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Krumbach

18.10.2018

Krumbacher Mittelschüler entwickeln eine Bühnenshow

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In der Turnhalle im Krumbacher Schulzentrum bauen die Kursleiter die Tanzsequenz, die Teil der Show sein wird, in vielen kleinen Einheiten auf.

In drei Tagen entsteht mit den Young Americans in der Mittelschule Krumbach eine Bühnenshow. Bei Gesprächskreisen, Musik und Tanz sind die Jugendlichen voll konzentriert dabei.

Sie sind im Showbusiness und gehen ganz darin auf: Die Krumbacher Mittelschüler dürfen Teil werden einer amerikanischen Bühnenproduktion und müssen dafür weder über den Atlantik jetten noch zu einer der angesagten Bühnen in Deutschland reisen. Das Theater kommt zu ihnen. Drei Tage volles Programm – und wenn man genau hinguckt, kann einem schwindelig werden. Denn die 191 Schüler der Mittelschule und des Förderzentrums sollen von Dienstagnachmittag bis Donnerstag eine komplette Bühnenshow erarbeiten und vorführreif einüben: mit Gesang und Tanz – und das, da ist sich Larissa sicher, kann man nur einmal erleben. Dank der Unterstützung durch den Förderverein, den Elternbeirat und Sponsoren konnten die Gebühren auf 20 Euro pro Teilnehmer gedrückt und so allen, die Lust darauf hatten, der Zugang zum Projekt ermöglicht werden.

Ganz schön aufregend finden es die künftigen Showstars. Sie haben sich allesamt vorab im Internet schlaugemacht, nachdem sie in der Schule von dem Workshop erfahren haben. Lorena hat die Young Americans schon gekannt. Ihre Schwester hat vor Jahren am Workshop teilgenommen. Und war natürlich gleich Feuer und Flamme, schließlich kommt es nicht alle Tage vor, dass junge Amerikaner eine Bühnenshow in Krumbach einüben.

Abklatschen ist heute erlaubt

Sercan aus der 9. Klasse vermutet schon, dass bereits ein paar Mädchen unsterblich in einen der lässigen Workshopleiter verliebt sind. Er hat sich für die Teilnahme entschieden, weil Musik seine Leidenschaft ist und er kommt voll auf seine Kosten. Er hat sich schon typische amerikanische Verhaltensmuster abgeguckt: Ein distanziertes „Guten Morgen, Frau Virag“ wird lässig durch Abklatschen ersetzt und sogar das geächtete Baseball Cap bleibt in diesen amerikanischen Tagen auch indoor auf dem Kopf. Schulleiterin Karin Virag sieht’s mit Lächeln und macht die Verwandlung mit. Denn gute Laune gehört dazu, wenn die „Young Americans“ die Schule kapern. „Die Workshopleiter entscheiden situationsabhängig, wo sie mit ihrer Gruppe arbeiten. Das kann dann mal der Garten sei oder auch die kühle Aula,“ erklärt die Schulleiterin einen der grundsätzlichen Unterschiede zum Alltagsunterricht.

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Nun sitzen Jana und Fiona, Larissa, Leticia und Lorena zusammen mit Dominik und Sercan entspannt im Zimmer der Schulleiterin und erzählen, was ihnen außerdem so gefällt am Projekt. 39 Amerikaner im Studentenalter sind dafür nach Krumbach gekommen. Und sie nehmen ihre Sache durchaus ernst. Hinter ihrer jugendlichen Haltung, mit der sie die Schüler sofort in ihren Bann schlagen konnten, verbirgt sich ein strenger Aktionsplan, pädagogisch erarbeitet. Aber so mache Schule Spaß, sagt Dominik, der gesteht, dass er im normalen Unterricht bei weitem nicht so aufmerksam ist wie in dem Workshop. „Das macht so viel Spaß, da kann ich mich voll konzentrieren.“

Die Young Americans haben die knapp 200 Schüler in drei Gruppen eingeteilt, die zunächst sehr formale Namen bekommen haben. „Wir waren das Team blau. Jetzt haben wir uns den Namen Bubble Birds gegeben, das ist viel cooler“, erzählt Larissa und ist davon begeistert, dass sie in der Gruppe so viele eigene Entscheidungen treffen dürfen und so den Ablauf wesentlich mitgestalten können.

Die Gruppen durchlaufen alle das gleiche Programm: Gesprächskreis, Musik, Tanz und immer sind alle voll konzentriert, nach etwa 20 Minuten wird gewechselt. Ganz klasse fanden sie, dass sie selber ein Lied schreiben durften, und noch dazu auf englisch. Das geht nur mit eiserner Disziplin, und die herrscht während des gesamten Workshops und wird von allen akzeptiert.

Wenn in der Turnhalle ein Tanz vorbereitet wird, dann muss die Gruppe zunächst zur Ruhe kommen. Und wenn da jemand nicht warten kann, wird er auf seinen Platz verwiesen, die natürliche Autorität der Kursleiter wirkt.

Da fällt Vorsingen nicht schwer

Andererseits dürfen sich alle Einbringen und wer etwas sagt, eine Idee hat, vorsingt oder seine Träume verrät, wird nicht ausgelacht, die Gruppe zeigt Wertschätzung, applaudiert. Das hat auch Leticia gefreut, die in der Gesprächsrunde von ihrem Wunsch erzählt, später Menschen in armen Ländern als Ärztin zu helfen. Da tun sich auch die Schüchternen leicht, aus sich heraus zu gehen und sogar vorzusingen.

Die Gruppe der ältesten Teilnehmer wurde nach Geschlechtern getrennt, erzählt Dominik, denn Mädchen wollen ja ganz anders tanzen als Jungs. Deshalb gibt es in der Turnhalle die „Ice Cold“ und die „Happy Ones“. Auch sie müssen sich immer wieder auch in Englisch unterhalten und versuchen, die amerikanischen Lehrer zu verstehen. Sie haben zwar Dolmetscher, aber nicht alles wird übersetzt. „Man kann sich notfalls auch mit Händen und Füßen verständlich machen,“ weiß Jana. Aber das stört die Schüler nicht, im Gegenteil, sie hängen an den Lippen ihrer Leiter und sind mit voller Konzentration dabei.

Das ist nicht immer ganz einfach, da wird viel von ihnen verlangt. Für Larissa war es vor allem die schnelle Übungssequenz bei der Choreografie. „Sie haben uns gezeigt, wie der Tanz geht, aber ganz schnell. Beim Nachtanzen habe ich dann schauen müssen, was die anderen machen.“ Gemeinsamkeit ist ja auch ein wichtiges Ziel des Workshops, der Teamgeist und die Kreativität fördern soll.

Und ganz spielerisch das Selbstbewusstsein der Teilnehmer stärkt, denn sie lernen, sich in einer Fremdsprache zu verständigen und gemeinsam eine tolle Performance auf die Beine zu stellen. Dafür sind sie auch bereit, bis lang nach Schulschluss vollen Einsatz zu bringen, sich gegenseitig zu stützen und gemeinsam an einem Ziel zu arbeiten.

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