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Thannhausen

28.07.2020

Mittelschule Thannhausen bereitet Klaus Mader einen lässigen Abschied

Selbst gestaltete Gartenmöbel für zwei Personen, Weinflasche und Erinnerungsbuch schenkte das Kollegium der Mittelschule dem scheidenden Rektor Klaus Mader. Auf dem Foto (von links) Konrektorin Petra Beuer, Enkelin Heidi, Klaus und Hannelore Mader.
Bild: Dr. Heinrich Lindenmayr

Plus Der scheidende Schulleiter Klaus Mader wünschte sich eine heitere Feier und bekam sie. Wie Mader sich von "seiner" Mittelschule Thannhausen verabschiedete.

Locker und heiter sollte die Stimmung sein bei seiner Verabschiedung in den Ruhestand. Keinesfalls eine steife Feier wünschte sich Klaus Mader, 62, der elf Jahre Rektor der Mittelschule Thannhausen war. Und er hatte ein paar Zeichen gesetzt, dass es nicht zu förmlich ablaufen sollte.

Er selbst trug weder Anzug noch Sakko noch Krawatte. Die Besucher seiner feierlichen Verabschiedung in der Eingangshalle der Schule hatte er in lockerer Formation an Tische platziert. Anwesend waren auch seine zwei noch sehr jungen Enkelinnen, denen Klaus Mader versprach, der offizielle Teil werde nicht lange dauern.

Klaus Mader war viele Jahre Schulleiter an der Mittelschule Thannhausen

Ob der scheidende Schulleiter den Rednern vorab signalisiert hatte, sie sollten mit Worten, aber nicht mit Späßen sparen? Jedenfalls war der Reigen der Reden kurzweilig und es gab viel zu lachen, wenngleich der eine oder andere Anlass eher unbeabsichtigt gewesen sein dürfte. Schulamtsleiter Thomas Schulze nahm den Gerechtigkeitssinn, die Furchtlosigkeit vor der Schulaufsicht und die zupackende Art, die Mader als Schulleiter verkörperte, zum Anlass, ihn als „John Wayne des Landkreises Günzburg“ zu bezeichnen.

Schulamtsleiter Thomas Schulze (rechts) nannte Klaus Mader den „John Wayne des Landkreises Günzburg“.
Bild: Dr. Heinrich Lindenmayr

Einige Wayne-Zitate, mit entsprechender Stimmimitation in die Rede einmontiert, wirkten urkomisch, weil sie den Kontrast profilierten zwischen dem bulligen und gewaltbereiten Revolverhelden und dem smarten, stets auf Ausgleich bedachten Klaus Mader. Bürgermeister Alois Held erinnerte sich in seinem Grußwort an seine Zeit an der damaligen Hauptschule Thannhausen, an der er 1999 seinen „Quali baute“.

Viele Redner bei Verabschiedung von Klaus Mader in Thannhausen

Als er sich umsah und feststellte, es habe seinerzeit im Schulhaus genauso ausgesehen wie heute, sorgte dies für einige Heiterkeit. Noch auf dem Weg zum Rednerpult rief sein Vorgänger im Amt, Altbürgermeister Georg Schwarz, durch den Raum: „Des ka ma so et stau lau!“ 10 Millionen Euro hätten er als Vorsitzender des Schulverbands Thannhausen und Schulleiter Klaus Mader verbaut, Hallenbad und Turnhalle seien mit großem Aufwand saniert worden, auch wenn die in die Jahre gekommene Aula den Anschein vermitteln möge, es sei nichts gemacht worden. Georg Schwarz zeigte sich vor allem beeindruckt vom Organisationstalent Maders. Eine ganze Schule bei größter Sommerhitze eine Woche auf den Jakobsweg zu schicken und alle Teilnehmer gesund und bei guter Laune ans Ziel in Ottobeuren zu bringen, das nötige ihm Respekt ab.

Auf eine witzige Formel konzentrierte Elternbeiratsvorsitzender Jürgen Drexel das Wirken von Klaus Mader: So ein Schulleiter komme ihm vor wie ein „multifunktionales Wunderwesen“. Konrektorin Petra Beuer griff eine Reihe von Situationen aus dem Schulleben heraus und ließ sie von Kollegen mittels einmontierter Sprechblasen kommentieren. Was beispielsweise sagt ein Lehrer, wenn der Schulleiter wegen nur zwei Stunden Büroarbeit vom Schullandheim in Würzburg nach Thannhausen und zurück fährt? In Erinnerung bleiben dürfte jedenfalls der unermüdliche Einsatz von Klaus Mader für den schulischen Erfolg der ihm anvertrauten Kinder, den er mit der Formel „Stellen Sie sich vor, Sie wären die Eltern!“ von allen Kollegen gebetsmühlenartig einforderte.

Maders Nachfolger an der Mittelschule Thannhausen wird Matthias Unger

Wer meine, ein Schulleiter leite eine Schule, der glaube wohl auch, ein Zitronenfalter falte Zitronen. Den witzigen Spruch nutzte Klaus Mader als Aufhänger für seine Schlussworte. Ein Schulleiter brauche die Unterstützung von vielen Seiten und er könne sich glücklich schätzen, dass er über all die Jahre hinweg zuverlässig Hilfen in allerlei Form erhalten habe. Er habe sich getragen gefühlt und könne deswegen ein geordnetes Haus seinem Nachfolger Matthias Unger übergeben.

Über weitere Schulschlussveranstaltungen in der Region berichten wir in den kommenden Tagen.

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Mittelschule: Thannhauser Rektor Klaus Mader geht in den Ruhestand

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