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Krumbad

28.02.2019

Krumbad: Geschäftsführer verrät, welche Pläne er hat

Geschäftsführer Peter Heinrich im Innenhof des Krumbades neben der geschmückten Adelheidsfigur.
Bild: Peter Bauer

Plus Bei der Zahl der Übernachtungen gab es 2018 eine Steigerung. Doch das Projekt zur Neugestaltung der Außenanlagen ist ins Stocken geraten.

Peter Heinrich steht an diesem strahlenden Februartag im Innenhof des Krumbads, blickt hinauf zum tiefblauen Himmel. An Tagen wie diesem kann das Krumbad eine geradezu märchenhafte Atmosphäre entfalten. Und Heinrich hat allen Grund, diesen Augenblick zu genießen. Im vergangenen Jahr hat sich das Krumbad, das als ältestes Heilbad Schwabens gilt, wieder solide entwickelt. 27.494 Übernachtungen wurden nach Auskunft von Heinrich registriert, dies entspricht einer Steigerung um rund zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Doch Heinrich berichtet auch, dass mit Blick auf die anvisierte Neugestaltung der Außenanlagen das Verfahren nicht im ursprünglich gewünschten Tempo vorankomme. Heinrich spricht von einem sehr bürokratisierten Förderprogramm des Freistaats. Die Konsequenz sei, dass Projekte wie die neuen Außenanlagen nur schwer zu realisieren seien.

Mehrfach haben wir bereits über dieses aktuelle Krumbader Projekt berichtet. Geplant ist, das Kneipp-Tretbecken (derzeit im Westen des Krumbads) an eine zentrale Stelle zu verlegen. Vorgesehen sind ferner ein Sinnespfad, bei dem das Krumbader Heilmittel Badstein benutzt wird. Ferner ein Schlammtretbecken mit Badstein und ein Barfußpfad. Den Gästen sollen verschiedene Bewegungsgeräte, aber auch Ruhezonen zur Verfügung stehen. Die bewährte Lehre Kneipps soll bei der Umsetzung eine maßgebliche Rolle spielen. An Kosten waren zuletzt rund 300.000 Euro veranschlagt. Genutzt werden soll ein Förderprogramm des Freistaates mit einer Zuschussmöglichkeit in Höhe von 70 Prozent der Kosten.

Unnötige Bürokratie macht das Leben schwer

Doch ob das Projekt in dieser Form realisiert wird, ist noch unklar. Heinrich spricht von einem außergewöhnlich komplizierten Verfahren. Verlangt würden gar wissenschaftlich Nachweise, dass die neuen Anlagen die Gesundheit der Menschen anhand von Zahlen nachvollziehbar verbessern. Dies aber könne das Krumbad schlichtweg nicht leisten. Es sei, so Heinrich, ja auch einfach nicht möglich, statistisch zu belegen, dass sich die Gesundheit eines Menschen verbessere, wenn er etwa öfter zum Kneippen ins Krumbad komme. Andererseits sei die Lehre Kneipps doch anerkannt und habe sich bewährt. So habe er kein Verständnis dafür, dass bei diesem Förderprogramm dem Antragsteller durch eine unnötige Bürokratie das Leben schwer gemacht werde. So könne er zum derzeitigen Zeitpunkt keine Prognose abgeben, wann und in welcher Form die neuen Außenanlagen realisiert werden können. Eventuell müsse man das Programm verkleinern.

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Für Diskussionen sorgte in jüngster Zeit die Fällung von zwei mehr als 100 Jahre alten Douglasien. Die Bäume hätten doch ein gewisses hohes Alter gehabt, sagt Heinrich dazu. Durch die Blätter seien häufig Dachrinnen verstopft gewesen und in der Folge auch das Mauerwerk geschädigt worden. Die Fällung sei mit einem Baumexperten und mit Ottmar Frimmel (Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt) vor Ort in ausführlichen Gesprächen abgestimmt worden. Zudem sei geplant, den Badstein-Sinnespfad im Bereich des Hangs zu installieren. Der Hang solle überdies mit einheimischen Gehölzen, beispielsweise Buchen, neu gestaltet werden.

In Zukunft soll es mehr Zimmer geben

Das größte Projekt der vergangenen Jahre war bekanntlich der Neubau des Therapiepavillons, dabei wurden rund zwei Millionen Euro investiert. Heinrich hat wiederholt hervorgehoben, dass der Bereich der Therapie weiter an Bedeutung gewinnen werde. Zuletzt waren im Krumbad 30 Therapeuten beschäftigt. Aber es sei zunehmend schwierig, Therapeuten zu finden. Heinrich bezweifelt, dass die Akademisierung dieses Berufs der richtige Weg sei. Im Krumbad gibt es bislang 83 Zimmer. Hier soll es in nächster Zeit eine Erweiterung geben. Pater Theo Schmidkonz, der lange im Krumbad gewohnt hatte, ist vor gut einem Jahr gestorben. In den leer stehenden Räumen sollen nun voraussichtlich bis zum Jahresende acht Zimmer untergebracht werden. Jahr für Jahr wird im Krumbad eine bestimmte Anzahl von Zimmern auf den neuesten Stand gebracht. Heuer waren es im Januar insgesamt sieben Zimmer.

Im vergangenen Herbst versuchte ein Einbrecher, in das Krumbad einzudringen. Mit Blick auf diesen versuchten Einbruch habe es, so Heinrich, im Krumbad verschiedene Maßnahmen gegeben. Die Nachtschwestern seien speziell geschult worden, verändert worden seien auch die Lichtverhältnisse.

Neues gibt es auch in Sachen Kräutergarten. Anni Böck, die vor Kurzem ihren 80. Geburtstag feiern konnte, hat die Betreuung des Gartens an einen Helferkreis, die „Krumbader Kräuterhexa“ übergeben. Neu gestaltet werden soll der Kräutergarten. Die Kräuter sollen dort, so Heinrich, stärker nach dem Prinzip der Anwendungen sortiert werden. Anni Böck fertigt weiter die Stempel für die Kräuterstempelmassage an und wird auch die Adelheidsfigur im Innenhof des Krumbads weiter schmücken. Adelheid – das ist das Stichwort für die besondere Tradition des Krumbads. Im Zeichen dieser Tradition möchte sich das Bad weiterentwickeln und sich den aktuellen Aufgaben stellen. Dabei aber auch sich selbst treu bleiben. Der „Wellnessbereich“ beispielsweise heißt im Krumbad „Wohlfühlbereich“.

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