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Balzhausen

03.02.2020

Hochwasserschutz fällt bei Bewährungsprobe durch

Die Drosselvorrichtung an der Hasel bei Balzhausen ist optimal gesteuert.
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Die Drosselvorrichtung an der Hasel bei Balzhausen ist optimal gesteuert.
Bild: Heinrich Lindenmayr

Warum die Riedstraße in Balzhausen nach den Regenfällen der letzten Tage unter Wasser steht. Anwohner der Riedstraße haben das Problem kommen sehen

Stolz ist man im Landkreis Günzburg auf das Mindeltalkonzept, das den Hochwasserschutz nicht nur für einzelne Gemeinden, sondern gut abgestimmt für alle im Talraum liegenden Kommunen gewährleisten soll. Balzhausen ist eine der ersten Gemeinden, bei denen die Baumaßnahmen bereits abgeschlossen sind. Den Hochwasserschutz planen und ausführen, das ist aber offenbar etwas ganz anderes, als im Bedarfsfall die Wassermassen so zu lenken, dass kein Schaden entsteht.

Diese schmerzliche Erfahrung müssen in diesen Tagen die Anwohner der Riedstraße in Balzhausen machen. Die Straße ist stark überflutet, die Keller sind vollgelaufen. Einen vor einem der Häuser aufgeschichteten Holzstapel hat das Wasser angehoben, die Hölzer auf die Straße verteilt. Ein Bewohner klagt sogar darüber, dass bei ihm das Wasser durch Wohnzimmer, Küche und Bad laufe. Auch die umliegenden Wiesen sind überflutet.

Die Anwohner der Riedstraße sind irritiert. Man habe das Problem kommen sehen, erklärt Gregor Rose. Seit Weihnachten stehe hier das Wasser in den Gräben, weil die Gemeinde sie auch nicht mehr pflege. Außerdem sei der Grundwasserpegel hoch. Offenbar interessiere das jetzt niemanden mehr, denn der Hochwasserschutz sei fertiggestellt und also könne es dort keine Überflutungen mehr geben, wo man sie nicht haben wolle. Man habe als Anwohner in der Bauphase der Maßnahmen das eine oder andere Ärgernis geschluckt. Und jetzt dies: Die erste Bewährungsprobe für den Hochwasserschutz und alles sei viel schlimmer als früher.

Hochwasserschutz fällt bei Bewährungsprobe durch

Einer der Feuerwehrleute meint dazu, es gebe schließlich noch keine Absprachen, wer im Bedarfsfall was machen solle, das sei das Problem. In der Tat stehen am Damm südlich von Balzhausen Bürgermeister Daniel Mayer, Mitarbeiter vom Bauhof, Feuerwehrleute und Vertreter vom Wasserwirtschaftsamt und analysieren die Lage. Offenbar waren die Dammdurchlässe oberhalb der Riedstraße ganz geöffnet. Das vom Damm aufgestaute Wasser floss ungehindert und geradezu gezielt in die Siedlung.

Das Wasserwirtschaftsamt könne schließlich nicht jeden Graben kontrollieren und rechtzeitig eingreifen, meint Hubert Mahler. Seine Behörde sei für die Gewässer 2. und 3. Ordnung zuständig und weiter östlich, an der Hasel, da sei schließlich alles in Ordnung.

Was  das für die Kommune bedeutet

Es gehe exakt die Menge Wasser durch das Hasel-Drosselwerk, welche das Flussbett gerade noch aufnehmen könne. Bürgermeister Daniel Mayer hält dagegen: Wenn es keine Regelungen gebe, wann, wo und wie die Gemeinde eingreifen dürfe und solle, dann müsse so etwas passieren. Er könne als Bürgermeister doch nicht einfach anordnen, dass Bauhofmitarbeiter Grabendurchlässe auf eigene Faust kontrollieren und schließen sollten. Letztendlich sei das auch eine Haftungsfrage für die Kommune. Ärgerlich sei, dass die Gemeinde eine Regelung durch das Wasserwirtschaftsamt schon mehrfach angemahnt habe, geschehen sei aber nichts. Wenn sie rechtzeitig Anweisungen bekommen hätten, wäre die aktuelle Überflutung nicht passiert, meinen die Mitarbeiter vom Bauhof. Sie seien frühzeitig vor Ort gewesen. Bis sie aber die Freigabe vom Wasserwirtschaftsamt bekommen hätten, wäre es zu spät gewesen.

Auf die Nachfrage, wann mit einer Betriebsvereinbarung für die Praxis der Steuerung der Wassermassen zu rechnen sei, erklärt Hubert Mahler, das könne er nicht sagen. Er werde sich jedenfalls aufgrund der aktuellen Vorkommnisse im Wasserwirtschaftsamt dafür stark machen, dass es rasch zu Vereinbarungen komme, damit sich solch ein Vorfall nicht wiederhole.

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