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14.05.2020

Hackschnitzel-Heizungen – eine Option für Aichen?

Gemeinderäte lassen sich über Nahwärme-Netze für die drei neuen Baugebiete der Gemeinde Aichen beraten

Da ökologische und ökonomische Heizformen, soweit die Einsparung fossiler Brennstoffe aktuell in aller Munde sind, ließ sich der Gemeinderat von Klaus Jekle, von der gleichnamigen Jekle Energie GbR, aus Edelstetten über alternative Heizformen mit Hackschnitzel-Heiz- oder Biogas-Anlagen informieren. Das Ganze ist vor allem deshalb interessant, da die Gemeinde Aichen kürzlich neue Baugebiete in ihren drei Ortsteilen ausgewiesen hat.

Initiiert hat den Info-Abend Landwirt und ehemaliger Gemeinderat Hans-Jörg Stuhler, der mit seinem Nachbarn Daniel Fendt mit dem Kühlwasser ihrer Biogas-Stromaggregate ein Wärmenetz im östlichen Teil von Memmenhausen betreibt. Es werden rund dreißig Anwesen mit umweltfreundlicher, sauberer und krisenfester Wärme versorgt.

Klaus Jekle, der in und um Edel-stetten selbst mehrere Hackschnitzel-Heizanlagen mit Fernwärme-Netzen betreibt, zeigte per Power-Point-Präsentation auf, wie und wo solche Anlagen von Nutzen wären. Seine Agenda lautete: „Fernwärme Aichen“. Hier denke er besonders an die drei neuen Baugebiete in Aichen, Memmenhausen und Obergessertshausen, in die bereits bei der Erschließung Rohre für ein Wärmenetz verlegt werden könnten, was Kosten sparen würde. Dann wären je nach Bebauung bereits Anschluss-möglichkeiten vorhanden. Erzeugt wird dann die Wärme in drei autarken Anlagen vor Ort.

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Es müssten laut Jekle aber auch ältere Haushalte mit einem größeren Energieverbrauch angeschlossen werden, sonst rechne sich die Fernwärme nicht, da Neubauten oft energiesparend seien.

Welche Vorteile hat Fernwärme? Es wird kein Öltank, kein Brenner und kein Kamin gebraucht, durch den kostbare Wärme abziehen könnte. Gewonnen wird dagegen ein zusätzlicher Raum. Zudem wird Fernwärme mit nachwachsenden Heizstoffen erzeugt. Resümee: Fernwärme ist umweltschonend, wirtschaftlich und bietet enormen Komfort, da sich der Abnehmer um nichts kümmern müsse.

Weiter erwähnte Jekle das neue Klimaschutz-Gesetz, das unter anderem ab 2026 keine reinen Öl-Zentralheizungen mehr zulässt. Ab 2021 greift auch die CO²-Steuer, sie wird den Liter Heizöl um etwa 21 Cent teurer machen.

Jedes Baugebiet sollte eine eigene Heizanlage bekommen, die natürlich zentral gelegen sein muss, um unnötig lange Leitungen verlegen zu müssen. Hier müsste die Gemeinde bei der Suche nach einem geeigneten Grundstück helfend einspringen. Aber grundsätzlich sind solche Gemeinschaftsprojekte Sache aller Bürger und nicht der Gemeinde. Ideal sei es, wenn Gemeinde, Betreiber und Abnehmer Hand in Hand arbeiten.

Abnehmer und Gemeinde brauchen aber Sicherheit mit zuverlässiger Wärme-Bereitstellung und -Versorgung. Dies müsse mit dem Anbieter per Vertrag geregelt werden. Die Vorteile seien eine langfristige, preiswerte Energie und eine Aufwertung des Immobilien-Standards der Kommune. Jekle betonte, der Betreiber sollte ein einheimischer Landwirt oder aus der Region sein, der als Ansprechpartner jederzeit zur Verfügung stehe. Diesem sollte, so riet Jekle, die Kommune in den Anfangsjahren Finanzhilfe gewähren. Natürlich muss der Betreiber bei der Herstellung des Fernwärme-Netzes viel Eigenleistung einbringen, sonst gehe es gar nicht los. Abschließend meinte Jekle: „Ökonomie und Ökologie müssen stimmen, dann haben wir eine gute Voraussetzung für die gesicherte Zukunft“.

Bei der anschließenden Aussprache war Stuhler der Meinung, dass zuerst ein Konzept mit der Gemeinde erarbeitet werden solle, bevor man nach einem Betreiber suche. Jekle riet zur Bildung eines Arbeitskreises. Christina Smetana warf ein, bevor man krampfhaft nach einem Betreiber suche, solle die Gemeinde zuerst die Bevölkerung informieren, um daraus zu folgern, ob solche Fernwärme-Anlagen überhaupt gewünscht werden.

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