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Breitenthal

26.06.2019

Gut Glaserhof: Wo in Breitenthal Altes zu neuem Leben erwacht

Ein Konzept, das funktioniert: Gut Glaserhof bietet die Umgebung für eine Ausstellung antiker Stücke, gleichzeitig eine Boutique und ein Landhauscafé, das Brigitte Egger managt. Daneben: Geschäftsführer Marc Pollack.
Bild: Peter Wieser

Das Antikwerk Gut Glaserhof bei Breitenthal bietet weit mehr als restaurierte Einzelstücke. Auch ein Landhauscafé und eine Boutique spielen eine Rolle.

Warum die Bezeichnung Glaserhof? Der frühere Gutshof zwischen Deisenhausen und Ingstetten gehörte einst zum Kloster Roggenburg. Die Bezeichnung Glaserhof geht auf eine Glashütte zurück, die sich seinerzeit in der Nähe befand. Heute ist das aus der Mitte des 18. Jahrhundert stammende Anwesen Umgebung und gleichzeitig Ausstellungsgelände für das Antikwerk mit Antiquitäten, historischen Möbeln und Baustoffen, einem Laden für Wohn- und Gartendekoration und einem Café mit Terrasse.

Warum antike Möbel und historische Baustoffe? „Es ist ein Faible“, sagt Marc Pollack, der zusammen mit Stefan Heise Geschäftsführer der Antikwerk GmbH ist. „Ungefähr so, wie wenn jemand alte Autos sammelt.“ Was das Ausschlaggebende bei der Gründung damals in Weißenhorn gewesen sei: „Wir waren drei Schreiner und wollten etwas von Hand machen.“ Es gebe nicht mehr so viele Bereiche, in denen man sich handwerklich auf diese Weise verwirklichen kann, fährt Pollack fort. In Weißenhorn befinden sich die Werkstätten, ausgerüstet mit Schreinerei, Ablaugerei und einer Klimakammer für thermische Holzbehandlung. Dort werden nicht nur antike Stücke aufgearbeitet und restauriert, es entstehen auch Gaststätten- und Ladeneinrichtungen – ein weiteres Standbein der Antikwerk GmbH. Großer Wert werde dabei auf die Planung gelegt, aus alten Materialien Zeitgemäßes modern zu gestalten, wobei beide Bereiche gleichzeitig ineinandergriffen und miteinander verschmelzen würden, erklärt Marc Pollack. Ein gewisses Grundfeeling dafür müsse, wie in vielen Jobs auch, vorhanden sein.

20 Jahre war der Glaserhof leergestanden

Anfangsplan sei das Restaurieren und der Handel von und mit alten Möbeln gewesen. Alles Weitere habe sich dann entwickelt. Die Kunden dafür – Menschen, die es nicht von der Stange haben wollen, sondern viel Wert auf die Gestaltung eines individuellen Wohnerlebnisses legen – kommen größtenteils aus einem Umkreis von etwa 200 Kilometern, aber auch ganz gezielt aus den angrenzenden Nachbarländern. Das sei ein Bereich, in dem die Kunden auch bereit seien, den entsprechenden Preis dafür zu bezahlen, so Pollack. „Es ist handwerkliche Qualität.“

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20 Jahre lang war der Glaserhof leer gestanden, bevor 1999 nach und nach mit der Renovierung des Gebäudes und mit dem Anlegen der Außenbereiche begonnen wurde. Bilder von damals zeigen ein zuvor eher in die Jahre gekommenes altes Anwesen, ganz anders als es sich heute präsentiert. Bei der Sanierung wurden unter anderem alte Fliesen und Dielenböden verlegt, auch eine alte Treppe wurde eingebaut. Mit der Boutique und dem Landhauscafé, in dem man schon einmal die Seele baumeln lassen und herunterfahren könne, biete der Glaserhof das ideale Ambiente für eine Ausstellung, so Pollack. „Er bringt das gewisse Feeling rüber, er lässt in eine eigene Welt eintauchen.“

Ein Full-Service ist wichtig

Marc Pollack betont aber auch: Man könne in diesem Bereich nur überleben, wenn man einen Full-Service biete – das komplette Paket von der Restaurierung über den Verkauf bis hin zur Planung. Zu diesem Konzept gehörten auch das Café, die Boutique und der Garten, grün und möglichst natürlich, sowie die verschiedensten Events über das ganze Jahr verteilt – ein Gesamtkonstrukt und es funktioniere. Früher habe es in nahezu jedem Dorf einen Antikstadel gegeben, viele dieser seien inzwischen verschwunden, weil sie dieses nicht hätten bieten können.

Inzwischen sei man so in der Szene vertreten, dass man viele Gegenstände angeboten bekomme. Früher sei das schwieriger gewesen, fährt Pollack fort. Oftmals müsse man zugreifen, weil man manches sonst nie wieder bekäme. Das ziehe wiederum einen sehr großen Bedarf an Lagerfläche mit sich.

Die Renner seien neben alten Möbelstücken vor allem die Restaurierung und der Einbau von Türen. Wer ein altes Bauernhaus renoviere, möchte, dass auch die Türen passen und einen entsprechenden Blickfang bieten. Auch in viele Neubauten würden heutzutage alte Türen als Hingucker eingebaut. „Alte Materialien sind absolut erhaltenswert, schon von der Qualität her. Das Holz wurde früher ganz anders getrocknet und gelagert. Es steckt reine Handarbeit dahinter, die heute auf gewisse Weise sehr teuer ist und die teilweise gar nicht mehr beherrscht wird.“ Eine alte Tür aufzubereiten und irgendwo wieder neu einzubauen sei zudem ressourcenschonend, man müsse dafür nicht extra einen Baum fällen.

Rund 30 Mitarbeiter

Insgesamt beschäftigt die Antikwerk GmbH mit Teilzeitkräften etwa 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Trotzdem stehe nicht unbedingt das Alte und Antiquarische im Vordergrund – Marc Pollack nennt es Kreativität am Puls der Zeit: „Mit Ideen sich immer neu perfektionieren und Energie in die Planungen stecken.“ Die bisherige Schiene dürfe sich dabei gerne auch einmal ändern, sagt er.

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