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Gleiches Geld für alle Lehrer!

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Kommentar Von Stefan Reinbold
06.09.2019

Grund- und Mittelschullehrer arbeiten sicher nicht weniger als ihre Kollegen im Gymnasium, erhalten jedoch weniger Geld. Der Gehaltsunterschied ist antiquiert.

Es sind klare Worte, die Schulamtsdirektor Thomas Schulze formuliert. Ungewöhnlich, weil die Personalsituation an den Grund- und Mittelschulen in diesem Hause in der Vergangenheit ziemlich euphemistisch umschrieben wurde. Inzwischen wird die Luft aber ganz offensichtlich dünn. Bis 2025 rechnet das Kultusministerium mit einem Zuwachs von rund 65000 Grundschülern in Bayern. Wenn man bedenkt, dass in den vergangenen Jahren fast jede Kommune in der Region Neubaugebiete ausgewiesen hat, wird diese Entwicklung auch im Landkreis Günzburg durchschlagen. Es bleibt insofern nicht viel Zeit, um auf das Problem des Lehrermangels in den Grund- und Mittelschulen zu reagieren.

Schließlich müssen die Lehrer erst einmal ausgebildet werden. Dabei liegt es nicht am Lehrberuf an und für sich. Während sich die Lehrer fürs Gymnasium auf Wartelisten um die raren Stellen drängen, müssen die Schulämter wahre Kopfstände machen, um genügend Personal für die Deckung der Stunden an den Grund- und Mittelschulen zu finden. Ein Punkt ist sicher das Geld. In der Tat ist der Arbeitsaufwand für Lehrer an Grund- und Mittelschulen sicher nicht kleiner als der ihrer Kollegen am Gymnasium. Dennoch verdienen sie deutlich weniger.

Der Gehaltsunterschied ist historisch bedingt und stammt aus einer Zeit, in der das Gymnasium als Kaderschmiede der gesellschaftlichen Eliten einen deutlich höheren Stellenwert hatte. Heute ist das antiquiert. Die Arbeit von Grund- und Mittelschullehrern ist mindestens so wichtig, wie die am Gymnasium. Vor allem wenn man darauf blickt, welche sozialen und pädagogischen Herausforderungen sich in den Grund- und Mittelschulen den Lehrern stellen. Mehr Geld ist nicht alles, aber vielleicht ein Schritt in die richtige Richtung.

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