Thema Betriebskosten an. Eilers sagte dazu, dass derzeit viele Anlagen gar nicht mehr in Betrieb seien. „Können wir uns das leisten?“, fragte der SPD-Fraktionsvorsitzende Christoph Helmes mit Blick auf die Kosten. Unter Umständen sei man gezwungen, „zurückzurudern“. Ein Kommentar zu den vorgelegten Daten sei noch schwierig, meinte 2. Bürgermeister und CSU-Fraktionsvorsitzender Gerhard Weiß. Man müsse sich die Zahlen erst einmal in Ruhe anschauen. Es gelte aber „bald zu wissen, so es hingeht“, ergänzte Ursula Bader (CSU). Fischer kündigte an, dass das Thema in zwei bis drei Monaten wieder in einer Ratssitzung behandelt werden solle. Für die Baumaßnahmen ist offensichtlich mit einem Zeitraum von drei bis vier Jahren zu rechnen.

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