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Krumbach

26.06.2020

Kult-Kunst in Krumbach: Das sind die ausgezeichneten Künstlerinnen

Auf 3000 Euro verdoppelt wurde das Preisgeld für den Mittelschwäbischen Kunstpreis. Unser Bild zeigt bei der Verleihung (von links) stellvertretende Landrätin Monika Wiesmüller-Schwab, Krumbachs Bürgermeister Hubert Fischer, Preisträgerin Janina Schmid, Museumsleiterin Anita Roth und Ausstellungsorganisator Wolfgang Mennel.

Plus Zwei Künstlerinnen gewinnen die bei der Ausstellung Kult-Kunst in Krumbach verliehenen Preise. Wodurch sich die preisgekrönten Werke auszeichnen.

Wie würde es die Krumbacher Kunstszene verkraften, einfach kaltgestellt worden zu sein? Das war die große Frage bei der Eröffnung der Ausstellung "Kult-Kunst 2020" in Krumbach. Lange war es ungewiss gewesen, ob Corona die traditionelle Jahresausstellung des Kultvereins ausgerechnet in ihrem 20. Jahr verhindern werde. Und ob die beiden an die Ausstellung gekoppelten Kunstpreise vergeben werden konnten. Doch es hat nun doch geklappt.

Dem trotzigen Widerstand der Organisatoren Wolfgang Mennel und Andreas Birkner sei es zu verdanken, erklärte Museumsleiterin Anita Roth, dass die Ausstellung zum letztmöglichen Zeitpunkt doch noch möglich geworden sei. Tief, schnarrend und bedrohlich klang es von der Empore in den großen Ausstellungsraum des Mittelschwäbischen Heimatmuseums herab. Dann verloren sich die Töne ins Diffuse, nicht mehr Greifbare. Ein paar hellere Klänge mischten sich ein, anschließend dominierte das Schrille und Kreischende. Schließlich setzten sich beschwingtere, hoffnungsvollere Rhythmen durch, begleitet von einem trotzigen Stampfen. Es schien, als wollte Stephan Holstein, der den Festakt zur Verleihung der Kunstpreise musikalisch gestaltete, die Geschichte der Jubiläumsausstellung als „Corona-Blues“ in Tönen erzählen.

Ulmer Künsterlin Janina Schmid gewinnt Mittelschwäbischen Kunstpreis

Den mit 3000 Euro dotierten Mittelschwäbischen Kunstpreis 2020, gestiftet vom Landkreis Günzburg, verlieh die Jury an die Ulmer Künstlerin Janina Schmid für ihr Werk „Sally“. Diese Arbeit ist ein Blickfang: Ein Greifarm, von einem Elektromotor betrieben, vollzieht kreisförmige Bewegungen, nimmt im Vollzug jeder Drehung einen roten Faden auf und verliert ihn wieder. Der Bewegung „wohnt eine gewisse Poetik inne“ und sie rege den Betrachter zu Geschichten und Deutungen an, begründeten die Juroren die Preisvergabe. In der Tat erinnert die Bewegung von „Sally“ an Sisyphos, dem mythischen Sinnbild der Vergeblichkeit allen menschlichen Bemühens. Allerdings ist die Plackerei des mythischen Vorbilds hier einer Leichtigkeit gewichen, deren Charme man sich schwer entziehen kann. Geblieben ist der unbeugsam trotzige Widerstand gegen das Unvermeidliche, den Nobelpreisträger Albert Camus als Maßstab für die menschliche Größe setzte.

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Stellvertretende Landrätin Monika Wiesmüller-Schwab berichtete in ihrem Grußwort von der Faszination, welche die Bewegung des Greifarms auf sie ausgeübt hatte und fragte bei der Künstlerin nach, was es mit dem Namen „Sally“ auf sich habe. Männer pflegten ihren Autos oder Maschinen Frauennamen zu geben, meinte Janina Schmid. Das könne durchaus einen herabwürdigenden Beigeschmack bekommen. Den habe sie gerade dadurch vermieden, dass sie einen Namen ihres eigenen Geschlechts gewählt habe.

Christine Metz aus Ried gewinnt Krumbacher Kunstpreis

Den mit 1000 Euro dotierten Krumbacher Kunstpreis 2020, gestiftet jeweils zur Hälfte von der Stadt und von Kultverein, erhielt Christine Metz aus Ried bei Mering für ihr Werk „Nest“. Aus einiger Entfernung sieht „Nest“ aus wie die Fotografie der Oberfläche eines Ameisenhaufens. Tatsächlich handelt es sich um eine Bleistiftzeichnung. Ameisenfleiß war nötig, um dieses Werk zu schaffen, aber vor allem eine staunenswerte handwerkliche Fertigkeit und ein großes Gespür für die Feinheiten dieses Gebildes.

Bürgermeister Hubert Fischer übergibt die Urkunde zur Verleihung des Krumbacher Kunstpreises an Christine Metz.

Die Künstlerin lenke den Blick „auf die Schönheit und Komplexität der scheinbar unbedeutenden Szene“ heißt es in der Begründung der Jury zur Preisvergabe. Scheinbar unbedeutend soll heißen, dass „Nest“ ein Ökosystem abbildet, ein Teilstück zur Bewahrung der Grundlagen unseres Lebens.

Kult-Kunst in Krumbach ist jetzt für Besucher geöffnet

Einig waren sich Kult-Vorsitzender Marc Hettich, Monika Wiesmüller-Schwab und Bürgermeister Hubert Fischer darin, dass in der momentanen Situation die Kunst und die Künstler besondere Aufmerksamkeit und Hilfe brauchten und dass Kult-Jahresausstellung und die beiden Kunstpreise einen wichtigen Beitrag darstellten. Hubert Fischer lenkte den Blick darauf, wie stark das Renommee dieser Ausstellung im Verlauf der 20 Jahre gewachsen sei und zeigte sich zuversichtlich, dass in den kommenden Jahren viel zu erwarten sei. Wolfgang Mennel meinte, dass die Verdoppelung des Preisgeldes für den Mittelschwäbischen Kunstpreis ein gutes Signal sei und er hoffe, der Landkreis werde dies beibehalten.

Hettich wünschte sich viele Besucher für die Ausstellung. Die Breite und Vielfalt der künstlerischen Leistungen würden sich dem Laien mühelos erschließen. Anita Roth informierte darüber, dass im Museum eine Maske nur im Eingangsbereich getragen werden müsse.

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