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  3. Krumbach: Apostel- und Evangeliumskirche müssen schließen

Krumbach
16.01.2018

Apostel- und Evangeliumskirche müssen schließen

Krumbachs evangelischer Pfarrer Eugen Ritter musste aus Sicherheitsgründen die Apostelkirche (Bild) und die Evangeliumskirche schließen. 
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Krumbachs evangelischer Pfarrer Eugen Ritter musste aus Sicherheitsgründen die Apostelkirche (Bild) und die Evangeliumskirche schließen. 

Die elektrischen Anlagen stellen laut eines Gutachtens Gefahr für Leib und Leben dar. Gottesdienste sind nun im Gemeindehaus. Wie es weitergeht. 

Von Annegret Döring

Krumbach Zwei Kirchen besitzt die evangelische Kirchengemeinde in Krumbach. Dennoch kann seit Anfang des Jahres in keiner mehr Gottesdienst gefeiert werden. Aus Sicherheitsgründen musste Pfarrer Eugen Ritter die Gotteshäuser schließen. Zu groß war nach einem Gutachten die Gefahr, dass die marode Elektrik zu einem Brand führen könnte. Während der Zeit der Sanierung müssen die Gottesdienstbesucher nun zusammenrücken und im Gemeindehaus in der Jochnerstraße feiern.

Die Schließung der Kirchen war die Konsequenz aus mehreren Vorfällen, deretwegen Ritter auch ein Elektrogutachten anfertigen ließ.

Im Sommer bereits – das Pfarrhaus wurde gerade renoviert und ein Elektriker war auch vor Ort – hatte Ritter die Beleuchtungsverhältnisse in der Evangeliumskirche in der Jochnerstraße angeschaut. Von drei Strahlern, die auf den Altarraum gerichtet waren, ging nur ein einziger. Einer war defekt und ein weiterer hatte einen Wackelkontakt. Er bat den Elektriker, sich das einmal anzuschauen, was der auch tat. Allerdings bemerkte der Fachmann auch, dass man bereits Ritters Vorgänger Ulrich Funk gesagt habe, dass seine Firma in der Kirche nichts mehr richten könne, denn sonst könnte sie ihre Zulassung verlieren. Der Grund: Die gesamte Installation entspricht nicht mehr dem Stand der Technik. Also veranlasste Ritter erst einmal einen sogenannten E-Check für das Gebäude aus dem Jahr 1929/30. Diese Kontrolle der Elektrik ist für öffentliche Einrichtungen laut Ritter Pflicht. In diesem Gutachten stand, dass der Zustand der Anlage eine Gefahr für Leib und Leben darstelle.

Die Gefahr besteht hauptsächlich darin, dass es brennen könnte, wenn Leitungen beispielsweise überhitzten. Außerdem bestehe „kein Personenschutz wegen fehlender Schutzleiter und Fehlerstromschutzschalter“. Die Verteilerbeschriftungen seien nicht mehr nachvollziehbar oder fehlerhaft. Eine Generalüberholung wurde dringend empfohlen. Später ploppte noch der Glaskolben einer Glühbirne einfach so von der Fassung im Bereich des Orgelspieltisches. Beim genaueren Nachschauen sah man, dass um die Lampe herum das Holz bereits deutliche Kokelspuren zeigte, sodass das Problem schon über einen längeren Zeitraum bestanden haben muss.

In der Apostelkirche an der Burgauer Straße gab es einen lauten Knall bei einer Probe zum Weihnachtsspiel. Mit einem Kabel hatte Ritter versehentlich ein anderes Kabel der ersten Sitzbankreihe berührt, welches Strom zur Sitzheizung transportierte. Die Ummantelung dieser Zuleitung war offenbar so porös, dass keine Isolierfunktion mehr gegeben war. Nicht auszudenken, was da hätte alles passieren können.

Die Verantwortung kann der Kirchenvorstand nicht tragen

„Wer soll dafür die Verantwortung übernehmen?“, war die Frage und aus den Reihen des Kirchenvorstands kam daher der Vorschlag, die Kirchen aus Sicherheitsgründen zu schließen.

Inzwischen sind bereits einige Schreiben zwischen Ritter und dem Landeskirchenamt hin- und hergegangen. Die Elektrosanierung der Evangeliumskirche wird rund 60 000 Euro kosten, dazu kommen noch Kosten für eine Fassaden- und Dachrinnenrenovierung von um die 30 000 Euro. Bei der denkmalgeschützten Apostelkirche – einer Holzkirche aus dem 18. Jahrhundert – sieht es ganz anders aus. Nicht nur die Elektrik muss erneuert werden, auch Teile der Fassade drohen aus dem Fachwerk zu brechen und müssen aufwenig gesichert werden. Die Sanierung dieses Gotteshauses wird auf rund 300 000 Euro geschätzt. Alles in allem sind das Beträge, die die rund 1500 Mitglieder umfassende Kirchengemeinde nicht alleine aufbringen kann.

Für die Evangeliumskirche hofft man auf ungefähr ein Drittel der Kosten als Zuschuss von der Landeskirche. Bei der Apostelkirche gibt es möglicherweise auch Zuschüsse vonseiten der Denkmalpflege. Dennoch bleibt ein Riesenbatzen Geld, der irgendwie herangeschafft werden muss. Die Gemeinde ist auf Spenden angewiesen. Bei einem irischen Abend kamen bereits rund 800 Euro zusammen, sagt Ritter. Weitere Veranstaltungen sind im Gemeindehaus geplant, die Spendengeld bringen sollen. „Eine erste große Hilfe waren die 9000 Euro vonseiten der Sparkasse, die Bürgermeister Hubert Fischer vermittelt hat und die mich sehr ermutigt haben“, sagt Ritter.

Er habe mit der Gemeinde zusammen beide Kirchen im Blick und wolle aber, um handlungsfähig zu bleiben, zuerst eine renovieren. Das ist die Evangeliumskirche. Ritter hofft, sie erstmals zur Konfirmation, dieses Jahr im Mai, wieder benutzen zu können. Zumindest die Elektrosanierung soll bis dahin durch sein.

Die Sanierung der Apostelkirche werde sicher bis zu zwei Jahren dauern, meint der Pfarrer.

Info Wer für die Kirchensanierungen spenden will, kann dies unter dem Betreff „Kirchensanierung“ auf das Konto: IBAN: DE 20 720 518 400 000 008 607 BIC: BYLADEM1GZK tun.

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